Q: (Folie 7) Wie entsteht aus einer Theorie eine statistische Hypothese?
Theorie formuliert eine allgemeine Annahme.
Daraus wird eine inhaltliche Hypothese abgeleitet.
Die inhaltliche Hypothese wird als statistische Hypothese formuliert.
Beispiel:
Theorie: Bei hochautomatisierten kognitiven Prozessen treten Verarbeitungskonflikte auf.
Inhaltliche Hypothese: Deutsche Farbwörter in inkongruenten Farben verlängern die Verarbeitungszeit.
Statistische Hypothese: Unterschiede der mittleren Bearbeitungszeiten werden über Populationsmittelwerte formuliert.
Q: (Folie 8) Warum müssen inhaltliche Hypothesen in statistische Hypothesen übersetzt werden?
Damit anhand von Daten entschieden werden kann.
Dazu wird festgelegt:
Welche Merkmale gemessen werden.
Welche Populationsparameter die Hypothese repräsentieren.
Welche Relation zwischen den Parametern geprüft werden soll.
Wichtig:
Hypothesen beziehen sich immer auf die Population.
Nicht auf die Stichprobe.
Q: (Folie 8) Wie lautet die statistische Hypothese im Stroop-Beispiel?
H_1:\mu_{deutschsprachig} > \mu_{nicht-deutschsprachig}
Bedeutung:
Die mittlere Bearbeitungszeit in der deutschsprachigen Population ist höher als in der nicht-deutschsprachigen Population.
Q: (Folie 9) Wodurch unterscheiden sich gerichtete und ungerichtete Hypothesen?
Gerichtete Hypothese
Gibt die Richtung des Effekts an.
Beispiel: \mu_A > \mu_B
Ungerichtete Hypothese
Gibt nur an, dass ein Unterschied existiert.
Beispiel: \mu_A (ungleich) \mu_B
Q: (Folie 9) Wodurch unterscheiden sich spezifische und unspezifische Hypothesen?
Unspezifische Hypothese
Macht keine Aussage über die Größe des Effekts.
Spezifische Hypothese
Gibt die Größe des Effekts genau an.
Q: (Folie 10) Was beschreibt die Alternativhypothese (H₁)?
Die Alternativhypothese (H₁)
unterstellt das Vorliegen von Zusammenhängen oder Unterschieden
beschreibt normalerweise das, was man inhaltlich vermutet und nachweisen möchte
Q: (Folie 10) Was beschreibt die Nullhypothese (H₀)?
Die Nullhypothese (H₀)
ist das Gegenteil der Alternativhypothese
unterstellt:
keinen Zusammenhang
keinen Unterschied
oder einen Unterschied in die entgegengesetzte Richtung
Q: (Folie 10) Auf wen beziehen sich Null- und Alternativhypothese?
Beide Hypothesen beziehen sich auf die Population.
Nicht auf:
Stichprobenmittelwerte
einzelne Stichproben
Q: (Folie 11) Wie lautet H₀ und H₁ bei einer ungerichteten Fragestellung?
Q: (Folie 11) Wie lautet H₀ und H₁ bei einer gerichteten Fragestellung?
Q: (Folie 12) Was ist ein statistischer Test?
Ein statistischer Test ist eine Entscheidungsregel.
Er erlaubt:
auf Basis eines Stichprobenergebnisses
zwischen H₀ und H₁ zu entscheiden.
Q: (Folie 12–13) Warum können beim Hypothesentesten Fehler entstehen?
Weil die Entscheidung auf einer Stichprobe basiert.
Dadurch kann die Entscheidung:
richtig sein
oder falsch sein
Deshalb werden zwei Fehlertypen unterschieden.
Q: (Folie 13) Was ist ein Fehler 1. Art (α-Fehler)?
Fehler 1. Art
H₀ wird abgelehnt
obwohl H₀ tatsächlich richtig ist
Kurz: ➡️ Falscher Alarm
Q: (Folie 13) Was ist ein Fehler 2. Art (β-Fehler)?
Fehler 2. Art
H₀ wird beibehalten
obwohl H₀ falsch ist
Kurz: ➡️ Tatsächlichen Effekt übersehen
Q: (Folie 13) Welcher Fehler wird durch das Signifikanzniveau kontrolliert?
Kontrolliert wird der:
Fehler 1. Art (α-Fehler)
Nicht direkt kontrolliert wird:
der Fehler 2. Art (β-Fehler)
Q: (Folie 14) Was ist das Signifikanzniveau α?
Das Signifikanzniveau α ist die vorab festgelegte Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art.
Es beschreibt die:
Irrtumswahrscheinlichkeit beim Ablehnen der Nullhypothese.
Q: (Folie 14) Welche Signifikanzniveaus werden typischerweise verwendet?
Konventionelle Werte:
α = 0,05
α = 0,01
Q: (Folie 14) Wie kann die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers 2. Art beeinflusst werden?
Durch Versuchsplanung (Poweranalyse).
Dadurch kann:
der β-Fehler kontrolliert bzw. fixiert werden
die Teststärke erhöht werden
Q: (Folie 15) Was ist eine Prüfgröße?
Eine Prüfgröße
wird aus den Stichprobendaten berechnet
dient als Grundlage für die Testentscheidung
Q: (Folie 15) Welche Eigenschaft muss eine Prüfgröße besitzen?
Die Verteilung der Prüfgröße unter Gültigkeit von H₀ muss bekannt sein.
z-Test → Standardnormalverteilung
Q: (Folie 15) Was ist der Ablehnungsbereich?
Der Ablehnungsbereich
enthält Prüfgrößenwerte,
die zur Ablehnung von H₀ führen.
Er wird durch:
das Signifikanzniveau α
und kritische Werte
festgelegt.
Q: (Folie 15) Wie wird der Ablehnungsbereich bei einer gerichteten Hypothese festgelegt?
Bei einer gerichteten Hypothese:
ein Ablehnungsbereich
begrenzt durch den kritischen Wert
z_{1-\alpha}
Liegt die Prüfgröße darüber: ➡️ H₀ ablehnen
Q: (Folie 16) Wie sieht der Ablehnungsbereich bei einer ungerichteten Hypothese aus?
Bei einer ungerichteten Hypothese besteht der Ablehnungsbereich aus zwei Bereichen:
-z_{1-\alpha/2}
und
z_{1-\alpha/2}
Außerhalb dieser Grenzen: ➡️ H₀ ablehnen
Q: (Folie 16) Wann wird bei einer ungerichteten Hypothese H₀ abgelehnt?
Wenn die Prüfgröße:
größer als z_{1-\alpha/2}
oder
kleiner als -z_{1-\alpha/2}
ist.
Q: (Folie 17) Welche Fragestellung wird im Beispiel des z-Tests untersucht?
Es wird geprüft, ob eine neue Lehrmethode zu besseren Leistungen führt als die alte Lehrmethode.
Alternativhypothese (H₁): \mu > \mu_0
Neue Lehrmethode ist besser.
Nullhypothese (H₀): \mu \leq \mu_0
Kein Vorteil der neuen Lehrmethode oder alte Lehrmethode ist besser.
Q: (Folie 17) Welche Populationsparameter sind im Beispiel definiert?
μ₀
Mittlere Testleistung unter der alten Lehrmethode.
μ
Mittlere Testleistung unter der neuen Lehrmethode.
Zusätzlich:
Signifikanzniveau: \alpha = 0,05
Q: (Folie 18) Welche Informationen liegen im Beispiel über die alte Lehrmethode vor?
Die Leistungen sind normalverteilt:
Bekannt sind:
μ₀ = 40
σ = 4
Q: (Folie 18) Welche Stichprobenergebnisse ergeben sich im Beispiel?
Gezogen wird eine Zufallsstichprobe mit:
n = 12
Ergebnis:
Stichprobenmittelwert \bar{x}=42
Die Frage:
Reicht dieses Ergebnis aus, um H₀ abzulehnen?
Q: (Folie 18) Wie ist die Verteilung der Stichprobenmittelwerte definiert?
Die Stichprobenmittelwerte sind normalverteilt:
Q: (Folie 19) Welche Prüfgröße wird beim z-Test verwendet?
Die Prüfgröße ist der z-Wert des Stichprobenmittelwerts:
Q: (Folie 19) Welche Verteilung besitzt die Prüfgröße des z-Tests unter H₀?
Q: (Folie 19) Wie wird über H₀ entschieden?
Prüfgröße berechnen.
Mit dem kritischen z-Wert vergleichen.
Liegt die Prüfgröße im Ablehnungsbereich:
➡️ H₀ ablehnen
Liegt sie außerhalb:
➡️ H₀ beibehalten
Q: (Folie 20) Wie wird die Prüfgröße im Lehrmethoden-Beispiel berechnet?
Einsetzen der Werte:
Q: (Folie 20) Welche zwei Möglichkeiten nennt die Vorlesung zur Bestimmung kritischer z-Werte?
Verteilungstabelle verwenden
R-Funktion qnorm() verwenden
Q: (Folie 21) Wozu dienen Verteilungstabellen oder qnorm()?
Sie liefern den kritischen z-Wert.
Dieser trennt:
Annahmebereich
Ablehnungsbereich
voneinander.
Q: (Folie 22) Welche zwei Wege führen zur Testentscheidung?
Es gibt zwei ergebnisäquivalente Vorgehensweisen:
Vergleich von:
empirischem z-Wert
kritischem z-Wert
p-Wert
Signifikanzniveau α
Q: (Folie 22) Wie lautet der kritische z-Wert im Beispiel?
Für:
\alpha=0,05
und einen einseitigen Test gilt:
z_{95\%}=1,65
Q: (Folie 22) Warum wird im Beispiel H₀ abgelehnt?
Empirischer z-Wert:
z=1,73
Kritischer z-Wert:
Da gilt:
1,73 > 1,65
liegt die Prüfgröße im Ablehnungsbereich.
➡️ H₀ wird abgelehnt.
Q: (Folie 23) Wann verwendet man einen zweiseitigen Test?
Wenn lediglich ein Unterschied vermutet wird, aber keine Richtung vorhergesagt wird.
Dann wird eine ungerichtete Hypothese geprüft.
Q: (Folie 23) Wie lauten H₀ und H₁ beim zweiseitigen Test?
Q: (Folie 24) Wie verteilt sich α bei einem zweiseitigen Test?
Das Signifikanzniveau wird auf beide Seiten verteilt:
Bei
entfallen:
0,025 links
0,025 rechts
Q: (Folie 24) Welche kritischen Werte gelten bei α = 0,05 für einen zweiseitigen Test?
Kritische Grenzen:
-1,96
+1,96
Außerhalb dieser Werte liegt der Ablehnungsbereich.
Q: (Folie 25) Welche Entscheidungsregel gilt beim zweiseitigen Test?
Q: (Folie 25) Welche Entscheidung ergibt sich im Beispiel bei einem zweiseitigen Test?
Kritischer Wert:
1,96
Da
1,73 < 1,96
gilt:
➡️ H₀ wird nicht abgelehnt.
Q: (Folie 25) Warum unterscheiden sich die Entscheidungen von einseitigem und zweiseitigem Test?
Beim zweiseitigen Test wird α auf beide Seiten verteilt.
Dadurch steigt der kritische Wert:
Einseitig: 1,65
Zweiseitig: 1,96
Der Ablehnungsbereich wird kleiner.
Q: (Folie 26) Wann muss die Alternativhypothese festgelegt werden?
Die Alternativhypothese muss:
vor der Untersuchung
und damit vor der Datenerhebung
festgelegt werden.
Sie darf nach Sichtung der Daten nicht verändert werden.
Q: (Folie 26) Welcher Test wird für gerichtete Hypothesen verwendet?
Für gerichtete Hypothesen wird ein
➡️ einseitiger Test
verwendet.
Q: (Folie 26) Welcher Test wird für ungerichtete Hypothesen verwendet?
Für ungerichtete Hypothesen wird ein
➡️ zweiseitiger Test
Q: (Folie 27) Wo liegt der Ablehnungsbereich bei einem einseitigen Test mit α = 0,05?
Der Ablehnungsbereich umfasst:
z > 1,65
Alle größeren Prüfgrößen führen zur Ablehnung von H₀.
Q: (Folie 27) Wo liegen die Ablehnungsbereiche bei einem zweiseitigen Test mit α = 0,05?
Die Ablehnungsbereiche liegen bei:
z < -1,96
z > 1,96
In beiden Randbereichen wird H₀ abgelehnt.
Q: (Folie 27) Wie unterscheidet sich die Verteilung von α beim einseitigen und zweiseitigen Test?
Einseitiger Test
gesamtes α liegt auf einer Seite
\alpha = 0,05
Zweiseitiger Test
α wird auf beide Seiten verteilt
\alpha/2 = 0,025
links und rechts.
Q: (Folie 28) Was ist die Grundidee eines p-Werts?
Der p-Wert gibt an:
wie wahrscheinlich das beobachtete Ergebnis
oder ein noch extremeres Ergebnis
unter Gültigkeit von H₀ wäre.
Q: (Folie 28) Wie lautet die Definition des p-Werts?
Der p-Wert ist die Wahrscheinlichkeit,
bei gültiger H₀,
einen mindestens so extremen Prüfgrößenwert zu erhalten wie den beobachteten.
Q: (Folie 28) Wie lautet die Entscheidungsregel mit p-Werten?
Wenn gilt:
p < \alpha
dann:
p \geq \alpha
➡️ H₀ nicht ablehnen
Q: (Folie 28) Welcher p-Wert ergibt sich im Lehrmethoden-Beispiel beim einseitigen Test?
Q: (Folie 28) Warum wird im Beispiel H₀ beim einseitigen Test abgelehnt?
Es gilt:
p=0,042
Da:
0,042 < 0,05
wird H₀ abgelehnt.
Q: (Folie 29) Wie wird der p-Wert beim zweiseitigen Test berechnet?
Q: (Folie 29) Warum verdoppelt sich der p-Wert beim zweiseitigen Test?
Weil beide Verteilungsenden berücksichtigt werden.
Der durch die Prüfgröße abgeschnittene Flächenanteil wird:
rechts berücksichtigt
und spiegelbildlich links ergänzt
Q: (Folie 29) Welche Entscheidung ergibt sich beim zweiseitigen Test?
p=0,084
0,084>0,05
wird H₀ nicht abgelehnt.
Q: (Folie 30) Führen p-Wert-Vergleich und kritischer Wert immer zur gleichen Entscheidung?
Ja.
Beide Verfahren sind:
ergebnisäquivalent
Sie liefern dieselbe Entscheidung über H₀.
Q: (Folie 30) Welche zwei gleichwertigen Entscheidungswege gibt es beim z-Test?
Vergleich des p-Werts mit α
Vergleich der Prüfgröße mit dem kritischen Wert
Beide führen zum gleichen Testergebnis.
Q: (Folie 31) Was bedeutet der p-Wert genau?
Q: (Folie 31) Was bedeutet der p-Wert ausdrücklich nicht?
Der p-Wert ist nicht
die Wahrscheinlichkeit,
dass H₀ wahr ist.
Q: (Folie 31) Was sagt ein signifikantes Ergebnis nicht aus?
Ein signifikantes Ergebnis sagt nichts über:
die Größe des Unterschieds
die Größe des Effekts
aus.
Statistische Signifikanz ≠ praktische Signifikanz
Q: (Folie 31) Was bedeutet ein nicht-signifikantes Ergebnis?
Ein nicht-signifikantes Ergebnis ist
kein Beleg dafür, dass H₀ richtig ist.
Q: (Folie 32) Warum wird Cohens d berechnet?
Cohens d liefert einen Eindruck von der
➡️ Größe des Mittelwertsunterschieds
also der Effektstärke.
Q: (Folie 32) Welche Grundidee steckt hinter Cohens d?
Der Effekt wird unabhängig von den ursprünglichen Messeinheiten beschrieben.
Als Einheit dient:
➡️ die Standardabweichung
Dadurch werden Effekte zwischen Studien vergleichbarer.
Q: (Folie 32) Wie lautet die Formel von Cohens d?
Q: (Folie 32) Wie interpretiert Cohen einen sehr kleinen Effekt?
d<0,2
➡️ Sehr geringer Effekt
Q: (Folie 32) Wann spricht Cohen von einem kleinen Effekt?
0,2<d<0,5
➡️ Geringer Effekt
Q: (Folie 32) Wann spricht Cohen von einem mittleren Effekt?
0,5<d<0,8
➡️ Mittlerer Effekt
Q: (Folie 32) Wann spricht Cohen von einem großen Effekt?
d>0,8
➡️ Großer Effekt
Q: (Folie 33) Welche Voraussetzung muss für den z-Test erfüllt sein?
Es wird eine Stichprobe aus einer Population gezogen,
deren Merkmal:
normalverteilt ist
und deren Varianz σ² bekannt ist
Q: (Folie 33) Wie lautet die Prüfgröße des z-Tests?
(Folie 33) Welche drei Testprobleme nennt die Vorlesung?
(Folie 33) Wann wird H₀ beim zweiseitigen Test abgelehnt?
(Folie 33) Wann wird H₀ beim rechtsseitigen Test abgelehnt?
(Folie 33) Wann wird H₀ beim linksseitigen Test abgelehnt?
(Folie 34) Welche kritischen Werte gelten für den einseitigen Test?
z_{0,95}=1,65
\alpha=0,01
z_{0,99}=2,33
(Folie 34) Welche kritischen Werte gelten für den zweiseitigen Test bei α = 0,05?
z_{0,025}=-1,96
z_{0,975}=1,96
(Folie 34) Welche kritischen Werte gelten für den zweiseitigen Test bei α = 0,01?
z_{0,005}=-2,58
z_{0,995}=2,58
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