Strategien bei Relationalen Verträgen
Trigger Strategien (Kooperation, bis einer nicht Kooperation wählt)
Grim-Trigger:
Ab einmaliger Nicht-Koop. des Mitspielers wird Bestrafung gewählt
Tit for Tat:
Strategie des Mitspielers wird in der nächsten Runde kopiert
Welche drei Anforderungen müssen Verträge haben, damit sie vollständig sind?
zukünftige transaktionrelevante Umweltzustände sind von Vertragspartnern vorausschaubar
Bemühung, jeden Umweltzustand vertraglich zu regeln
Durchsetzbarkeit gegenüber Dritten (Bsp. vor Gericht)
Externe Effekte
Produktions- oder Nutzenfunktion eines Akteurs wird durch Aktivitäten eines anderen Akteurs beeinflusst
Beeinflussung wird nicht über Preismechanismus bzw. Märkte entgolten
Bsp.:
pos.: soziale Erträge, 2 Landwirte teilen sich eine Maschine
neg.: soziale Kosten, Bodenverschmutzung eines Landwirtes auf meinem Acker
Typen von Risikoneigungen
Risikoneutralität: r=0, E(x) = SÄ, R = 0
Risikoaversion: r>0, E(x) > SÄ, R > 0
Risikofreude: r<0, E(x) < SÄ, R < 0 (Risiko besitzt Wert in sich)
SÄ:= Sicherheitsäquivalent (=Sicherer Geldbetrag)
R:= Risikoprämie R=E(x)-SÄ
Sicherheitsäquivalent
Sicherer Geldbetrag, bei dem der Akteur zwischen einer mit Risiko behafteten Einkommensgröße x und dem SÄ indifferent ist.
Es gilt: E(u(x)) = u(SÄ)
Risikoprämie
R = E(x) – SÄ = 1/2 * r * Var(x)
Geldbetrag, den der Akteur aufzugeben bereit ist, um anstelle der risikobehafteten Einkommensgröße x den sicheren Geldbetrag SÄ zu erhalten.
Wofür steht das LEN-Modell?
Linearitätsannahme -> Entlohnungsvertrag, Produktionsfunktion
Exponentialannahme -> Nutzenfunktion des Agenten
Normalverteilungsannahme-> normalvert. Störterm in der Produktionsfunktion
Situation, Ziel und Ablauf des LEN-Modell
Agent A wird von Prinzipal P angestellt, um ein möglichst hohes Ergebnis π zu erzielen
Ziel: Entschärfung der hidden-action Problematik durch Verringerung der Agency-Kosten
--> Gesucht: anreizeffiziente Vertragsausgestaltung
Zeitliche Struktur:
P wählt w(π) (=Entlohnungsschema)
A nimmt Vertrag an und wählt e (=Arbeitsanstrengung)
θ (=Störterm) wird realisiert
A und P erhalten Zahlungen
Second-best-Lösung
mit Informationsproblem
Prinzipal kann nicht Agenten beobachten -> e nicht berechenbar
dadurch steigt Risikoaversion, damit verursachten Risikokosten in Form der niedrigen Risikopräme des Agenten
-> trade-off zw. Anreizgestaltung + Risikobeurteilung
First-best-Lösung
ohne Informationsproblem
Ergebnisunabh. Lohn (beta=0), da Arbeitseinsatz e beobachtbar + kontrollierbar
Fixlohn alpha muss min., so groß sein wie Alternativlohn + Arbeitsleid
--> kein Trade-off zw. Anreizgestaltung + Risikobeurteilung
Agency-Kosten
Wohlfahrtsverluste, die durch Informationsprobleme entstehen (Second-best-Bedingungen) und ohne Informationsprobleme (First-best- Bedingungen) nicht stattfinden
--> 1st-Best-Erwartungsnutzen - 2nd-Best-Erwartungsnutzen
1. Arrow-Prat-Maß
2. CARA FALL
Arrow-Pratt Maß für lokale, absolute Risikoaversion: 𝑟(𝑥) = −𝑢´´(𝑥) / 𝑢´(𝑥)
Nutzenfunktion im CARA-Fall (constant absolute risk aversion; d.h., absolute Risikoaversion bleibt im Einkommen konstant)
Warum sind vollständige Verträge kaum realisierbar? (3 Gründe + 1 Aber)
begrenzte Rationalität
prohibitiv (=vorbeugend) hohe Vereinbarungskosten
prohibitiv hohe Durchsetzungskosten
->ABER: Möglichkeit der Nachverhandlung gegeben
Hold-Up Problem (=Unterinvestitionsproblem)
wirtschaftliche Abhängigkeit des Investor I vom Prinzipal P, auf Grund unvollständiger Verträge
Investor erwartet nachvertraglich opportunistisches Verhalten vom Prinzipal
tatsächliches Inv.-Vol. geringer, als gewinnmaximales Inv.-Vol.
Investor in Höhe der Quasi-Rente ausbeutbar (hier oft 0 GE)
Quasi Rente
Differenz zw. Wert einer Investition in aktueller Verwendung und dem Wert der Investition in der nächstbesten, möglichen Verwendung
(beim Hold Up Problem beträgt die nächstbeste meistens 0 GE)
Was sind Ansätze zur Lösung des Hold-up-Problems?
Vertikale Integration (= Bildung Organisation)
--> Akteur kauft Partner der vor- oder nachgelagerten Produktionsstufe auf = max. Gesamtgewinn
Beteiligung an der Investition
--> P zahlt I eine Summe X, sodass I nicht schlechter gestellt wird
Relationale Verträge
Was sind relationale Verträge?
= unvollständige Verträge, gekennzeichnet durch langjährige Austausch-/ Abhängigkeitsbeziehungen
--> Ziel: max. des langfristigen Nutzens
implizite/ informelle Vereinbarungen statt "expliziter Verträge"
selbstdurchsetzend Beispiel: unbefristeter Arbeitsvertrag, F&E Vereinbarung
Beispiel: unbefristeter Arbeitsvertrag, F&E Vereinbarung
Theorie der Verfügungsrechte
(Property-Rights-Ansatz)
Verfügungsrechte sind gesellschaftlich anerkannte Rechte über materielle und immaterielle Güter.
Wert eines Gutes basiert nicht auf dessen technischen oder physischen Eigenschaften, sondern auf den Rechten, die mit dem Gut verbunden sind (vgl. gutes Grundstück ohne Bebauungsrecht)
Zuordnung der Verfügungsrechte legt die Handlungsrechte und -pflichten des begünstigten Akteurs fest
Beispiel Verfügungsrechte
Man kauft einen Song und es dürfen ihn zwei weitere hören (iTunes)
ein Konto für 4 Nutzer (Netflix)
Vier Arten von Verfügungsrechten
Nutzungsrecht:
Recht Vermögenswert zu nutzen oder zu gebrauchen (Bewohner einer Mietwohnung, Car Sharing)
Recht auf Nutzungsertrag:
Aneignung von Erträgen durch Nutzung des Vermögenwertes (Untermiete)
Recht auf Veränderung des Gutes:
Recht, einen Vermögenswert in Form,Substanz, Örtlichkeit zu verändern (Hausumbau, Auto lackieren)
Verkaufsrecht:
Recht Vermögenswert zu überlassen und/ oder zu verkaufen (Erbe,Verkauf, Schenkung)
Fünf Klassifikationen von Verfügungsrechten
absolutes VFR: von allen Akteuren zu beachten
-> z.B. Privateigentum, Urheberrecht
relatives VFR: bestimmte Vertragsverhältnisse, die nur für jeweilige Vertragspartner gelten -> z.B. Arbeitsvertrag, Miet-/Kaufvertrag
Privatrecht: von einem einzelnen Akteur gehalten; Ausschlussprinzip
-> z.B. Wohneigentum
Gemeinschaftsrecht: von mehreren Akteuren gehalten; individuelle Entscheidungen über Zugriff
-> z.B. Car-Sharing, Nutzung eines Parks
Kollektivrecht: von einer definierten Gruppe von Akteuren gehalten; Ausübung nur über Kollektiventscheidungen
-> z.B. Nutzung einer Sporthalle
Einfluss steigende Skalenerträge
Bei einer Verfielfachung der Inputmenge um den Faktor X, steigt der Output um mehr als das X-fache (X*Input < X*Output)
Stückkosten sinken mit steigender Ausbringungsmenge (Erfahrungskurvengesetz)
Prinzipal-Agent Theorie (Folge und Maßnahme)
Hidden information: Agent verfügt über Info/Fähigkeit von denen Prinzipal nicht weiß
Folge: adverse Selektion
Maßnahme: Signaling + Screening
Hidden action: Agent macht etwas, dass Prinzipal nicht weiß
Folge: Moral Hazard
Maßnahme: Erfolgsbasierte Entlohung, LEN-Modell
--> Unternehmen existieren um Effizienz-/ Inforamtionsverluste zu senken
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