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Kapitel 6 - Trends im Medienmanagement

HM
by Hanna M.

Trends im Medienmanagement


Trends im Medienmanagement

  • Die technologische Transformation der Mediengesellschaft ist weit fortgeschritten.

  • Laut PIETZCKER gibt es keinen Weg zurück ins analoge Zeitalter.

  • Mit der digitalen Revolution verändern sich kommunikative Aufgaben und Rollenverteilungen grundlegend.

Veränderung des Kommunikationsmodells

  • Früher galt stärker das klassische Kommunikationsmodell:

Organisation → Medien → Öffentlichkeit


Abb. 44 zeigt dieses klassische Modell:

  • Eine Organisation gibt Inhalte an Medien weiter, und diese vermitteln sie an die Öffentlichkeit.

  • Heute funktioniert Kommunikation anders.

  • Unternehmen sind nicht mehr vollständig davon abhängig, ob und wie klassische Medien ihre Inhalte an Rezipienten weitergeben.

  • Sie können selbst aktiv werden und sich direkt an die Öffentlichkeit wenden.

Abb. 45 zeigt die Kommunikation im digitalen Zeitalter:

  • Organisationen kommunizieren über digitale Medien und Social Media.

  • Die Öffentlichkeit besteht aus Individuen, die ebenfalls selbst kommunizieren.

  • Inhalte werden weitergetragen durch Freunde, Bekannte, Blogger, Follower und weitere Akteure.

  • Kommunikation verläuft nicht mehr einseitig, sondern vernetzt und dialogisch.

Soziale Medien verändern damit die Rollenverteilung: Jeder Einzelne kann selbst zum Medium werden.

Influencer und Meinungsführer

In sozialen Medien können zum Beispiel folgende Akteure zu Meinungsführern werden:

  • Blogger,

  • Twitterer,

  • Influencer.

Unternehmen kooperieren deshalb zunehmend mit Influencern, um Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten.

Diese Kooperationen sind aber kein Erfolgsgarant. Entscheidend ist, ob die Kommunikation glaubwürdig und authentisch wirkt.


Negativbeispiel: Coral-Influencer-Kampagne

  • Ein Beispiel ist die Kampagne von Coral aus dem Jahr 2017.

  • Unter dem Hashtag #coralliebtdeinekleidung luden mehrere Influencer Fotos von sich und dem Waschmittel auf Instagram hoch.

Problematisch war:

  • Für Rezipienten war oft nicht nachvollziehbar, warum das Produkt in der jeweiligen Situation gezeigt wurde.

  • Die Einbindung des Waschmittels wirkte künstlich.

  • Die Kampagne wurde im Netz als peinlich oder lächerlich bezeichnet.

Beispiele aus dem Abschnitt:

  • Mandy Capristo fährt eine Coral-Flasche in einem mit Blüten geschmückten Fahrradkorb durch die Stadt.

  • Clea-Lacy posiert mit Schirm und Waschmittel vor einer Graffiti-Wand.

  • Fiona Erdmann ist schlammverschmiert vor einer Waschmaschine zu sehen; das wirkt zwar realistischer, aber trotzdem nicht authentisch.

Das Problem lag vor allem in der fehlenden Glaubwürdigkeit.


Negativbeispiel: Milka-Influencer-Kampagne

Auch Anfang 2018 wurde eine Influencer-Kampagne von Milka verspottet.

Unter dem Hashtag #Milkaschmecktwie erschienen auf Instagram Bilder von Stars und Sternchen mit Milka-Schokolade.

Auch hier wirkte das Produkt aus Sicht vieler Rezipienten wie ein Fremdkörper im Feed der Influencer.

Die Kritik: Werbung darf erkennbar sein, aber wenn das beworbene Objekt unpassend und absurd eingebunden wirkt, überzeugt es nicht.

Möglicherweise wären wenige, aber dafür glaubwürdige Influencer wirkungsvoller gewesen.

Mobile Endgeräte und Standortdienste

  • Die technologische Transformation ist eng mit mobilen Endgeräten verbunden. Diese sind längst Teil des Lebensraums der Konsumenten.

  • Für die Zukunft werden Standortdienste zu wichtigen Wettbewerbsfaktoren. Sie sollten deshalb im Kampagnenmanagement berücksichtigt werden.

Zu unterscheiden sind:

  • Location-Based-Marketing,

  • Proximity-Marketing.

Beide beziehen sich auf den Standort des Konsumenten, unterscheiden sich aber in der Reichweite.

Location-Based-Marketing

Location-Based-Marketing betrachtet einen weiteren Umkreis um einen bestimmten Standort.

Es arbeitet mit:

  • Geofencing,

  • Geotargeting.

Geofencing

Beim Geofencing wird ein imaginärer Zaun um einen festgelegten Standort gezogen.

Entscheidend ist die Beziehung zwischen:

  • Standort des mobilen Endgeräts,

  • definiertem Zaun.

Beispiel:

  • Ein Fußgänger passiert einen Shop mit einem solchen imaginären Zaun.

  • Dadurch wird eine Marketingaktion ausgelöst.

  • Der Fußgänger erhält zum Beispiel einen Rabattcoupon auf sein Smartphone.

Geotargeting

Geotargeting funktioniert nicht über einen Zaun, sondern über einen festgelegten Radius.

Beispiel:

  • Eine Person befindet sich in der Innenstadt.

  • Sie erhält entsprechende Werbung auf ihr mobiles Endgerät.

Proximity-Marketing

Proximity-Marketing konzentriert sich auf einen kleineren Radius, etwa 50 Meter um eine bestimmte Position.

Es basiert unter anderem auf Beacons.

Beacons sind nicht kundeneindeutige Dienste.

Beispiel Hamburger Flughafen:

  • Seit 2014 werden dort iBeacons in Shops genutzt.

  • Diese iBeacons fungieren als Sender.

  • Sie kommunizieren mit der Shopping-App Yoints.

  • Betritt ein Passagier einen entsprechenden Shop, sammelt er allein durch seine Anwesenheit Punkte.

  • Diese Punkte können mit Rabattaktionen verbunden werden.

  • Alternativ können Punkte an gemeinnützige Unternehmen gespendet werden.


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Hanna M.

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