Beschreibe den allgemeinen Knochenaufbau
Trabekulärer Knochen: 20%
Metabolisch aktiv
Mechanische Stärke
Corticaler Knochen 80%
Schutz
Knochenmatrix
Zelluläre Bestandteile: Osteozyten, Osteoblasten, Osteoklasten
woraus setzt sich die Knochenmasse zusammen?
50% Ca-Phosphat: hauptsächliche Hydroxylapatit enormer Ca-Speicher (1kg)
50% organische Matrix-Osteoid: Kollagenlamellen mit Pyridinolin-Crosslinks, Osteocalcin
Vitamin D/Parathormon/Calcitonin —> Turnover (Osteoklasten, Osteoblasten) —> 700mg Ca/d umgesetzt —> Regulation extrazellulärer Calcium-Konzentration
EZF: 2.5mM (1.25mM frei)
15L/70kg KG
—> 1.5g Ca2+ in EZF
was ist der Knochenturnover?
= ständiger Auf- und Abbau von Knochengewebe
Beteiligte Zellen: Osteoklasten, Osteoblasten, Osteozyten
Was machen die Osteoklasten?
= Knochenabbau
Bauen alte oder geschädigte Knochensubstanz ab
Lösen Mineralien (Calcium, Phosphat) aus dem Knochen
Schaffen kleine Resorptionslakunen
Was machen die Osteoblasten?
= Knochenaufbau
Bilden neue Knochenmatrix (Osteoid)
Sorgen für Mineralisation mit Calcium und Phosphat
Füllen die zuvor abgebauten Bereiche wieder auf
Was machen die Osteozyten?
= Steuerzellen
In kalzifizierten Lacunen eingebaute Osteoblasten
Fortsätze bilden Netzwerk in Canaliculi
Mechanosensoren: dirigieren Bone-Remodeling
Beschreibe den Ablauf des Knochturnovers
Aktivierung: Signal zum Umbau (Mikroverletzung oder Belastungsänderung)
Resorption: Osteoklasten bauen Knochen ab
Umkehrphase: Osteoklasten verschwinden, Osteoblasten werden aktiviert
Formation: Osteoblasten bilden neues Osteoid
Mineralisation: Einlagerung von Calium und Phosphat, neuer belastbarer Knochen entsteht
—> Einflussfaktoren: körperliche Aktivität, genetische Faktoren, Ernährung
Wie lauten die Laborparameter für den Knochenturnover?
Parathormon
Abbaumarker (Osteoklasten): saure Phosphatase (TRAP), Hydroxyprolin, Type 1 Collagen C-telopeptide
Aufbaumarker (Osteoblasten): knochenspezifische alk. Phosphatase, Osteocalcin, Kollagenpropeptide (P1NP)
Wie funktioniert die hormonelle Steuerung des Knochenturnovers?
Was ist das Knochenremodelling?
Verschiedene Phasen der Knochenmineralisation
Primäre und sekundäre Phase der Mineralisation
Junger (frischer) Knochen unvollständiger mineralisiert als älterer Knochen
zu unterscheiden:
Dichte: Bone mineral density (BMD, densiometrisch gemessen)
Knochenmasse: Bone tissue mass
BMD kann zunehmen durch:
Langfristigere Mineralisierung (Antiresorptiva)
Zunahme der Knochenmasse (Knochenanabolika)
Beide Prozesse
Beschreibe das Regulationssystem der Osteoklasten
Beteiligte Moleküle:
RANK: Rezeptor auf den Vorläuferzellen der Osteoklsten
RANKL: RANK Ligand, wird hauptsächlich von Osteoblasten produziert
OPG (Osteoprotegerin): Köder Rezeptor, wird ebenfalls von Osteoblasten gebildet
Ablauf: ohne OPG: RANKL bindet an RANK
RANKL + RANK
Osteoklasten-Reifung
Mehr Osteoklasten
Mehr Knochenabbau
Mit OPG: OPG fängt RANKL ab:
RANKL + OPG
Kein Kontakt zu RANK
Keine Osteoklastenaktivierung
Weniger Knochenabbau
—> RANKL aktiviert Osteoklasten
—> OPG blockiert RANKL
In wie werit hängt die RANKL Expression mit Östrogen zusammen?
östrogen-Reduktion steigert RANKL Expression
Normale Situation: Östrogene fördern OPG Produktion, senken RANKL Produktion
—> weniger Osteoklasten —> weniger Knochenabbau
Östrogen fällt nach Menopause ab:
—> Weniger Östrogen —> weniger OPG —> mehr RANKL —> mehr Osteoklasten —> mehr Knochenresorption
RANKL nimmt ebenfalls durch PTH, Glucocorticoide und TNF-a zu
Wichtig weil: Knochenmasse nimmt jährlich ab: besonders betroffen sind Wirbelkörper, Schenkelhals, distaler Radius
Postmenopausale Osteoporose entsteht hauptsächlich durch zu viel Osteoklastenaktivität
Wie lauten die 2 Gruppen an knochenwirksamen AM?
Antiresorptiva. hemmen Osteoklastenaktivität
Knochenanabolika: fördern Knochenaufbau (=Osteoanabolika)
Nenne 3 Antiresorptiva und 2 Knochenanabolika
Antiresorptiva: Bisphosphonate, Denosozumab, SERMs
Knochenanabolika: Teriparatid/Abaloparatid, Romosozumab
Beschreibe den Calciumhaushalt
Darm: Vitamin D steigert die Calcium Aufnahme aus Nahrung ins Blut
Niere: Parathormon steigert die Calciumrückresorption (weniger geht verloren), Parathormon aktiviert zusätzlich Vitamin D
Knochen: Parathormon aktiviert indirekt Osteoklasten, Calciumfreisetzung aus Knochen —> Blut
Schilddrüse: Calcitonin hemmt die Osteoklasten —> weniger Knochenabbau (therapeutisch kaum noch wichtig)
Ca2+: tägliche Aufnahme in Nahrung 0,4-1,6g —> 90% in Stuhl, 10% in Harn
Welche Hormone sind am Calciumstoffwechsel beteiligt?
Parathormon: rasche Steigerung von Plasma Ca
Calcitonin: rasche Senkung, nur transient
Calcitriol (Vit. D3): Steigerung
Corticosteroide
T3, T4
Östrogene
—> Calcitriol kann ei Ca2+ und/oder Phosphatmangel auch Ca aus dem Knochen mobilisieren
—> PTH-Freisetzung gesteuert durch Ca2+ Wirkung an einem „Calcium-Sensing-Receptor“ (7-Helixrezeptor)
—> PTH-Rezeptor: ebenfalls 7 Helixrezeptor
Nenne Ursachen und Symptome von Hyper/Hypocalciämie
Ursachen: häufig durch Störungen der Nierenfunktion, PTH-Sekretion, Knochenmetastasen
Symptome: hauptsächlich Störungen der Erregbarkeit/Funktion von Muskel und ZNS
Was ist Hyperparathyreoidismus?
Ursachen:
Primär: Adenome (meistens)
Sekundär: zB. Ca- und Vitamin D Mangel, Hyperphosphatämie bei chronischer Niereninsuffizienz
Charakteristische Ossifizierungsveränderungen, gesteigerte Osteolyse, Osteopenie
Vermehrtes Osteoid, Knochenmarksfibrose, Osteoklasten
Was ist Osteomalazie?
Mineralisationsstörung neuer Knochenmatrix (bei erhaltener Knochenmasse)
Erhöhung der Frakturhäufigkeit
Knochenverformung
Juvenile Osteomalazie (Rachitis)
Wichtigste Ursache: Vitamin D Mangel/Resistenz (Diät, Malabsorption)
Was ist Morbus Paget?
(Osteitis deformans)
Meist unklare Ursache (genetische, virale Faktoren)
Exzessiver fokaler Knochenturnover
Instabile Knochenmatrix
Knochenmarksfibrose
Knochenschmerzen, Deformierungen
Beschreibe die Osteoporose
Diffuse Abnahme der Knochendichte und Stabilität aufgrund erhöhter Knochenresorption und/oder verminderter Knochenbildung mit erhöhtem Frakturrisiko
Prävalenz in Österreich: 6% in Altersgruppe 50+ (4x häufiger Frauen), häufigste Knochenerkrankung
Störung der Knochenarchitektur mit Abnahme der Knochenmasse
Vorhandener Knochen normal mineralisiert
Major osteoporotic fractures (MOF) ca:
50% vertebrale Frakturen
25% Schenkelhalsfrakturen (proximale Femurfraktur)
Weiters: distale Unterarmfraktur (va. Radius), proximale Oberarmfraktur (Humerus)
In Ö 600/100.000 SH-Frakturen bei Frauen jährlich
BEschreibe die Diagnostik zur Erkennung einer Osteoporose
Basisdiagnostik:
Anamnese und Risikoerfassung
Klinische Untersuchung
Densiometrie
Röntgen
Laborbefunde
Knochendichte:
T-Score : SD von jungen erwachsenen Frauen (Knochendichtewert am Gesamtfemur)
Osteopenie: T-Score <1-2,5
Osteoporose: T-Score 0 <= 2,5 + eine oder mehrere nicht-traumatische Frakturen
Densiometrie (DXA) oder quantitative CT: auch bedeutsam für Therapieentscheidung
Röntgen: Feststellung bereits erfolgter Frakturen
Labor: Calcium, Phosphat, Nierenfunktion, TSH, BSG/CRP, Knochenresorptionsparameter, Vitamin D Status
Was sind die Indikationen für eine Osteoporose Basisdiagnostik?
Bei Vorliegen einer ärztlich als relevant erachteten Frakturrisikokonstellation bei
Postmenopausalen Frauen
Männern ab 50 Jahren
Entsprechend hohem individuellen Risikofaktorenprofil schon bei <50 Jahren
Ab dem 70. Lebensjahr
Was sind die Risikofaktoren für Osteoporose?
Risiko ergibt sich hauptsächlich aus Alter + Geschlecht + BMI + zusätzliche Risikofaktoren
Vorangegangene nicht-traumatische Frakturen (Hüfte/Wirbelkörper, andere nicht-vertebrale)
Endokrine
DM
Primärer Hyperparathyreoidismus
Cushing Syndrom
Wachstumshormonmangel
Homonablative Therapie
Autoimmunerkrankungen (auch Zöliakie)
Erkrankungen/Therapien mit erhöhtem Sturzrisiko
BMI<15-20kg/m^2
Alkohol, Rauchen
Arzneitherapie: orale Glucocorticoide, Aromatasehemmer, PPI (?)
Bei entsprechend hohem individuellen Risikofaktorenprofil schon bei <50 Jahren
Wie wird die spezifische Arzneitherapie indiziert?
Therapieschwelle stützt sich auf Frakturrisikoberechnung
Risikorechner
FRAX (10 Jahre)
DVO-Risikomodell 2023 (3 Jahre)
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