Was ist der Visus?
Visus (Sehschärfe)
– Fähigkeit, zwei Objektpunkte als getrennt wahrnehmen zu können
– Fernvisus / Nahvisus
– Die Sehschärfe wird mit Korrekturhilfen (Brillen, Kontaktlinsen)
– Norm-Visuswert: 1,0
Der Visus gibt an, wie scharf eine Person sieht. Gemessen wird er meist mit einer Sehtafel (den Buchstaben oder Ringen beim Augenarzt).
Ein Visus von 1,0 bedeutet:
normales Sehvermögen (100 % Sehschärfe)
Die Person erkennt ein Detail aus der Entfernung, aus der es auch eine normalsichtige Person erkennen sollte.
Istentfernung/ Soll entfernung =Visus
Was sind weitere medizinische Überprüfungen des Sehsinns?
– Gesichtsfeldprüfung (Perimetrie)
– Prüfung der Kontrastempfindlichkeit
– Untersuchung des Farbensehens
– Untersuchung der Dunkeladaptation
– Untersuchung der Augenmotorik (Motilität)
– Messung des Augeninnendruckes
– Elektrophysiologische Untersuchungen (Reizweiterleitung: Schädigungen
an den Sehbahnen oder am Sehnerv)
Wie werden die veschiednen Arten von Sehschädigung sozialrechtlich definiert?
Sehbehinderung: ≤ 0,3 bis ausschl. 0,05 Visus
nach ICD 10: moderate Sehbehinderung ≤ 0,3 bis 0,1
≤ 0,1 bis 0,05 schwere SH
hochgradige Sehbehinderung: ≤ 0,05 bis 0,02 Visus
Blindheit: ≤ 0,02
Wie umfasst das Faktorenmodell nach A.L Corn das Funktionale Sehvermögen?
Würfel mit 3 beschrifteten Würfelflächen:
1. Visuelle Fähigkeiten:
• Sehschärfe
• Gesichtsfeld
• Motilität
• Hirnfunktionen
• Licht- und Farbaufnahme
2. Individuelle Voraussetzungen:
• Kognition
• Sensorische Entwicklung und
Integration
• Wahrnehmung
• Psychische Konstitution
• Physische Konstitution
3. Visuelle Außenreize:
• Farbe
• Kontrast
• Zeit
• Raum
• Beleuchtung
Was ist der Katarakt für eine Sehschädigung?
Katarakt (Grauer Star)
• Linsentrübung
• Folgen:
o Visus-Minderung (bis zu Erblindung)
• Ursachen:
o Vererbung,
o Stoffwechselstörung,
o Virusinfektion während der Schwangerschaft (Virus-Embryopathie),
o Alterungsprozesse der Linseneiweiße
Was versteht man unter einem Glaukom?
Glaukom (Grüner Star)
• Krankhafte Erhöhung des Augeninnendruckes (z.B. bei behindertem Abfluss des
Kammerwassers)
o Sehnervschädigungen
o Gesichtsfeldausfälle
o Erblindung bei ausbleibender Behandlung
o Angeboren
o Sekundär als Folge anderer Augenerkrankungen (Entzündungen, Unfälle,
Operationen etc.)
Was versteht man unter einer Retinopathia pigmentosa?
• Degeneration der Netzhaut (peripher beginnend und zentral fortschreitend)
Zunächst eingeschränktes Dämmerungssehen
Später Röhrengesichtsfeld, Erblindung
• Ursachen: Vererbung
Was ist eine Makuladegeneration?
Netzhautschädigungen im zentralen Bereich (Makula); peripheres Sehen bleibt
erhalten
Zentralskotom (zentraler Gesichtsfeldausfall)
Visusminderung
Ursachen:
Altersbedingte Makuladegeneration
Starke Kurzsichtigkeit
Juvenile Formen (ausgelöst durch verschiedene Augenerkrankungen
Was ist eine CVI?
Cerebral Visual Impairment
• zentrale Schädigung der visuellen Reizverarbeitung: Das Gehirn erhält visuelle Reize, kann diesen jedoch keine oder nur lückenhaft eine visuelle Bedeutung zuschreiben
• visuelle Einschränkung kann durch den okulären morphologischen Befund nicht
erklärt werden
• auch in Verbindung mit Mehrfachbeeinträchtigungen (zerebrale Schädigungen)
möglich; viele Bereiche des Gehirns sind direkt oder indirekt an visueller Wahrnehmung beteiligt
Welche Inhaltsbereiche umfasst die Didaktik?
Didaktik umfasst demnach (vgl. auch Klafki 1996, 92 f.):
einen intentionalen Bereich: Ziele, Inhalte
einen methodisch-prozessual-organisatorischen Bereich:
Unterrichtsgliederung, Vermittlungs- und Erarbeitungsformen,
Unterrichtsmethoden, Sozialformen
einen medialen Bereich: Lehr-Lernmittel, Hilfsmittel, sachliche und
personale Lernumgebung
Aus welchen Elementen besteht das didaktische Achteck?
• Eckpunkte:
Lehrende:r
Lernende:r (Schüler:in)
Sache (Inhalt, Thema)
Medien
Gesellschaftlicher Rahmen
• Beziehungen:
Lehrperson – Inhalt: Lehrkompetenz
Schüler:in – Inhalt: Lernkompetenz
Lehrperson – Schüler:in: Pädagogischer Bezug
Wie beschreibt Klafki das Verhältnis zwischen Methodik udn Didaktik?
Verhältnis zwischen Methodik und Didaktik
Klafki:
• Primat der Didaktik bzw. Primat der Zielsetzungen: Methodische Erwägungen setzen didaktische voraus:
die Reflexion der Bildungsinhalte ist die Grundlage
aller weiteren Überlegungen; die Wahl der Unterrichtsmethode ist von der
inhaltlichen Begründung abhängig
• Teildisziplin der Didaktik: wechselseitiges bzw. ergänzendes Verhältnis
Was umfasst Klafkis Bildungstheoretische Didaktik?
• Kategoriale Bildung
Materiale Bildung: Bildungsinhalte, „Wissen“
Formale Bildung: Entfaltung persönlicher Kräfte (auch: Förderung von
Motorik, Wahrnehmung etc.)
• Kategoriale Bildung verbindet materiale und formale Bildung: Wissen muss lebensbedeutsam sein
Was umfasst die Didaktische Analyse nach Klafki?
Didaktische Analyse nach Wolfgang Klafki (Auswahl von Unterrichtsinhalten)
Exemplarische Bedeutung
Gegenwartsbedeutung
Zukunftsbedeutung
Struktur des Inhalts
Zugänglichkeit
Was beschreibt das Berliner Modell?
Strukturanalyse:
Entscheidungsfelder: Intention, Inhalt, Methode, Medium
Bedingungsfelder: anthropogene Bedingungen, soziale, situative und
kulturelle Bedingungen
• Faktorenanalyse
• Ideologiekritik etc.
Wie ist der derzeitige Stand der Iklusion?
• Gesamtanzahl: 9.529 Schüler/innen („Förderbedarf Sehen“)
• 4.638 (48,7%)der blinden und sehbehinderten Schüler:innen an spezifischen Förderschulen und
4.891 (51,3%) an allgemeinen Schulen (2003: 76,8% zu 23,2%)
Wie ist die Inklusionspraxis in Deutschland?
Inklusion an Regelschulen ist in allen Bundesländern grundsätzlich etabliert: große Unterschiede
bzgl. der Integrationsquoten
• Mit Ausnahme Schleswig-Holsteins in allen Bundesländern eigene Schulen mit
Förderschwerpunkt Sehen mit eigenen Schulbereich und Inklusionsangebot (große Unterschiede
bzgl. Ressourcen)
• „Inverse Inklusion“ an manchen Standorten (z.B. Nürnberg, Würzburg, Unterschleißheim,
Stuttgart, Marburg): Öffnung für Schüler:innen ohne sonderpäd. Förderbedarf
• Herausforderung: blinden- und sehbehindertenspezifische Unterstützung
mehrfachbeeinträchtigter sehgeschädigter Kinder und Jugendlicher
Was sind Didaktische Notwendigkeiten?
• Modell einer Didaktik des Unterrichts mit blinden und sehbehinderten Schüler:innen (Lang 2017)
Voraussetzung für Inklusion: Anschlussfähigkeit an die allgemeine Didaktik und an andere sonderpädagogische Didaktiken
Ziel: Aufzeigen eines Handlungsrahmens für notwendige Individualentscheidungen
• Spezifische Didaktik bedeutet mehr als die Versorgung mit Hilfsmitteln und Medien
Methodik: Didaktische Umsetzungen spezifischer Ziele und Inhalte
Wie lässt sich eine schriftliche Division in Brailleschrift durchführen?
Wie wird ein Tafelanschrieb zugänglich?Analyse von Lese- und Schreibfehlern?Wie lässt sich im Sportunterricht der Weitsprung durchführen? Wie lässt sich eine spezifische Tastförderung (z.B. in Hinblick auf das Braillelesen) gestalten?
Wie erfolgt die Gesprächssteuerung im Unterricht?
Enge Kooperation zwischen sonderpädagogischer und allgemeiner Lehrkraft
Methodische oder raumgestalterische Vorgehensweisen (z.B. handlungsorientierter Unterrichts;
klare Strukturierung des Arbeitsplatzes) erweisen sich als Lernhilfe für alle
Was ist das Risiko bei inklusivhelfenden Assistenzkräften?
Assistenzkraft
• Aufgabenbereiche und Zuständigkeiten
• Qualifizierung / Fortbildung
• Individuelle Notwendigkeit?
Gefahren:
• Inklusionsmaßnahmen werden auf das Bereitstellen individueller Begleitpersonen reduziert und
qualifizierte sonderpädagogische Ressourcen zurückgefahren.
• Negative Auswirkungen auf die soziale Integration, auf die Selbstständigkeit etc.
Was sind Ziesetzungen für inklusiv beschulte blinde/sehbehnderte Kinder?
• Erarbeitung spezifischer Inhalte (gemäß dem „Spezifischen Curriculum“)
• Brailleschriftsysteme: insbesondere Kurzschrift, Mathematikschrift
• Computernutzung ohne Maus
• Bewerbungstraining
• Umgang mit Hilfsmitteln (z.B. Bildschirmlesegerät, Lupen)
• Soziales Lernen
• …
Kontakt zu anderen blinden und sehbehinderten Schülerinnen und Schülern; Peer-tutoring
Was sind verantwortungsbereich der allgemeinen Schule?
• Schulträger sind Kostenträger (Lehrmittel, Raumausstattung, Beleuchtungssituation im
Schulgebäude und im Klassenzimmer etc.)
• Umsetzung eines barrierearmen Unterrichts („Universal Design for Learning“) mit Hilfe blinden-
und sehbehindertenspezifischer Unterstützung
• Gewährleistung eines individuellen Nachteilsausgleichs
o Hilfsmittelverwendung bei Prüfungen
o Aufgabenpräsentation (z.B. digital)
o Zeitzugaben
Was sind Low Vision Maßnahmen?
• Vergrößerung
• Verbesserung von Kontrasten
• Reduzierung von Komplexität
• Platzierung
Was gibt es für optische Hilfsmittel im Nahbereich?
Nahbereich:
• Lupen: z.B. Visolett-Lupe (mit Hellfeld)
Geeignet für sehbehinderte Kinder und Jugendliche mit noch hoher
Akkomodationsfähigkeit
Einfache Handhabung
Vergrößerung (incl. Annäherung) bis ca. 6fachProf. Dr. Markus Lang / PH Heidelberg 2
Lupenbrille:
Einfache Handhabung (Hände sind frei)
Großes Sehfeld (gute Übersicht)
Geringer Leseabstand
Vergrößerung (binokular) bis ca. 3fach
Welche Optischen Hilfsmittel gibt es im Nah und Fernbereich?
• Monokular
Kleine Handfernrohre als Mobilitätshilfe (z.B. Erkennen von
Busnummern, Straßenschildern); Einsatz auch im Unterricht (z.B. Erkennen des Tafelbildes)
Nahbereich bis ca. 25 cm einstellbar (z.B. Fahrplan lesen)
Vergrößerung meist 4fach, 6fach oder 8fach
Elektronische Vergrößerungshilfen:
• Bildschirmlesegeräte / Kamerasysteme
Bis z.T. mehr 70fache Vergrößerung
Welche Veranschaulichungsmedien gibt es im Unterricht fpr blinde und sehbehindert SuS?
Herstellung von Reliefabbildungen? Zeichenbrett und Zeichenfolie?
Zeichenbrett und Zeichenfolie
• Spezialfolie wird auf Zeichenbrett eingespannt, Herstellung taktiler Linien
• Vorteile:
visuell und taktil erfahrbar, gute Tastbarkeit von Linien, Weiterverarbeitung durch den Schüler möglich
• Nachteile:
keine Korrekturmöglichkeiten
keine Vervielfältigungsmöglichkeiten
keine verschiedenen Texturen
Beschriftung nur schwer möglich
Welche Vor und Nachteile bietet die Schwellkopie?
• Spezialpapier für Schwarzschriftdrucker
• Dunkle Druckbereiche werden durch Belichtung erhitzt und erheben sich.
visuell und taktil erfahrbar
gute Tastbarkeit von Linien und Flächen
bis zu drei unterschiedliche Linienarten darstellbar
hohe Druckkosten
Tastqualität nicht über das ganze Blatt einheitlich
Schriftqualität nur mittelmäßig
Welche Vor und Nachteile bietet das Teifzeihverfahren?
• Spezialfolie wird erhitzt und per Vakuum auf
eine Vorlage gepresst, so dass ein
detailgetreuer Abdruck entsteht.
sehr gute Tastbarkeit von Linien und Flächen
Variable Höhenstufen
unterschiedliche Texturen darstellbar
widerstandsfähig
Erstellung mit großem Material- und Zeitaufwand
Welche Vor und Nachteile bietet der Tiger Drucker?
• Punkt-Matrix-Drucker
• Druck auf reguläres Braillepapier
unterschiedliche Punkthöhen
geringe Druckkosten
Linien gut tastbar
• Nachteile
Tastbarkeit der Schriftqualität umstritten
nur mit Erweiterung taktil und visuell erfahrbar
unterschiedliche Linienarten nur mit Einschränkungen tastbar
Welche Vor und Nachteile bietet das Projekt: Hyperbraille?
• ehem. Projekt: BM für Wirtschaft u. Technologie (4,1 Mio EUR)
• Grafikfähiges Flächendisplay
• Stiftplatte mit 7200 Stiften (60 Zeilen mit je 120 Stiften), Stifthöhe: 0,7 mm
Darstellung räumlicher Strukturen:
Diagramme, Tabellen, Geometrische Zeichnungen, Elemente der Computer-Benutzeroberfläche
• Vorteile
Text und Grafik sofort verfügbar
Ertastbarkeit der Darstellungen?
Kosten: ca. 50.000 EUR
Welche Vor und Nachteile hat das UV-Lackdruckverfahren?
Druckbar auf alle Materialien
Braillebeschriftung möglich (sehr gute Druckqualität)
Mehrfarbigkeit
Kosten
Welche Förderbereiche gibt es bei Mehrfachbehinderung?
Förderbereiche:
• Förderung der Motorik
• Wahrnehmungsförderung
• Kommunikationsförderung
• Förderung der Selbstständigkeit
• Förderung einer Ich-Identität
• Gebrauch von Hilfsmitteln
• Etc.
Konsequenzen für den Unterricht:
• Lernen in Sinnzusammenhängen
• Handlungsorientierung
• Lebensbezug
Welche Beratungstsellen gibt es im Bereich der Frühförderung?
• Angebot für Familien behinderter Kinder (Altersbereich 0-6)
• Allgemeine und spezifische Frühförderung
• Frühförderung blinder und sehbehinderter Kinder:
o Mobile, häusliche Frühförderung entstand in den 1950er/1960er Jahren
durch das Engagement einzelner Blindenlehrer (z.B. Felden, Düren,
Schauerte); Ausgang: Blindenschule Düren
o Auf- und Ausbau eines überregional organisierten spezifischen
Frühfördersystems in den 1970er und 1980er Jahren
o Aktuell: 63 blinden- und sehbehindertenspezifische Frühförderstellen
(59 davon an Beratungsstellen der Förderzentren)
Wie sieht die Praxis in der Frühförderung aus?
Praxis: Frühförderung
• Besuchsrhythmus: häufig 14-tägig (z.T. lange Anfahrtswege)
• Erfassung bei blinden Kindern praktisch 100%; bei sehbehinderten ca. 20%
• Die meisten betreuten Kinder sind mehrfachbehindert
• Aufgabenbereiche der Sonderpädagoginnen und -pädagogen:
Beratung (Eltern, Erzieher:innen etc.)
Diagnose
Entwicklungsförderung in allen Bereichen
Vorbereitung der Einschulung
Fördergutachten / Schulempfehlung
Kooperation mit Fachdiensten etc.
Etc.
Was sind mögliche Ursachen einer CVI?
• Frühgeburt
• Sauerstoffmangel während oder kurz nach der Geburt
• Neurologische Erkrankungen (z.B. Hydrocephalus)
• Schädelhirntrauma
• Infektionen
• Neurotoxikosen (z.B. durch pränatalen Kontakt mit Drogen)
Was beschreibt der Ansatz des Aktiven Lernens?
• Konzept entstand aus der konkreten Arbeit mit mehrfachbehinderten
sehbeeinträchtigten Kindern
• Zielgruppe:
Mehrfachbehinderte, sehbeeinträchtigte Kinder bis zu einem
Entwicklungsalter von 48 Monaten
Konzept für Pädagoginnen und Pädagogen
• Grundlagen:
Lernen erfordert aktives Handeln
Sensorisches Feedback als Handlungsanreiz
• Hauptaufgabe der Lehrkraft:
Gestaltung der Lernumgebung
Diagnostik
• Materialbeispiele:
Little Room
Resonanzbrett
Was sind Symptome einer CVI?
Einige Symptome:
• Neurologische Auffälligkeiten
• Lichtstarren
• Bevorzugung von Gesichtsfeldausschnitten; Gesichtsfeldausfälle
• Störungen des visuellen Erkennens von Gesichtern
• Allgemein erschwerte Form- und Objekterkennung (Erkennung erfolgt oft
taktil)
• geringe visuelle Neugier
• Bewegung verbessert die Wahrnehmungsfähigkeit
• crowding effect
• Visuelle Leistungsfähigkeit ist nicht stabil
• Auge-Hand-Koordination beeinträchtigt
Welche Förderaspekte gibt es im bereich der CVI?
• Verbesserungen durch zerebrale Plastizität (günstiges Zeitfenster: so früh wie
möglich!)
Bildung neuer Synapsen durch entsprechendes, wiederholtes Seh-
Angebot
• Sonderpädagogische Maßnahmen / Integration der Maßnahmen in den Alltag:
Komplexitätsreduktion (Strukturierung, visuelles „Chaos“ reduzieren,
Leseschablonen etc.)
Vergrößerung
Visuelle Wahrnehmungsförderung (z.B. mit Lichtpulten)
Was sind Bereiche des Sehen plus 2.0? beratung und Unterstützung sehbehinderter und blinder SuS mit weiterem Förderbedarf?
• Modul 1: Diagnostik
o Z.B. funktionale Sehprüfung, Entwicklungs- und Förderdiagnostik nach
Hanns Kern
• Modul 2: Beratung
o Z.B. Beratung von Lehrkräften
• Modul 3: Fortbildungen
o Bereiche, Inhalte
• Modul 4: Teilhabe
• Modul 5: Vergrößernde Sehhilfen
o Kurze Übersicht
• Modul 6: Spezifische Versorgung der Schüler/innen
o Z.B. Positionierung, Beleuchtung, UK
• Modul 7: Umweltgestaltung
o Z.B. Schulgelände und Schulgebäude, Unterrichtsräume
• Modul 8: Individuelle Beratung für Unterrichtssituationen
o Vergrößerung, Kontrast , Farbe
o Medien und Arbeitsmaterial
• Modul 9: Didaktische Prinzipien
o Z.B. Handlungsorientierung, Wahrnehmungsförderung, StrukturierungProf. Dr. Markus Lang / PH Heidelberg 5
• Modul 10: Spezifische Konzepte
o Z.B. Low Vision, Lightbox, Würzburger Bilderserie, Lilly&Gogo, Aktives
Lernen, LPF, O&M
• Modul 11: Förderansätze
o Z.B. Basale Stimulation, Basale Aktivierung, Affolter, SI, etc.
• Modul 12: Fachdidaktik
o Z.B. Lesen und Schreiben, Mathematik
In welchen Bereichen werden laut dem Sozialgesetztbuch Leistungen in Aussicht gestellt?
->„§ 5 Leistungsgruppen
Zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft werden erbracht:
1. Leistungen zur medizinischen Rehabilitation,
2. Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben,
3. unterhaltssichernde und andere ergänzende Leistungen,
4. Leistungen zur Teilhabe an Bildung und
5. Leistungen zur sozialen Teilhabe.“
Wer trägt die Kosten für die Leistungen des Sozialgesetztbuches?
Wer trägt die Kosten für diese Leistungen?
„§6 Rehabilitationsträger
(1) Träger der Leistungen zur Teilhabe (Rehabilitationsträger)
können sein:
1. die gesetzlichen Krankenkassen für Leistungen nach § 5 Nummer 1 und 3,
2. die Bundesagentur für Arbeit für Leistungen nach § 5 Nummer 2 und 3,
…
6. 7. die Träger der öffentlichen Jugendhilfe für Leistungen nach
§ 5 Nummer 1, 2, 4 und 5 sowie
die Träger der Eingliederungshilfe für Leistungen nach § 5 Nummer 1, 2, 4 und 5.“
Wie werden sozialrechtliche Maßnahmen im Kontext von Behinderung laut SGB IX begründet?
§1: „Menschen mit Behinderungen oder von Behinderung bedrohte
Menschen erhalten Leistungen …, um ihre Selbstbestimmung und ihre
volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der
Gesellschaft zu fördern, Benachteiligungen zu vermeiden oder ihnen
entgegenzuwirken.“
Welche Besondere leistungen gibtes für Menschen mit Blindheit?
Besondere Leistungen für Menschen mit Blindheit
• Leistungsmerkmale im Schwerbehindertenausweis bei blinden Menschen (GdB
100):
B: auf ständige Begleitung im öffentlichen Personenverkehr
angewiesen
Bl: blind
Seit 2017: Tbl: taubblind (für schwerbehinderte Menschen mit Störung
der Hörfunktion (GdB von mindestens 70) und Störung des
Sehvermögens (GdB 100)
Wer darf laut Sozialgesetztbuch Leistungen stellen?
(1) Menschen mit Behinderungen sind Menschen, die
körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen
haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können.
Eine Beeinträchtigung nach Satz
1 liegt vor, wenn der Körper- und Gesundheitszustand von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht. Menschen sind von Behinderung bedroht, wenn eine Beeinträchtigung nach Satz 1 zu erwarten ist.
(2) Menschen sind … schwerbehindert, wenn bei ihnen ein Grad
der Behinderung von wenigstens 50 vorliegt …
Schwerbehinderte Menschen erhalten ab GdB 50 einen Schwerbehindertenausweis und besondere Leistungen als Nachteilsausgleich. Anträge auf Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises müssen an das zuständige Versorgungsamt gestellt
werden.
Leistungsmerkmale Blinder Menschen beim Schwerbehindertenausweis?
Bl (blind): Dieses Merkzeichen wird ab einem GdB von 100 allein wegen der Sehminderung und der Erfüllung der weiteren Voraussetzungen (siehe zur Definition gesetzlicher Blindheit auch Kapitel III, 4.1) vergeben. Es dient dem Nachweis von Blindheit bei der Beantragung von Blindengeld oder Blindenhilfe, berechtigt zur Inanspruchnahme von Parkerleichterungen und führt zu weiteren Steuervergünstigungen.
TBl (Taubblind): Siehe zur Definition Kapitel III, 4.4. Es kann zum Nachweis der Befreiung vom Rundfunkbeitrag genutzt werden. Wichtig: Liegen gleichzeitig die Voraussetzungen für die Zuerkennung des Merkzeichens „Bl“ vor, muss dieses Merkzeichen zusätzlich in den Schwerbehindertenausweis eingetragen werden. Nur so erhält man auch die hierfür vorgesehenen Nachteilsausgleiche.
An welche Voraussetzungen ist das Blindengeld geknüpft?
Das Blindengeld erhalten Menschen, die blind sind. Der Nachweis erfolgt in der Regel durch:
das Merkzeichen „Bl“ im Schwerbehindertenausweis oder
eine entsprechende augenärztliche Bescheinigung.
Das Blindengeld ist eine Leistung des jeweiligen Bundeslandes und wird unabhängig vom Einkommen gezahlt. Für Menschen mit geringem Einkommen kann zusätzlich eine Blindenhilfe nach § 72 SGB XII beantragt werden.
Müssen die Mittel zweckgebunden ausgegeben werden?
Nein. Das Blindengeld ist nicht zweckgebunden. Es dient als Nachteilsausgleich für behinderungsbedingte Mehraufwendungen. Die Empfängerinnen und Empfänger entscheiden selbst, wofür sie das Geld verwenden,
Gibt es auch ein Sehbehindertengeld?
Ja, allerdings nicht in allen Bundesländern. Ein Sehbehindertengeld (für hochgradig sehbehinderte Menschen) gibt es nur in sieben Bundesländern:
Bayern
Berlin
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Nordrhein-Westfalen
Sachsen
Sachsen-Anhalt
4. Unterschiedliche Höhe des Blindengeldes je nach Bundesland
Die Höhe des Blindengeldes unterscheidet sich deutlich zwischen den Bundesländern. Beispiele (Stand 2025/2026):
Bundesland
Blindengeld (ca. monatlich)
Baden-Württemberg
410 €
Brandenburg
425 €
Bremen
536 €
Hamburg
695 €
730 €
776 €
bis 951,92 € (für volljährige blinde Menschen bis 59 Jahre)
Was war die Salamanca Erklärung?
1994: Salamanca-Erklärung
Tagung der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and
Cultural Organization
„Bildung für alle“: Integration/ Inklusion ist eine Notwendigkeit und Dringlichkeit
Was waren Meilensteine in der Entwicklung von Inklusion?
Meilensteine der Entwicklung von Integration/Inklusion:
Gutachten des Deutschen Bildungsrats 1973:
Forderung nach Überwindung der Selektions- und Isolationstendenz im
Schulwesen und Betonung der Gemeinsamkeiten im Lehren und Lernen
Behinderter
Breite Integrationsbewegung auch in der Blinden- und
Sehbehindertenpädagogik:
Forschungsarbeiten R. Schindele (PH Heidelberg)
1983: Modell Schleswig
Welche Empfehlungen gab die Kultusministerkonferenz (KMK) zur
sonderpädagogischen Förderung in den Schulen? 1994
Kinder und Jugendliche mit Sonderpädagogischem Förderbedarf können allgemeine Schulen besuchen, wenn dort die notwendige sonderpädagogische und auch sächliche Unterstützung sowie die räumlichen Voraussetzungen gewährleistet sind; die Förderung aller Schülerinnen und Schüler muss sichergestellt sein.
Zu den notwendigen Voraussetzungen gehören neben den äußeren Rahmenbedingungen sonderpädagogisch qualifizierte Lehrkräfte,
individualisierende Formen der Planung, Durchführung und Kontrolle der Unterrichtsprozesse und eine abgestimmte Zusammenarbeit der beteiligten Lehr- und Fachkräfte.
Sonderpädagogische
Förderung findet dabei im und, wenn notwendig, auch neben dem
Klassenunterricht statt.
Was sind die ersten Meilensteine der Integration im 19 JHd.
1804: Gründung der ersten Blindenschule im deutschsprachigen Raum in Wien.
1806: Gründung der Blindenschule in Berlin.
1844: Johann Wilhelm Klein fordert, blinde Kinder möglichst an den Schulen ihres Wohnortes zu unterrichten ("Verallgemeinerungsbewegung").
Folge: Die Idee setzt sich zunächst nicht durch; stattdessen werden weitere Blindenschulen aufgebaut.
Was sind Meilensteien der Integrationsbewegung ab den 70er?
1970er-Jahre: Beginn der systematischen schulischen Integration blinder und sehbehinderter Schülerinnen und Schüler.
1973: Empfehlungen des Deutschen Bildungsrats fördern die Integration.
1970: Erste Integrationsmaßnahmen in Hamburg.
1977: Integrationsprojekte in Soest.
1978: Integrationsmaßnahmen in Würzburg.
1979: Integrationsprojekte in München.
1982–1987: Modellversuch „Behindertenspezifische Betreuung Sehgeschädigter an Regelschulen“ in Würzburg.
1978–1990: Weitere wissenschaftliche Forschungsprojekte in Hamburg und Soest.
1983: Gründung des Landesförderzentrums Sehen Schleswig als „Schule ohne Schülerinnen und Schüler“ – Beratung und Unterstützung statt eigener Beschulung.
Folge: Viele Blinden- und Sehbehindertenschulen entwickeln sich zu Förderzentren mit integrativen Angeboten.
Was sind Meilensteien der Inklusionsbewegung ab den 90er?
1994: UNESCO-Salamanca-Erklärung fordert den Aufbau inklusiver Schulsysteme weltweit.
1994: Die Kultusministerkonferenz (KMK) führt den Begriff „sonderpädagogischer Förderbedarf“ ein, der ausdrücklich auch an allgemeinen Schulen umgesetzt werden soll.
1998: KMK konkretisiert den Förderschwerpunkt Sehen. Wichtige Förderbereiche werden festgelegt:
Begriffsbildung und kognitives Lernen
Schrift und Kommunikation
Lebenspraktische Fähigkeiten
Orientierung und Mobilität
Ästhetische Erziehung
Seherziehung
Was beschloss die UN- Behindertenrechtskonvention?
2009: Deutschland ratifiziert die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK).
Folge: Der zieldifferente gemeinsame Unterricht wird in allen Bundesländern gesetzlich verankert und der Ausbau inklusiver Bildungsangebote vorangetrieben.
Was beschloss das Schulgesetzt 2015 in BW?
Baden-Württemberg: Schulgesetz 2015
• Sondereinrichtungen bleiben bestehen
• Zieldifferente Integration (= Inklusion)
• Begrifflichkeiten ändern sich:
Aus „Sonderschule“ wird „Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum“
Aus „Heimsonderschule“ wird „Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit Internat“
Aus „Förderschule“ wird „Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit Förderschwerpunkt Lernen“
Aus „Schule für Blinde“ und „Schule für Sehbehinderte“ wird gleichermaßen ein „Sonderpädagogisches Bildungs- undn Beratungszentrum mit Förderschwerpunkt Sehen“
Grundlagen des Schulgesetzes:
• Allen Entscheidungen muss eine umfängliche Sonderpädagogische Diagnostik vorangehen.
• Es besteht ein grundsätzlicher Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot, das an allgemeinen Schulen (in der Regel dann zieldifferent) oder an sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren eingelöst werden kann.
• Bei zielgleichem gemeinsamen Unterricht an allgemeinen Schulen wird in der Regel auf das Angebot der Sonderpädagogischen Beratung und Unterstützung zurückgegriffen. D.h. eine zuständige Sonderpädagogin oder ein zuständiger Sonderpädagoge unterstützt die Schülerin bzw. den Schüler im Rahmen des mobilen Dienstes eines SBBZ.
• Generelle Zuständigkeit: Die sonderpädagogischen Bildungs- und
Beratungszentren unterstützen die allgemeinen Schulen in der
sonderpädagogischen Beratung, Unterstützung und Bildung.
Was sind Förderbereiche nach KMK (1998)?
Laut den KMK-Empfehlungen wird der sonderpädagogische Förderbedarf blinder und sehbehinderter Kinder in folgenden Aufgabenfeldern berücksichtigt:
Entwicklung und Einsatz der vorhandenen Sehfähigkeit (visuelle Förderung)
Tast- und Hörwahrnehmung sowie Wahrnehmungsverarbeitung als Ausgleich bzw. Ergänzung des Sehens
Orientierung und Mobilität (selbstständige Fortbewegung und räumliche Orientierung)
Lebenspraktische Fähigkeiten (LPF), z. B. Selbstversorgung und Alltagsbewältigung
Kommunikation und Informationszugang, insbesondere Brailleschrift, Hilfsmittel und angepasste Medien
Soziale und emotionale Entwicklung, z. B. Selbstständigkeit, soziale Teilhabe und Bewältigung der Sehbeeinträchtigung
Die genannten Förderbereiche sind insgesamt gut begründet, da sie die wesentlichen Lebens- und Lernbereiche von Kindern und Jugendlichen mit Blindheit oder Sehbehinderung abdecken. Sie gehen deutlich über die schulische Wissensvermittlung hinaus und berücksichtigen Kompetenzen, die für eine selbstbestimmte Teilhabe notwendig sind.
Mögliche Ergänzungen aus heutiger Sicht:
Digitale Kompetenzen und Medienbildung, insbesondere der Umgang mit Screenreadern, Vergrößerungssoftware und digitalen Assistenzsystemen.
Inklusive Teilhabe und Barrierefreiheit, da sich seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (2009 in Deutschland) der Fokus stärker auf Inklusion und die Anpassung der Umwelt verlagert hat.
Berufsorientierung und Übergangsmanagement, um den Wechsel von Schule in Ausbildung oder Beruf gezielt zu unterstützen.
Selbstvertretung (Self-Advocacy) und die Fähigkeit, eigene Unterstützungsbedarfe zu kommunizieren.
Damit spiegeln die KMK-Empfehlungen von 1998 zwar eine solide Grundlage wider, würden heute jedoch um Aspekte der Digitalisierung, Inklusion und Selbstbestimmung erweitert werden.
Was ist der aktuelle Stand der Inklusion laut KMK?
Stand der Inklusion (aktuelle KMK-Statistik)
Schuljahr 2023/24: Gesamtanzahl: 9.529 Schüler:innen („Förderbedarf Sehen“)
• 4.638 (48,7%) der blinden und sehbehinderten Schüler:innen werden an
spezifischen Förderschulen und 4.891 (51,3%) an allgemeinen Schulen
(2003: 76,8% zu 23,2%) unterrichtet.
Warum werden bei der KMK keiene Visus grenzen genannt?
In den KMK-Empfehlungen von 1998 werden bewusst keine medizinischen Visusgrenzen (z. B. Sehschärfe unter 0,3 oder 0,05) genannt, weil der sonderpädagogische Förderbedarf nicht allein von medizinischen Diagnosen abhängt.
Entscheidend ist vielmehr,
wie sich die Sehbeeinträchtigung im Alltag und beim Lernen auswirkt,
welche individuellen Einschränkungen ein Kind in der Wahrnehmung, Orientierung, Kommunikation oder beim Erwerb schulischer Inhalte hat,
und welche Unterstützung erforderlich ist, um gleichberechtigt lernen zu können.
Der Fokus liegt also auf den pädagogischen Bedürfnissen statt auf medizinischen Grenzwerten. Zwei Kinder mit demselben Visus können sehr unterschiedliche Förderbedarfe haben.
Warum gilt J.W. Klein als Begründer der blindenspezifischen Didaktik?
Johann Wilhelm Klein gilt als Begründer der blindenspezifischen Didaktik, weil er als einer der Ersten ein systematisches pädagogisches Konzept speziell für blinde Menschen entwickelte und dieses praktisch umsetzte.
Orintierung an allgeminer Didaktik
Unterrichtsprinzipien: Anschaulichkeit, Slebständigkeit
Besondere Inhalte: Tastschulung, LPF
Nennen Sie die 5 Ebnen des Modells von Lang.
In der Mitte: Didaktik des Unterrichts mit blinden Sehb. SuS
Darüber: Planung, Realisierung udn Auswertung von Unterricht und Fördermaßnahmen
Daneben: Lehrperson
Darunter: Spezifische Lernbedürfnisse und Lernerfordernisse
Schüler:in (ICF, Entwicklungsstand)
Zuzätzlich: Außerschulsiche Faktoren, Form als Vorgabe, Allgemeine Didkatik, Sonderpäd, Didaktik
Nennen Sie 4 Bereiche des spezifischen Curriculums und erklären Sie den grundlgegend Unterschied zum Bildungsplan?
im spezifischen Curriculum werden Inhaltsbereiche abgedeckt die im Bildungsplan zu kurz kommen:
Spezifisches Curriculum ist vom VBS beschlossen.
Förderung des Sehen
Wahrnehmung und Lernen
Orientierung und Mobilitär
Technische Hilfsmittel
Lebensplanung, Beruf und Freizeit
Soziale Kompetenz
Was sind die Handlungsfelder des Bildungsplan Sehen?
Methodenkompetenz
Lebensentwürfe und Lebenplanung
Kommunikation
Bewegung orintierung
Lebenspraxis
Identität und Umgang mit Anderen
Unterschied zwischen Lernerfordernissen udn Kernbedürfnisse?
Lernbedürfnis
Perspektive: Subjektiv (vom Lernenden ausgehend)
Definition: Das innere Verlangen, die Neugier oder das persönliche Interesse, sich neues Wissen oder neue Fähigkeiten anzueignen.
Lernerfordernis
Perspektive: Objektiv (von außen oder der Aufgabe bestimmt) z.B aus Sicht der Lehrperson
Definition: Die unbedingte Notwendigkeit, bestimmte Lernziele zu erreichen, um eine konkrete Aufgabe oder Anforderung zu erfüllen.
Was umfasst das Aktive Handelb von Lilli Nielsen?
Little Room stellt Möglichkeit dar, frühe räumliche Erfahrungen zu sammeln, da die Kinder
motiviert werden, die Umgebung und den Raum zu begreifen
„Da ich nicht in der Lage bin, zum Raum zu gelangen, muss der Raum zu mir kommen“
Der Little Room fördert u.a.:
• Sensorische Integration
• Ursache-Wirkungs-Beziehungen und Verständnis
• Objektpermanenz
• Eigen- und Fremdwahrnehmung → Entwicklung von Selbstidentität
• Raumverständnis
Was sind Beispielmaterialien für den Little Room?
- Kunstgras
- Filz
- Verschiedene Stoffe
- Teppichfliesen
- Holzstäbe
- Durch Löcher in der Wand befestigte Elemente, z.B. große Holzknöpfe, die sich drehen lassen
- Aufgefädelte Holzringe, Perlen,…
- Visuelle Muster, ggf. auch taktil nachspürbar
- LED Bänder/Lichterketten
Auch Dinge zum Herunterhängen wie Girlanden, Vorhänge
Wie werden Sonderpädagogische Maßnahmen definiert? + beispiele
Sonderpädagogische Maßnahmen sind individuell angepasste Unterstützungsangebote, die den besonderen Bildungs- und Förderbedarf eines Kindes oder Jugendlichen berücksichtigen. Sie sollen die Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten verbessern sowie Teilhabe und Selbstständigkeit fördern.
idaktisch-methodische Maßnahmen
Unterricht differenzieren
Lernziele individuell anpassen
Nachteilsausgleich (z. B. mehr Bearbeitungszeit)
alternative Leistungsnachweise
Personelle Maßnahmen
Unterstützung durch Sonderpädagog:innen
Schulbegleitung bzw. Integrationshilfe
Team-Teaching
Hilfsmittel
Braillezeile oder Brailleschrift
Screenreader
Vergrößernde Sehhilfen
FM-Anlage für hörbeeinträchtigte Schülerinnen und Schüler
Tastmodelle oder taktile Grafiken
In welche drei Bereiche lässt sich Didaktik unterteilen?
Intentional/ Inhaltlicher Bereich?
Methodisch-Prozessualer-organisatorischer Bereich
Medialer Bereich
Was war das Ziel der UN-Behindertenrechtskonvention?
2009: Bundesrepublik ratifiziert die UN-Behindertenrechtskonvention (2006)
Umsetzung in die Landesgesetze ist Pflicht; Beispiel B.-W.: seit Schulgesetz
2015 ist ein zieldifferenter gemeinsamer Unterricht grundsätzlich möglich
Was ist Inverse Inklusion?
an manchen Standorten (z.B. Nürnberg, Würzburg, Unterschleißheim,
Stuttgart, Marburg):
Öffnung für Schüler:innen ohne sonderpäd. Förderbedarf
Was sind Puzzle Teile für eine gelingende Inklusion?
Spezifische Didaktik
Medienzentrum
Kursprogramm
SuS
Spezialistinnen
Allgemeine Schule
Eltern
MItschüler/innen
Was versteht man unter einem Kursprogramm in der Inklusion?
Kurse für inklusiv beschulte blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche
Erarbeitung spezifischer Inhalte (gemäß dem „Spezifischen Curriculum“)
Wichtig Peer-Tutorin, Kontakt zu anderen blinden und sehbehinderten SuS
Was versthet man alles unter Spezifischer Didaktik?
Spezifische Didaktik bedeutet mehr als die Versorgung mit Hilfsmitteln und Medien
• Methodik: Didaktische Umsetzungen spezifischer Ziele und Inhalte z.B Wie lässt sich eine schriftliche Division in Brailleschrift durchführen?
• Enge Kooperation zwischen sonderpädagogischer und allgemeiner Lehrkraft
• Methodische oder raumgestalterische Vorgehensweisen (z.B. handlungsorientierter Unterrichts; klare Strukturierung des Arbeitsplatzes) erweisen sich als Lernhilfe für alle
Nach welchen Grundsätzten müssen Texte für sehbehinderte SuS ausgerichtet sein?
Grundsätze
• Feststellung des Vergrößerungsbedarfs
• Entscheidung:
Normaldruck und Hilfsmittel (BLG, Lupe etc.)
Schriftvergrößerung
• Verkleinerung bei Röhrengesichtsfeld mit guten Visuswerten
• Schriftart: serifenlose Schriften (z.B. Verdana, Arial) oder Schriften mit
Serifen
• U.U. vergrößerter Zeilenabstand
• Deutliche Kennzeichnung von Absätzen
• Blocksatz kann die Leseleistung beeinträchtigen
• Kontrast / Farbe
• Papierauswahl
Nach welchen Grundsätzen müssen Texte in Punktschrift gestaltet sein?
• sparsamer Umgang mit Leerzeilen (Platzverschwendung) in Texten für geübte
Lesende
• Rahmen u. Kästen nur, wenn unbedingt erforderlich (Platzverschwendung, mühsam zu erfassen)
• Unterstreichungen mit Punktlinien nur in Überschriften
• Auflistungssymbol ist der Spiegelstrich
• es gibt keinen Blocksatz
• Konvertierungs- und Drucksoftware (z.B. RTFC) für Punktschriftdruc
Für was dient der E-Buch Standart?
-> Richtlinien zur Vereinheitlich der Erstellung elektronischer Unterrichtsmaterialien
-> Diese Richtlinien verfolgen das Ziel einer Standardisierung und heißen deshalb „E-Buch-Standard“.
Vorgehensweise vom Schulbuch zum E-Buch Standart?
Seiten einscannen (Texterkennungssoftware)
Bilder entfernen
Rohscan in neues Dokument kopieren
Unterwünschte Zeichen und falsch erkannte Zeichen entfernen
Überschriften, Listen und Nummerierungen zuweisen
E-Buch-Tags einfügen
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