Was sind Daten, was sind Informationen und was ist Content?
Daten sind objektive Beobachtungen ohne Werturteil.
Sobald Daten durch Bezugspunkte Sinn und Struktur erhalten, werden sie zu Informationen.
Content wiederum ist die mediale Repräsentation dieser Informationen (z. B. als XML, PDF, strukturiert oder unstrukturiert)
Was sind die Treiber, weshalb man CCMS einführt?
Inhaltliche Anforderungen: Die Anzahl der Produkte und Varianten steigt, gleichzeitig müssen Redundanzen und Inkonsistenzen vermieden werden. Zudem gibt es hohe Qualitätsforderungen (Verständlichkeit, Relevanz) und den Wunsch nach stärkerer Individualisierung.
Organisatorische Anforderungen: Informationen müssen "just-in-time" verteilt werden. Hinzu kommen enormer Kostendruck, der Zwang zur Effizienzsteigerung, Internationalisierung (Sprachenvielfalt/Lokalisierung) und die Einbindung externer Dienstleister.
Spart ein CCMS System sofort kosten und steigert die effizienz?
Nein. ein CCMS unterstützt nur.
Für eine sinnvolle Nutzung müssen Daten gut strukturiert und mit Metadaten versehen sein. Die Einführung ist erstmal Investitionsintensiv.
Was versteht man unter Single-Source-Publishing?
Unter Single Source Publishing versteht man einen Prozess, bei dem Inhalte einmalig als strukturierte und medienneutrale Daten (zum Beispiel in XML) erfasst werden.
Aus dieser Quelle heraus können die Inhalte dann je nach Zielgruppe oder Szenario individuell zusammengestellt werden.
Die eigentliche Publikation erfolgt automatisiert in unterschiedlichen Layouts und in verschiedenen Zielformaten (wie z. B. als PDF oder HTML), ohne dass der Text dafür neu geschrieben oder manuell umformatiert werden muss.
Was sind die Vor-/Nachteile von Single-Source-Publishing?
Vorteile:
Duplikate und Redundanzen werden vermieden,
Konsistenz über alle Publikationen
die Flexibilität bei der Ausgabe steigt enorm
Einfache Variantenbildung
Kosten- und Zeitersparnis durch Wiederverwendung (Reuse)
Nachteile/Herausforderungen:
Die Einführung ist sehr investitionsintensiv.
erfordert andere Arbeitsweise und ein wesentlich höheres Abstraktionsvermögen, da der Text beim Schreiben vom finalen Layout entkoppelt ist.
Wie setzt sich Content zusammen und wie kann man die Strukturierungsgrade von Content unterscheiden?
Content setzt sich zusammen aus dem reinen Inhalt, der Struktur (intern und extern), Formatierung, Layout und dem Trägermedium.
Strukturierungsgrade:
Unstrukturierter Content: Inhalt und Struktur sind nicht ersichtlich (z. B. binäre Medienobjekte).
Schwach strukturierter Content: Besitzt zwar Layout und Metadaten, ist aber nicht standardisiert.
Strukturierter Content (Ziel im CCMS): Besitzt eine klare hierarchische Struktur und ein standardisiertes Layout.
Was bedeutet Topicorientierung?
Früher dachte man in großen, statischen Dokumenten. Heute arbeitet man topicorientiert mit kleinen Informationseinheiten, die spezifische Bedeutungen haben (z. B. ein Warnhinweis oder eine Ausrüstungsliste) und je nach Zielgruppe dynamisch zusammengesetzt werden.
Welche Modulierungsansätze gibt es?
Bottom-up: Man startet bei bestehenden Dokumenten, analysiert diese, standardisiert und klassifiziert sie, um daraus ein Modularisierungs- und Metadatenkonzept zu entwickeln.
Top-down: Man leitet die Modulgrößen und -arten aus übergeordneten Vorgaben ab, wie z. B. der Unternehmensstrategie, bestehenden Normen oder theoretischen Informationsmodellen.
In der Praxis: Eine Mischung aus beiden Ansätzen!
Was sind die Kriterien eines Topics? Bzw. wann ist ein Modul wirklich ein Topic?
Es muss
in sich kohärent (inhaltlich geschlossen),
informativ,
situativ (relevant im aktuellen Handlungskontext),
kohäsiv (sprachliche Mittel verweisen nicht aus dem Textbaustein heraus),
intertextuell (anschlussfähig an andere Topics) sein
Nenne die konkreten Schritte zu Modularisierung
Texte analysieren
Module klassifizieren
Die innere Struktur der Module festlegen
Module erfassen und editieren
Informationsprodukte aus diesen Modulen aufbauen
Verweise zwischen den Inhalten erstellen
Informationsprodukte konvertieren (publizieren)
Usability-Tests durchführen und einen Redaktionsleitfaden erstellen.
Wie verhält sich die Modulgröße im Hinblick auf Flexibilität/Wiederverwendung/Komplexität/Verwaltungsaufwand und Redundanz
Variantensammlung: Erkläre Theorie und Umsetzung in Cosima
Theorie: Alle Inhalte für alle Varianten befinden sich in einem großen "Maximaldokument".
Die Aussteuerung der Varianten geschieht rein über das Ein- und Ausblenden bestimmter Passagen.
Dieser Ansatz lohnt sich nur bei einer überschaubaren Variantenzahl, da er bei zu vielen Varianten unübersichtlich wird.
Umsetzung in Cosima: Sie nutzen hier sogenannte Gültigkeiten.
XML-Elementen im Text werden Gültigkeiten zugewiesen (z. B. Gültigkeit nur für Variante A).
Im Editor erkennen Sie diese durch einen grünen Rahmen um den Inhalt sowie Start- und Ende-Tags.
Über ein Publikationsprofil filtern Sie beim Erzeugen des Dokuments dann die passenden Inhalte heraus.
Reuse-Pool: Erkläre Theorie und Umsetzung in Cosima
=Wiederverwendung durch Referenzierung
Theorie: Eigenständige Inhaltsbausteine (Module) werden zentral in einem Pool gespeichert und bei Bedarf in das Zieldokument eingebunden (referenziert).
Ändert man das Modul im Pool, wird die Änderung für alle Dokumente übernommen, die dieses Modul nutzen.
Dies sorgt für extrem hohe Konsistenz und senkt Wartungskosten.
Umsetzung in Cosima: Module (oft vom Typ <block>) werden in das Dokument eingefügt, fungieren dort aber nur als Verknüpfung.
<block>
Sie fügen das Objekt entweder per Drag & Drop aus dem Navigator oder über Suchen-Dialoge in ein -ref Element (Reference) ein.
-ref
Diese referenzierten Bausteine erkennen Sie im Editor an einem blauen Rahmen.
Über das System können Sie Verwendungsnachweise aufrufen, um zu prüfen, in welchen Anleitungen ein Baustein steckt, und die Referenzen bei Anpassungen aktualisieren.
Fragmentierter Reuse: Erkläre Theorie und Umsetzung in Cosima
Theorie: Kombination aus Reuse-Pool und Variantensammlung.
Sie referenzieren Module aus einem Pool, aber wenn es kleinste Abweichungen gibt (z. B. gleicher Warnhinweis, aber andere Werkzeugangabe), steuern Sie diese feingranularen Unterschiede innerhalb des Moduls oder Dokuments zusätzlich über Gültigkeiten.
Umsetzung in Cosima: Sie binden Blöcke via Referenz ein und vergeben innerhalb der Blöcke auf kleinste Elemente (z. B. einzelne Listenpunkte oder Absätze) Gültigkeiten. Zudem verknüpfen Sie hier oft noch "Textvariablen"
Textvariablen: Erkläre Theorie und Umsetzung in Cosima
Theorie: Für kleinste Fragmente, die sich je nach Variante ändern (meistens Bezeichnungen wie der exakte Produktname oder eine Maßangabe), ohne dass ein eigener Textbaustein Sinn ergeben würde.
Umsetzung in Cosima: Eine Textvariable wird als eigenständiges Objekt angelegt und mit Inhalten gefüllt.
Im Text wird sie wie ein normales Inline-Element (z. B. innerhalb eines <p>-Tags) verlinkt. Sie ordnen der Variable dann verschiedene Produktvarianten zu.
<p>
Beim Publizieren zieht sich das System automatisch den Text, der zum gewählten Publikationsprofil passt.
Warum benötigt man Variantenbildung in der TD?
Produktvarianten
Unterschiedliche Zielgruppen
unterschiedliche Märkte
Sprachen und lokalisierungen
…….
Worin unterscheiden sich Dokumentenzentrierung und Topicorientierung?
Bei Dokumentenzentrierung: Generische Modellierung (Gliederungs- bzw. Layout-orientiert)
Bei Topicorientierung: Semantische Modellierung (strikt inhaltsorientiert)
Beschreibe die Grobstruktur in CosimaGo
Beschreibe die grobe Struktur eines Chapters in CosimaGo
Beschreibe beispielhaft die Struktur eines paragraphs in CosimaGo
Beschreibe beispielhaft die Struktur eines Blocks in CosimaGo
Was sind Metadaten?
Metadaten sind im Kern „Daten über Daten“. Sie fungieren als Attribute, die eine Information näher beschreiben und ihr spezifische Eigenschaften zuweisen.
Was ist der unterschied zwischen Metadatenklassen und Metadatenwerten?
Metadatenklassen: Dies sind die übergeordneten, typisierten Bereiche oder Kategorien, die beschreiben, worum es geht (z. B. die Klasse „Zielgruppe“ oder „Komponente“).
Metadatenwerte: Dies sind die konkreten, spezifischen Ausprägungen, die eine Metadatenklasse annehmen kann (z. B. der Wert „Servicetechniker“ für die Klasse Zielgruppe, oder „Pumpe“ für die Komponente).
Warum werden Metadaten benötigt?
Suchen und Finden: Sie machen Module im System auffindbar.
Wiederverwendung und Variantenbildung: Sie sind zwingend nötig, um Topics automatisch wiederzuverwenden und Varianten (z. B. über Gültigkeiten) auszusteuern.
Automatisierte Aggregation: Sie ermöglichen es, Informationsprodukte teil- oder vollautomatisiert zusammenzustellen, beispielsweise durch die Kopplung mit einer Stückliste.
Publikation: In Content Delivery Portalen bilden Metadaten die Basis für die sogenannte facettierte Suche (Filterung für den Endkunden).
Workflow-Optimierung: Sie steuern redaktionelle Abläufe, ermöglichen Trackings und Reportings.
Welche Arten von Metadaten gibt es hinsichtlich Zielgruppe?
Deskriptive Metadaten: Diese orientieren sich am Nutzer und helfen beim Auffinden eines fertigen Dokuments (ähnlich wie im Bibliothekswesen: Titel, Autor, Erscheinungsjahr, Thema).
Komponenten-bezogene Metadaten: Diese sind viel feingranularer und existieren auf Ebene einzelner Topics oder Fragmente. Sie dienen vor allem den Redakteur*innen im Erstellungsprozess, um Module zu finden und nachzuverfolgen.
Was versteht man unter PI-Klassifikation?
eine zentrale, systemunabhängige Methode, um Metadaten logisch zu strukturieren. Sie teilt Metadaten in einer Matrix auf:
Produktbezogen vs. Informationsbezogen: Bezieht sich das Metadatum auf das Produkt (z. B. ein Motor) oder auf die Art der Information (z. B. eine Wartungstabelle)?.
Intrinsisch vs. Extrinsisch:
Intrinsisch macht eine direkte Aussage über den Inhalt des Moduls selbst (z. B. das konkrete Bauteil „Dachventilator“ oder die Informationsart „Technische Daten“).
Extrinsisch beschreibt die Verwendung des Moduls von außen (z. B. zu welcher Produktfamilie/Baureihe es gehört, für welche Zielgruppe es gedacht ist oder in welcher Sprache es vorliegt).
Beispiel:
Woher bekommt man die Metadaten?
Man muss sich z.B. an folgendem Orientieren:
Produktkataloge und Ersatzteilkataloge
Unternehmens-Webseiten (z. B. wie Produkte, Dienstleistungen oder Services dort strukturiert sind)
Bestehende Klassifikationen in Dokumentenablagen oder IT-Systemen (wie beispielsweise Sharepoint oder SAP)
Die Organisationsstruktur des Unternehmens, indem man sich an Abteilungen wie dem Vertrieb, dem Marketing oder der Produktentwicklung orientiert
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