Nach der Französichen Revolution 1789 herrschte die Hoffnung auf Veränderung, Freiheit und Mitbestimmung. Nach den napoleonischen Kriegen beschloss der Wiener Kongress 1815 jedoch die Rückkehr zur absolutistischen Ordnung und den Verhältnissen der Ständegesellschaften wie sie vor der Franz. Rev. herrschten. Dafür ging man mit voller Härte gegen diejenigen an, die für soziale und nationale Veränderungen eintraten. Das waren bspw. die Studenten und Burschenschafter.
Nach einem Attentat 1819 auf den Generalkonsul August von Kotzebue greifen die Karlsbader Beschlüsse massiv ins kulturelle Leben ein. Die “Central-Untersuchungs-Commission” soll revolutionäre Umtriebe im Universitätsmilieu aufspüren, Studenten, Professoren usw erleben massive politische Verfolgung, Berufsverbot oder Haft. Die Presse wird stark zensiert- zumindest alle Druckerzeugnisse unter 320 Seiten (Zeitungen, Zeitschriften, kürzere Monografien, …). Zusätzlich gibt es ein staatliches Vetorecht für die Besetzung von Redakteursstellen.
Viele Verlage verlegen ihre Arbeit ins Ausland oder versuchen über die Seitenanzahl von 320 Seiten zu kommen.
Später werden auch per Nachzensur schon gedruckte Schriften verboten.
Das Junge Deutschland prägt nach der Pariser Julirevolution 1830 den liberalen Oppositionsdiskurs der Literatur. Das heißt, sie werden zum Sprachrohr liberaler, bürgerlicher Ideen und sind gegen bestehende Herrschaftsverhältnisse- gegen Zensur, Fürstenwillkür ( —> Flickenteppich, Deutscher Bund), Feudalismus (gesellschaftliche Ordnung —> Vergabe von Land und Rechten von Monarchen und Hochadel) oder restuarative Politik.
Als geeinte Gruppierung erscheint das Junge Deutschland allerdings erst durch ihr Verbot! 1835 wird ein Publikationsverbot gegen Karl Gutzkow, Heinrich Laube, Ludolf Wienbarg, Theodor Mundt und Heinrich Heine ausgesprochen. Dadurch wurde suggeriert, dass hier eine feste Gruppe existiere- tatsächlich war dies eher eine lose Verbindung von Autoren mit ähnlichen Interessen.
Das Junge Deutschland will eine Literaturrevolution: alte Systeme und Normen sollen eingerissen werden (das beinhaltet Stilfragen aber auch die Differenzierung zwischen “hoher” und “niedriger” Literatur). Sie kritisieren althergebrachte Ästhetiken der Goeth´schen Kunstperiode diskutieren über das politische Potenzial journalistischer Texte. Auf Grund der Zensur entstehen Organe die als Camouflage dienen um Anliegen zu kommunizieren: Forum der Journal-Literatur, Zeitung für elegante Welt, Literarischer Zodiacus. Aber auch Novellen und Romane entstehen. “Wally die Zweiflerin” von Karl Gutzkow löst dabei das Verbot des Jungen Deutschlands aus.
Literatur ist im Verständnis der Autoren von den unmittelbaren Lebensumständen geprägt, setzt sich mit ihnen auseinander und greift so in das zeitgenössische Leben ein. Sie ist sowohl ästhetisch wie auch politisch. Moderne Literatur macht mehr als das mimetische Darstellen von Handlungen oder der Welt. Sie engagiert sich und liefert Antworten.
Büchner meint, dass Revolution nicht nur durch gedruckte Worte sondern durch handfeste Taten erfolgen kann. Um Zustände zu verändern brauche es reale Gewalt. Er gründet die “Gesellschaft für Menschenrechte” und ist weitaus sozialrevolutionärer ausgerichtet als das Junge Deutschland. Nach der Pariser Julirevolution beginnt er zu schreiben und sieht dies als politische Aufklärungsarbeit für bspw auch die Landbevölkerung. So fordert die Flugschrift “Der Hessische Landbote” Bauern und Handwerker auf, sich für den Aufstand zu rüsten. FRIEDE DEN HÜTTEN! KRIEG DEN PALÄSTEN!
—> Er wird gesucht und flieht nach Straßburg
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