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Lernformen/Lernstrategien

LK
by Lukas K.

Alexander Brand: Der Lerntypen-Mythos

🧠 Was sagt Alexander Brand dazu?

Alexander Brand fasst den Stand der Forschung sehr klar so zusammen:

  • Die Vorstellung von festen Lerntypen ist weit verbreitet, auch unter Lehrkräften (teilweise glauben rund 90 % daran). [deutsches-...lportal.de]

  • Es gibt keine empirischen Belege, dass Menschen klar einem solchen Typ zugeordnet werden können. [deutsches-...lportal.de]

  • Ebenso gibt es keinen Nachweis, dass Unterricht besser wirkt, wenn er an solche „Typen“ angepasst wird. [deutsches-...lportal.de]

  • Deshalb gilt die Lerntypen-Theorie in der Bildungsforschung heute als Mythos. [deutsches-...lportal.de]

👉 Kurz gesagt: „Ich bin ein visueller Lerner“ klingt plausibel, ist aber wissenschaftlich nicht haltbar.

🔬 Warum ist es ein Mythos?

Die Forschung zeigt übereinstimmend:

  • Die zentrale Annahme („passender Stil = besser lernen“) wurde immer wieder getestet und nicht bestätigt. [gc-bs.org]

  • Lernen hängt stärker vom Inhalt und der Verarbeitung ab als vom bevorzugten Sinneskanal. [lehreladen.rub.de]

  • Menschen haben zwar Vorlieben, aber diese verbessern nicht automatisch den Lernerfolg. [evidenceba....education]

⚠️ Probleme des Lerntypen-Denkens

Brand weist (gestützt auf Studien) auch auf Folgen hin:

  • Es kann stereotype Zuschreibungen verstärken („visuell = intelligenter“ usw.). [deutsches-...lportal.de]

  • Lernende werden in Schubladen gesteckt, was ihr Selbstbild beeinflussen kann. [paedagogik....stangl.eu]

  • Zeit und Ressourcen fließen in ineffektive Methoden, statt in wirksame Strategien.

✅ Was stattdessen besser funktioniert

Die Forschung empfiehlt eher:

  • Multisensorisches Lernen (mehrere Sinne kombinieren) “Dual Coding”

  • Strategien wie Wiederholung, Verknüpfen von Bedeutung, aktive Verarbeitung

  • Unterrichtsformen, die sich am Lerninhalt orientieren (z. B. Bilder für Geografie, Ton für Sprache)


Lernstile nach Kolb

🧠 Grundidee von Kolb

David Kolb beschreibt Lernen als einen Kreislauf aus Erfahrung und Verarbeitung:

  1. Konkrete Erfahrung (etwas erleben)

  2. Reflexion (darüber nachdenken)

  3. Theoriebildung (Verstehen/Begriffe entwickeln)

  4. Experimentieren (anwenden, ausprobieren)

👉 Lernen ist also ein ständiger Kreislauf: erleben → nachdenken → verstehen → ausprobieren → neue Erfahrung


🔄 Die 4 Lernstile nach Kolb

Aus diesem Kreislauf leitet Kolb vier typische Lernstile ab:

1. 🔍 Divergierer („Entdecker“)

  • Stärken: Kreativität, Perspektivwechsel

  • Lernen durch: Erfahrung + Nachdenken

  • typisch: beobachten, diskutieren, Ideen sammeln

👉 „Was kann man alles daraus machen?“


2. 📊 Assimilierer („Denker“)

  • Stärken: логisches Denken, Theorien

  • Lernen durch: Reflexion + Theorie

  • typisch: Modelle verstehen, strukturieren

👉 „Wie erklärt man das logisch?“


3. ⚙️ Konvergierer („Problemlöser“)

  • Stärken: Anwendung, Technik, Lösungen

  • Lernen durch: Theorie + Praxis

  • typisch: Probleme lösen, Konzepte anwenden

👉 „Wie benutze ich das konkret?“


4. 🛠️ Akkomodierer („Macher“)

  • Stärken: Praxis, Ausprobieren

  • Lernen durch: Handeln + Erfahrung

  • typisch: Versuch & Irrtum, direkt tun

👉 „Ich probiere es einfach aus!“


⚖️ Wichtiger Hinweis (Bezug zum „Lerntypen‑Mythos“)

  • Kolb meint keine festen Schubladen

  • Menschen haben Präferenzen, aber nutzen alle Phasen

  • Der optimale Lernprozess durchläuft alle vier Schritte

👉 Das unterscheidet Kolb von simplen „visuell/auditiv“-Lerntypen.


✅ Kurzfazit

  • Kolb = Lernen durch Erfahrung (Experiential Learning)

  • 4 Phasen → daraus 4 Lernstile

  • Ziel: alle Phasen kombinieren, nicht nur einen Stil nutzen


Operantes Konditionieren

🧠 Definition (einfach erklärt)

➡️ Operantes Konditionieren = Lernen durch Konsequenzen

  • Verhalten hat Folgen (Belohnung oder Bestrafung)

  • angenehme Folgen → Verhalten häufiger

  • unangenehme Folgen → Verhalten seltener [studyflix.de], [flexikon.d...ccheck.com]

👉 Kurz:„Was sich lohnt, wird wiederholt.“

🔑 Grundprinzip

  • Verhalten ⇒ Konsequenz

  • Konsequenz ⇒ verändert Verhalten

👉 Verhalten wird also gezielt aufgebaut oder reduziert

⚖️ Die 4 Formen (sehr wichtig!)

Bei operanter Konditionierung gibt es vier Möglichkeiten:

✅ 1. Positive Verstärkung

  • Etwas Angenehmes wird hinzugefügt

  • Verhalten wird häufiger

👉 Beispiel: Du bekommst Lob für gute Noten → du lernst mehr

✅ 2. Negative Verstärkung

  • Etwas Unangenehmes wird entfernt

  • Verhalten wird häufiger

👉 Beispiel: Du machst Hausaufgaben → kein Ärger mehr

❌ 3. Positive Bestrafung

  • Etwas Unangenehmes wird hinzugefügt

  • Verhalten wird seltener

👉 Beispiel: Du störst im Unterricht → Strafarbeit

❌ 4. Negative Bestrafung

  • Etwas Angenehmes wird weggenommen

  • Verhalten wird seltener

👉 Beispiel: Du benimmst dich schlecht → Handy wird entzogen

📌 Wichtig:

  • positiv = etwas kommt dazu

  • negativ = etwas wird weggenommen [studyflix.de], [pressbooks...ne.ucf.edu]

🐭 Experiment: Skinner-Box

  • Tiere (z. B. Ratten) drücken einen Hebel

  • bekommen Futter → machen es öfter

  • bekommen Strom → vermeiden es

👉 Ergebnis: Verhalten lässt sich systematisch steuern [erzieher-kanal.de]

🧑‍🤝‍🧑 Beispiele aus dem Alltag

  • Kind räumt auf → bekommt Belohnung ✅

  • Mitarbeiter bekommt Bonus → arbeitet mehr ✅

  • Hund bekommt Leckerli → lernt Tricks ✅

  • Kind bekommt Hausarrest → Verhalten wird weniger ❌

⚖️ Unterschied zur klassischen Konditionierung

  • Operant → Verhalten wird durch Konsequenzen gesteuert

  • Klassisch → Reiz wird mit Reaktion verknüpft (Pawlow)

✅ Kurzfazit

  • Lernen durch Belohnung und Bestrafung

  • Aufbau von Verhalten = Verstärkung

  • Abbau von Verhalten = Bestrafung

  • Grundlage vieler Bereiche (Erziehung, Schule, Therapie)


Klassisches Konditionieren

🧠 Definition (einfach erklärt)

➡️ Klassisches Konditionieren = Lernen durch Verknüpfung von Reizen

  • Ein ursprünglich neutraler Reiz wird mit einem Reiz verbunden, der automatisch eine Reaktion auslöst

  • Nach einiger Zeit löst der neutrale Reiz allein die gleiche Reaktion aus [studyflix.de], [simplypsychology.org]

👉 Kurz: Ein Signal wird zum Auslöser für eine Reaktion.


🔑 Wichtige Begriffe

  • Unbedingter Reiz (UCS) → löst Reaktion automatisch aus (z. B. Futter)

  • Unbedingte Reaktion (UCR) → angeborene Reaktion (z. B. Speichelfluss)

  • Neutraler Reiz (NS) → zunächst ohne Wirkung (z. B. Glocke)

  • Bedingter Reiz (CS) → früher neutral, jetzt gelernt

  • Bedingte Reaktion (CR) → gelernte Reaktion [de.wikipedia.org]


🔄 Ablauf (Pawlow-Experiment)

1. Vor der Konditionierung

  • Futter → Speichel ✅

  • Glocke → keine Reaktion

2. Während der Konditionierung

  • Glocke + Futter zusammen → Speichel

3. Nach der Konditionierung

  • Glocke allein → Speichel ✅

👉 Der Hund hat gelernt: „Glocke = Futter“ [de.wikipedia.org]


🐶 Beispiel (klassisch)

  • Futter = unbedingter Reiz

  • Speichel = unbedingte Reaktion

  • Glocke = neutraler → später bedingter Reiz

Nach dem Lernen: 👉 Glocke → Speichelfluss (auch ohne Futter)


🌍 Beispiele aus dem Alltag

  • Lieblingslied → gute Gefühle (durch Erinnerung)

  • Zahnarztgeruch → Angst

  • Werbung → Hunger bei bestimmten Marken


⚖️ Eigenschaften

  • Reaktionen sind meist automatisch (Reflexe, Emotionen)

  • Lernen passiert durch Wiederholung und Nähe der Reize

  • oft unbewusst


⚖️ Unterschied zur operanten Konditionierung

  • Klassisch → Reiz → automatische Reaktion

  • Operant → Verhalten → Konsequenz (Belohnung/Bestrafung)


✅ Kurzfazit

  • Lernen durch Reiz-Reiz-Verknüpfung

  • neutraler Reiz wird zum Signal

  • führt zu einer erlernten, automatischen Reaktion

Merksatz: 👉„Ein Reiz kündigt etwas an – und löst deshalb eine Reaktion aus.“

Author

Lukas K.

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