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baustofflehre

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by Kiana B.

VL 2

Holz

Geschichte des Holzbaus – von der vorindustriellen Zeit bis zur heutigen Renaissance des Holzbaus.

Vom traditionellen Fachwerk zum modernen nachhaltigen Holzbau

  1. vorinstustrieller Fachwerkbau; bis ca 1800

—> Vor der Industrialisierung war Holz der wichtigste Baustoff überhaupt

—> regional verfügbar,leicht zu bearbeiten, keine industriellen baustoffe waren verfügbar

-fachwerk unterschied sich von region—> Klima, verfügbare Holzarten, und handwerkliche kenntisse

-15 jahre später begann man das Fachewrk zu verputzen—> nicht mehr modern

-erst 20jhd fachwerk wieder modern

-waldnutzung bis 1800: 90 % der Bevölkerung von der Landwirtschaft.—> waldbestand nahm immer weiter ab

-bis industrialisierung bevölkerungswachstum- waldverlust—> Holzknappheit und Ressourcenmangel.

-Entstehung des Nachhaltigkeitsbegriffs: Hans Carl von Carlowitz1713 veröffentlichte er das Buch: Sylvicultura oeconomica

—> Er forderte nur so viel Holz zu schlagen, wie wieder nachwachsen kann.

Das bezeichnete er als nachhaltende Nutzung.

-änderung durch industrialisierung-_> eisen nach 1850, STahl Nach 1900:, beton, Stahlbeton, Kohle als neue materialien und Energieträger—> druck auf wälder verringert sich

Holz verlor seine Stellung als wichtigster Baustoff.

Gründerzeit:

Das Tragwerk der Gebäude bestand oft aus Mauerwerk,

während Dächer und Decken weiterhin aus Holz gefertigt wurden.

-20,jhd Holzbausysteme ➡️ Das war der Beginn der heutigen Fertigbauweise.


Holz in der NS-Zeit 1933-45: Holz wurde ideologisch als deutsche Tradition dargestellt und dem modernen Bauen gegenübergestellt.


Holz heute wieder an Bedeutung

Weil Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, CO₂ speichert und durch moderne Holzwerkstoffe und Verbindungstechniken auch für große Gebäude geeignet ist.




Neue Wege im Holzbau

Steigender Anteil von Holz im Wohnungsbau

➡️ Der Anteil hat sich seit 1991 nahezu verdreifacht.

vA BWB

Der Trend zeigt, dass Holz im Neubau zunehmend als nachhaltige Alternative zu Beton und Stahl genutzt wird.


Durch neue Technologien erlebt der Holzbau heute eine starke Weiterentwicklung. Moderne Fertigungsmethoden machen das Bauen schneller, präziser und nachhaltiger.

Robotik:

-Einsatz von Robotern bei der Fertigung und Montage von Holzelementen.

-Höhere Präzision und geringerer Materialverbrauch.

-Komplexe Bauteile können automatisiert hergestellt werden.

➡️ Vorteil: schneller, präziser und wirtschaftlicher bauen.


Modulare Vorfertigung

- Große Wand-, Decken- oder Raummodule werden im Werk vollständig vorgefertigt.

-Auf der Baustelle werden sie nur noch montiert.

Vorteile: kürzere Bauzeit, bessere Qualität durch Fertigung im Werk, weniger Witterungseinflüsse, geringere Baustellenbelastung


Serielle Aufstockung und Sanierung

Holz eignet sich besonders gut für das Bauen im Bestand, weil es im Vergleich zu Beton oder Mauerwerk ein geringes Eigengewicht besitzt.

Dadurch können bestehende Gebäude einfach erweitert werden.

typische Möglichkeiten:

  1. Aufstockung: zusätzliche Geschosse auf ein bestehendes Gebäude setzen.

  2. Anbau: Gebäude seitlich erweitern.

  3. Füllung: Baulücken zwischen bestehenden Gebäuden schließen.

  4. Hülle: bestehende Gebäude mit einer neuen Gebäudehülle energetisch sanieren.

—> Serielle und effiziente ausführung


Der moderne Holzbau setzt auf Digitalisierung, Robotik und industrielle Vorfertigung. Dadurch lassen sich Gebäude schneller, nachhaltiger und besonders gut im Bestand erweitern oder sanieren.


Anatomischer Aufbau von Holz


1. Markröhre

  • Mittelpunkt des Stammes.

  • Entsteht beim jungen Baum.

  • Hat später kaum noch eine Funktion.

2. Kernholz

  • Innerer, älterer Teil des Stammes.

  • Besteht aus abgestorbenen Zellen.

  • Dient hauptsächlich der Tragfähigkeit.

  • Ist meist dunkler, trockener und widerstandsfähiger gegen Pilze und Insekten.

3. Splintholz

  • Liegt zwischen Kernholz und Rinde.

  • Besteht aus lebenden Holzzellen.

  • Transportiert Wasser und Nährstoffe von den Wurzeln zu den Blättern.

  • Ist meist heller und feuchter als Kernholz.

4. Frühholz

  • Entsteht im Frühjahr.

  • Helle Farbe.

  • Große Zellen mit dünnen Zellwänden.

  • Dient vor allem dem Wassertransport.

5. Spätholz

  • Entsteht im Sommer bzw. Herbst.

  • Dunklere Farbe.

  • Kleine Zellen mit dicken Zellwänden.

  • Sorgt für hohe Festigkeit.

➡️ Frühholz + Spätholz bilden zusammen einen Jahresring.


6. Kambium

  • Sehr dünne Wachstumsschicht.

  • Bildet jedes Jahr neues Holz nach innen und neue Rinde nach außen.

  • Verantwortlich für das Dickenwachstum des Baumes.

7. Bast (innere Rinde)

  • Transportiert die in den Blättern gebildeten Nährstoffe nach unten in den Stamm und zu den Wurzeln.

8. Borke (äußere Rinde)

  • Äußere Schutzschicht des Baumes.

  • Schützt vor:

    • Witterung

    • Verletzungen

    • Pilzen

    • Insekten


Querschnitt

  • Schnitt quer zur Stammachse.

  • Hier erkennt man die Jahresringe besonders gut.

Radialschnitt

  • Schnitt durch die Stammmitte.

  • Verläuft entlang der Markröhre.

  • Zeigt eine gerade Maserung.

Tangentialschnitt

  • Schnitt parallel zur Stammachse, aber außerhalb der Stammmitte.

  • Zeigt die typische "Fladerung" bzw. bogenförmige Holzzeichnung.


Die Eigenschaften von Holz variieren je nach:

  • Teil des Baumes

  • Herkunft und Standort

  • Holzart

  • Astigkeit

  • Feuchtegehalt

  • Faserrichtung

Diese Faktoren beeinflussen z. B.:

  • Festigkeit

  • Dauerhaftigkeit

  • Schwind- und Quellverhalten

  • Bearbeitbarkeit

  • Aussehen






Alterung bzw. Verwitterung von Naturstein


Naturstein ist zwar sehr langlebig, aber nicht unzerstörbar. Durch Umwelteinflüsse verändert und schädigt er sich im Laufe der Zeit.


1. Wasser 💧 (wichtigster Verwitterungsfaktor)

Wasser dringt in Poren und Risse ein.

Dadurch entstehen:

  • Frostsprengung (Wasser friert → dehnt sich um ca. 9 % aus → Stein reißt)

  • Auswaschung von Mineralien

  • chemische Reaktionen (z. B. Kalkstein löst sich durch sauren Regen)

➡️ Deshalb ist Wasser der häufigste Grund für Schäden an Naturstein.

2. Thermische Veränderungen 🌡️

Durch Sonneneinstrahlung erwärmt sich der Stein.

Nachts kühlt er wieder ab.

Dieses ständige Ausdehnen und Zusammenziehen erzeugt Spannungen.

Mit der Zeit entstehen:

  • kleine Risse

  • Abplatzungen

  • Materialermüdung

3. Erosion 🌬️

Wind, Sand und Regen schleifen die Oberfläche langsam ab.

Dadurch werden:

  • Kanten rund,

  • Reliefs undeutlich,

  • Oberflächen rau.

Das passiert besonders bei weicheren Steinen wie Sandstein.

4. Tiere und Pflanzen 🌱

Pflanzenwurzeln wachsen in kleine Risse.

Beim Dickenwachstum drücken sie den Stein auseinander.

Auch:

  • Moose

  • Flechten

  • Algen

halten Feuchtigkeit fest und fördern die Verwitterung.


Man erkennt mehrere typische Schäden:

  • Weiße Flecken → wahrscheinlich Salzausblühungen. Wasser transportiert gelöste Salze an die Oberfläche. Dort verdunstet das Wasser, die Salze kristallisieren aus und hinterlassen weiße Ablagerungen.

  • Beschädigte Steine → einzelne Natursteinquader sind bereits abgeplatzt oder stark verwittert.

  • Ausgewaschene Fugen → Wasser hat Mörtel und Material teilweise ausgespült.

  • Unebene Oberfläche → durch jahrhundertelange Verwitterung.

Schutz

Baukonstruktive Maßnahmen

Man verhindert, dass Wasser überhaupt in den Stein gelangt.

Beispiele:

  • Dachüberstände

  • Fensterbänke mit Tropfkante

  • gute Entwässerung

  • Abdichtungen

  • keine stehende Nässe

➡️ Das ist der wichtigste Schutz.

Oberflächenbehandlung

Der Stein wird zusätzlich geschützt durch:

  • Hydrophobierung (wasserabweisend)

  • Imprägnierung

  • Schutzbeschichtungen

Dadurch nimmt der Stein weniger Wasser auf.




Der Anker verbindet also die Natursteinplatte mit der Tragwand.

Der Anker muss mehrere Aufgaben erfüllen:

1. Eigengewicht tragen

Der Stein ist sehr schwer.

➡️ Der Anker übernimmt einen Teil des Gewichts.

2. Windlasten aufnehmen

Wind drückt gegen die Fassade oder saugt daran.

Der Anker verhindert,

  • dass die Platte herausgezogen wird,

  • oder sich verschiebt.

3. Temperaturbewegungen zulassen

Naturstein dehnt sich bei Wärme aus.

Im Sommer wird die Platte länger.

Im Winter zieht sie sich wieder zusammen.

➡️ Deshalb darf der Stein nicht starr eingespannt werden.


gummielastische Aufklebung

Das bedeutet:

Zwischen Stein und Metall befindet sich eine elastische Schicht.

Sie

  • gleicht kleine Bewegungen aus,

  • verhindert Spannungen,

  • schützt den Stein vor Rissen.

Gleitlager im Kunststoffröhrchen

Das bedeutet:

Der Bolzen kann sich etwas bewegen.

Dadurch kann sich der Naturstein bei Temperaturänderungen ausdehnen.

Ohne dieses Gleitlager würden große Spannungen entstehen.


Druckverteilungsplatte

Die kleine Stahlplatte verteilt die Kraft.

Ohne sie würde der Anker punktuell drücken.

→ Stein könnte ausbrechen.


Eine Fassadenplatte wird meistens mit vier Ankern befestigt.

Die Platte wird nicht direkt am Rand befestigt.

Sondern ungefähr: 1/5 - 3/5 - 1/5 —>Dadurch werden die Kräfte gleichmäßig verteilt.



Trageanker

trägt das Eigengewicht der Platte.

Gleitlager

ermöglicht Bewegungen durch Temperaturänderungen.

Druckverteilungsplatte

verteilt die Last auf eine größere Fläche.

Gummielastische Auflage

verhindert Spannungen und Risse.








Ja – aber nicht immer.#


Vorteile von Naturstein

✅ Natürliches Rohmaterial

Naturstein entsteht in der Natur.

Er muss nicht künstlich hergestellt werden wie z. B.

  • Beton

  • Ziegel

  • Kunststoff.

➡️ Das spart den energieintensiven Herstellungsprozess.

✅ Sehr langlebig

Naturstein hält oft

  • 100 Jahre,

  • 200 Jahre,

  • teilweise sogar über 1000 Jahre.

Dadurch muss er selten ersetzt werden.

✅ Wiederverwendbar

Natursteine können

  • ausgebaut,

  • erneut eingebaut,

  • oder zerkleinert als Schotter verwendet werden.

✅ Keine Schadstoffe

Naturstein gibt normalerweise

  • keine Lösungsmittel,

  • keine Weichmacher,

  • keine Schadstoffe

an die Raumluft ab.


Nachteile

Die Folie nennt den wichtigsten Nachteil:

Hoher Energiebedarf für Gewinnung und Verarbeitung

Bevor Naturstein verwendet werden kann, muss er:

  1. im Steinbruch gewonnen werden,

  2. herausgesägt werden,

  3. transportiert werden, Ein Granit aus; China,Indien,mBrasilien

    muss tausende Kilometer transportiert werden. Dadurch verschlechtert sich seine Ökobilanz erheblich.

    Ein regionaler Naturstein aus Deutschland ist deshalb meist deutlich nachhaltiger.

  4. geschnitten werden,-> riesige Diamantsägen eingesetzt

  5. geschliffen werden,

  6. poliert werden.

  7. Steinbrüche sind schwere Eingriffe in Landschafte<n und Ökosysteme

Alle diese Schritte benötigen:

  • Maschinen,

  • Strom,

  • Diesel,

  • Wasser.

➡️ Das verursacht Energieverbrauch und CO₂-Emissionen.


Was bedeutet „sozio-ökologisch“?

Nicht nur die Umwelt wird betrachtet, sondern auch soziale Aspekte:

  • Arbeitsbedingungen im Steinbruch

  • faire Bezahlung

  • Kinderarbeit

  • Sicherheit der Arbeiter

  • Transportwege

Ein Naturstein aus einem Land mit schlechten Arbeitsbedingungen kann deshalb trotz des natürlichen Materials problematisch sein.

> Naturstein ist ein natürliches, langlebiges und wiederverwendbares Baumaterial. Seine Nachhaltigkeit hängt jedoch stark vom Energieaufwand für Gewinnung, Bearbeitung und Transport sowie von sozialen Bedingungen bei der Herstellung ab. Regionaler Naturstein ist daher meist ökologisch sinnvoller als importierter.

Bodenzusammensetzung


Lehm besteht immer aus drei Bestandteilen:

  • 🟤 Sand

  • 🟠 Schluff

  • 🔴 Ton

Wichtig: ➡️ Lehm ist kein eigener Stoff, sondern ein Gemisch aus Sand, Schluff und Ton.

➡️ Lehm bzw. sandiger Lehm ist meist optimal.

🟤 Sand

Korngröße: 0,063–2 mm

Eigenschaften:

  • grobkörnig

  • stabil

  • trägt Lasten gut

  • bindet kaum Wasser

  • besitzt fast keine Klebekraft

Sand gibt Stabilität, aber keine Bindung.


🟠 Schluff

Korngröße: 0,002–0,063 mm

Eigenschaften:

  • feiner als Sand

  • fühlt sich mehlig an

  • speichert Wasser

  • bindet etwas

Er liegt zwischen Sand und Ton.


🔴 Ton

Korngröße: < 0,002 mm

Das ist der wichtigste Bestandteil.

Eigenschaften:

  • extrem fein

  • bindet Wasser

  • klebt

  • sorgt dafür, dass Lehm zusammenhält

Ton ist das Bindemittel des Lehms.


Magerer Lehm

➡️ wenig Ton Dadurch: wenig Bindung, kaum Schrumpfen, wenig Risse, aber geringere Festigkeit


Fetter Lehm

➡️ viel Ton Dadurch: ✅ hohe Bindekraft

aber auch ❌ starke Schwindrisse beim Trocknen—> Wenn sehr viel Ton vorhanden ist, entstehen Trocknungsrisse, da wasseranteil verdunstet

—> Deshalb sucht man meist einen mittleren Tonanteil.


5. Warum sind Fasern im Lehm? (Bild rechts unten)

Im Bild sieht man Pflanzenfasern (z. B. Stroh). Sie werden zugesetzt, weil sie:

  • Risse verhindern,

  • Zugkräfte aufnehmen,

  • die Zähigkeit erhöhen,

  • Schwindverformungen reduzieren.

Man kann sie mit einer kleinen Bewehrung vergleichen.


Warum enthält Lehm nicht nur Ton?

Weil reiner Ton zwar eine sehr hohe Bindekraft besitzt, beim Trocknen jedoch stark schwindet und Risse bildet. Sand erhöht die Stabilität und reduziert das Schwinden, während Schluff die Verarbeitung verbessert. Eine ausgewogene Mischung ergibt einen gut verarbeitbaren und ausreichend festen Baustoff.

wichtigsten Regeln im Lehmbau:


Lehm darf niemals direkten Kontakt mit dauerhaft feuchtem Boden oder Spritzwasser haben.

Der Sockel muss den Lehm also vor Feuchtigkeit schützen.

Weil: Lehm ist nicht wasserbeständig.!!!

Wenn er dauerhaft nass wird:

  • verliert er seine Festigkeit,

  • wird weich,

  • kann ausgewaschen werden,

  • das Mauerwerk wird beschädigt.

Deshalb beginnt eine Lehmwand nie direkt auf dem Boden, sondern immer auf einem feuchtigkeitsbeständigen Sockel.


1. gemauerter Sockel

  • Sockel aus Ziegel oder Naturstein

  • darüber eine Horizontalsperre (gestrichelte Linie)

  • erst darauf beginnt die Lehmwand.

➡️ Das ist die klassische Ausführung.

2. Sockel mit Abdichtung

Hier sieht man zusätzlich eine

  • vertikale Abdichtung an der Außenseite

  • Horizontalsperre oben.

Damit wird verhindert, dass

  • Bodenfeuchtigkeit seitlich eindringt

  • Wasser kapillar nach oben steigt.

➡️ Das ist heute die häufigste Lösung.

3. Natursteinsockel

Hier besteht der gesamte Sockel aus großen Natursteinen.

Warum?

Naturstein

  • ist wasserfest,

  • nimmt kaum Wasser kapillar auf,

  • trägt die Lehmwand sicher.

Auch hier liegt oben wieder die Horizontalsperre.


Was bedeutet die gestrichelte Linie?

Sie stellt die Horizontalsperre dar.

Sie verhindert:

➡️ kapillar aufsteigende Feuchtigkeit.

Ohne diese Sperre würde Wasser aus dem Fundament in die Lehmwand steigen.

—>

Da Lehm nicht wasserbeständig ist, muss jede Lehmwand auf einem feuchtigkeitsbeständigen Sockel mit Horizontalsperre errichtet werden. Dadurch wird aufsteigende Bodenfeuchtigkeit und Spritzwasser vom Lehm ferngehalten.



  1. Materialherstellung (Rohstoffe gewinnen)

  2. Komponentenherstellung

  3. Produktfertigung

  4. Verkauf und Nutzung

  5. Sammlung nach der Nutzung

➡️ Danach sollte das Material nicht weggeworfen, sondern wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden.


Je kleiner der Kreis, desto besser, weil weniger Energie benötigt wird.

  • T4 – Erhalten / Teilen ✅ (am besten)

    • Produkt einfach weiter nutzen.

    • Beispiel: Ein Gebäude wird weiter genutzt statt abgerissen.

  • T3 – Reparieren / Wiederverwenden

    • Defekte Teile reparieren.

    • Beispiel: Ein Stahlträger wird ausgebaut und in einem neuen Gebäude wieder eingesetzt.

  • T2 – Aufbereiten

    • Produkt überarbeiten oder modernisieren.

    • Beispiel: Stahlbauteile entrosten und neu beschichten.

  • T1 – Recyceln

    • Material einschmelzen und daraus neuen Stahl herstellen.

    • Das funktioniert gut, braucht aber mehr Energie als Wiederverwendung.

Die grünen Kreisläufe (biobasierte Materialien wie Holz)

Hier regeneriert sich das Material durch die Natur.

  • B4: direkte Wiederverwendung

  • B3: Kaskadennutzung (z. B. Bauholz → Möbel → Spanplatte)

  • B2: industrielle Verwertung

  • B1: Rückführung in die Natur (Kompostierung, biologischer Abbau)

Je länger ein Material genutzt wird und je weniger neu produziert werden muss, desto:

  • weniger Rohstoffe werden benötigt,

  • weniger Energie wird verbraucht,

  • weniger CO₂ entsteht.


Die Kreislaufwirtschaft verfolgt das Ziel, Abfall zu vermeiden. Materialien sollen möglichst lange im Kreislauf bleiben – zuerst erhalten, dann reparieren, wiederverwenden, aufbereiten und erst zuletzt recyceln. Dadurch werden Ressourcen geschont und CO₂-Emissionen reduziert.




  1. Besteht aus:

    • Kalk (Bindemittel),

    • Wasser,

    • Vulkanasche (Puzzolan),

    • Steinen/Ziegelbruch als Zuschlag.

  2. Er gilt als Vorläufer unseres heutigen Betons.

➡️ Der große Vorteil war, dass der Beton gegossen werden konnte. Dadurch konnten die Römer riesige Kuppeln, Gewölbe und Bögen bauen.

—>Das Pantheon besitzt die größte unbewehrte Betonkuppel der Welt.

1. Unten schwerer Beton

Im unteren Bereich befinden sich schwere Gesteine wie:

  • Travertin

  • schwere Tuffsteine

➡️ Dort wirken die größten Druckkräfte.

2. Nach oben wird der Beton leichter

Je höher die Kuppel wird, desto leichtere Zuschläge werden verwendet:

  • Ziegelbruch

  • Tuff

  • Bimsstein

Dadurch sinkt die Rohdichte:

  • unten: 1,75

  • Mitte: 1,60

  • weiter oben: 1,50

  • ganz oben: 1,35

➡️ Die Kuppel wird nach oben immer leichter.

3. Dünnere Wandstärke

Auch die Wandstärke nimmt ab:

  • unten ca. 6 m

  • oben nur 1,60 m

➡️ Weniger Eigengewicht bedeutet kleinere Belastung.

4. Kassetten (Coffern)

Auf dem rechten Bild erkennt man die quadratischen Vertiefungen.

Diese nennt man Kassetten.

Sie dienen dazu,

  • Material einzusparen,

  • das Eigengewicht zu reduzieren,

  • ohne die Stabilität stark zu verschlechtern.

5. Oculus

Die Öffnung oben hat einen Durchmesser von etwa 9 m.

Sie

  • bringt Tageslicht,

  • spart zusätzlich Gewicht,

  • reduziert die Belastung im höchsten Punkt der Kuppel.

—>Beton besitzt eine sehr hohe Druckfestigkeit.

Eine Kuppel leitet die Lasten fast ausschließlich als Druckkräfte ab.

➡️ Deshalb eignet sich Beton hervorragend für Kuppeln und Gewölbe.


—>

Das Pantheon zeigt die intelligente Verwendung von römischem Beton (Opus caementitium). Die Kuppel wird nach oben immer leichter und dünner: schwere Zuschläge unten, leichte Zuschläge (z. B. Bims) oben, Kassetten und Oculus reduzieren zusätzlich das Eigengewicht. Dadurch konnte eine 43,3 m große unbewehrte Betonkuppel errichtet werden, die bis heute erhalten ist.



  1. Einfluss des Wasser-Zement-Werts (w/z-Wert)

  2. Betonzusatzmittel


1. Wasser-Zement-Wert (w/z-Wert)

Der Wasser-Zement-Wert beschreibt das Verhältnis von Wasser zu Zement.

➡️ Der Beton wird:

  • fester

  • nimmt weniger Wasser auf

  • schwindet weniger

  • blutet weniger (weniger Wasser setzt sich oben ab)

Rechts: großer w/z-Wert (viel Wasser)

➡️ Der Beton wird:

  • weniger fest

  • nimmt mehr Wasser auf

  • schwindet stärker

  • blutet stärke

Bluten bedeutet:

➡️ Überschüssiges Wasser steigt an die Betonoberfläche.

Dadurch entstehen:

  • Poren,

  • schlechtere Oberfläche,

  • geringere Festigkeit.

  • Je weniger Wasser (kleiner w/z-Wert), desto besser und fester ist der Beton.


2. Betonzusatzmittel

Zusatzmittel verändern die Eigenschaften des Betons.

Die wichtigsten solltest du kennen:

1. Betonverflüssiger (BV)

  • macht den Beton flüssiger ohne zusätzlich Wasser ➡️ bessere Verarbeitbarkeit

2. Luftporenbildner (LP)

  • erzeugt kleine Luftporen ➡️ verbessert den Frost- und Tausalzwiderstand

3. Betondichtungsmittel (DM)

  • macht Beton dichter ➡️ weniger Wasser dringt ein

4. Erstarrungsverzögerer (VZ)

  • Beton bleibt länger verarbeitbar ➡️ gut bei heißem Wetter oder langen Transportwegen

5. Erstarrungsbeschleuniger (EH)

  • Beton erhärtet schneller ➡️ gut im Winter oder wenn früh ausgeschalt werden soll

6. Einpresshilfen

  • verbessern das Fließverhalten von Einpressmörtel ➡️ z. B. bei Spannbeton

7. Stabilisierer (ST)

  • verhindern das Entmischen des Betons ➡️ Zuschläge und Zement bleiben gleichmäßig verteilt

—>

Der Wasser-Zement-Wert beeinflusst die Qualität des Betons. Ein kleiner w/z-Wert führt zu höherer Festigkeit, geringerer Wasseraufnahme und weniger Schwinden. Ein großer w/z-Wert macht den Beton zwar leichter verarbeitbar, verringert aber die Festigkeit. Betonzusatzmittel wie Betonverflüssiger, Luftporenbildner oder Erstarrungsbeschleuniger werden eingesetzt, um die Eigenschaften des Betons gezielt zu verbessern.


  1. Zusatzmittel → chemische Stoffe in kleinen Mengen, verändern die Eigenschaften des Betons (z. B. Verflüssiger, Beschleuniger).

  2. Zusatzstoffe → mineralische Stoffe wie Flugasche oder Hüttensand, ersetzen einen Teil des Zements und verändern Zusammensetzung und Nachhaltigkeit.





Je nachdem, welcher Umgebung der Beton ausgesetzt ist, braucht man eine andere Betonqualität.—> Man möchte verhindern, dass die Bewehrung (Stahl im Beton) rostet.

Es gibt 2 Hauptursachen, warum Bewehrungsstahl korrodiert:

1. Karbonatisierung (CO₂)

2. Chloride (Salz)Salz ist sogar gefährlicher. Chloride greifen die Passivschicht des Stahls direkt an. Beispiele: Streusalz, Sole, Meerwasser


Exposition bedeutet:

Welchen Umwelteinflüssen ist der Beton ausgesetzt?

Je nachdem, ob der Beton trocken, nass, salzig oder Frost ausgesetzt ist, muss der Beton anders zusammengesetzt sein.


X0

Keine Korrosionsgefahr.—> benotn muss nicht besinders hochwertig sein


XC = Karbonatisierung

Das X steht für Exposition.

C steht für Carbonation (= Karbonatisierung).


XC1

Trocken oder dauerhaft nass.—> zb Wohnzimmer, Keller


XC2

Nass, aber selten trocken.—> Fundamente, Wasserbehälter


XC3

Mittlere Feuchtigkeit.: Parkhäuser innen, Feuchträume, Hallen


XC4

Wechsel zwischen nass und trocken. Das ist besonders kritisch.

Beispiele: Außenfassaden, Balkone, Regen



XD = Chloride (nicht Meerwasser)

D = Deicing Salt (= Streusalz)

Also: Salz durch Straßenverkehr.


XD1

Spritzwasser mit Streusalz. Beispiel: Einfahrten, Garagen

XD2

Ständig chloridhaltiges Wasser. Beispiel: Solebäder, Industrieanlagen

XD3

Sehr viel Spritzwasser. Beispiel: Brücken, Parkdecks


XS = Meerwasser

S = Sea

XS1

Nur salzige Luft. Beispiel: Gebäude an der Küste.

XS2

Unter Wasser. Beispiel: Pfeiler im Meer.

XS3

Spritzwasserzone. Das ist die schlimmste Belastung.

Beispiel: Kaimauern.

Je schlimmer die Umgebung,→ desto dichter muss der Beton sein.

Deshalb steigt die Festigkeitsklasse.

dichter Beton weniger Wasser und Salz hineinlässt.



welche fugenarten gibt es

Fugen haben nicht nur eine technische, sondern auch eine gestalterische Funktion.Die drei Fugenarten auf der Folie

Woraus besteht Fugenmörtel?

Er besteht aus:

  • Bindemittel → meist Zement, Kalk oder Kalk-Zement

  • Sand (feine Gesteinskörnung)

  • Wasser

  • ggf. Zusatzstoffe, z. B. zur Verbesserung der Verarbeitbarkeit oder Wasserabweisung

1. Bündige oder Vollfuge

  • Mörtel schließt bündig mit der Ziegeloberfläche ab.

  • Die Fuge ist kaum sichtbar.

Vorteile:

  • Gute Witterungsbeständigkeit (Regen bleibt weniger stehen).

  • Ruhiges, geschlossenes Fassadenbild.

➡️ Wird häufig bei modernen Fassaden verwendet.

2. Vertiefte (ausgekratzte) Fuge

  • Die Fuge liegt einige Millimeter hinter der Ziegeloberfläche.

Dadurch treten die Ziegel stärker hervor.

Vorteile:

  • Betont den einzelnen Stein.

  • Plastische Fassadenwirkung.

Nachteil:

  • Regenwasser kann leichter in der Vertiefung stehen bleiben.

  • Etwas schlechterer Witterungsschutz.

3. Abgeschrägte Fuge

  • Die Fuge ist schräg ausgeführt.

Dadurch läuft Regenwasser besser ab.

Vorteile:

  • Gute Entwässerung.

  • Gleichzeitig interessante Licht- und Schattenwirkung.


—> 1. Gestaltung (am wichtigsten)

Die Fuge bestimmt das Aussehen der Wand.

  • bündig → ruhige Fläche

  • vertieft → Ziegel werden betont

  • abgeschrägt → lebendige Schatten

2. Witterungsschutz

Die Form beeinflusst, wie gut Wasser abläuft.

  • bündig → sehr gut

  • abgeschrägt → ebenfalls gut

  • vertieft → schlechter

3. Licht und Schatten

Je nach Fugentiefe entstehen unterschiedliche Schatten.

Dadurch wirkt dieselbe Mauer:

  • flach,

  • plastisch,

  • oder besonders strukturiert.

  • —> Unterschiedliche Fugenarten gibt es aus gestalterischen Gründen und zur Beeinflussung des Witterungsschutzes. Die Fugenausbildung bestimmt das Erscheinungsbild der Ziegelfassade und beeinflusst den Wasserablauf.










Die nachhaltigste Lösung ist immer die direkte Wiederverwendung.

✓ Ganze Ziegel wiederverwenden

Wenn ein Gebäude vorsichtig zurückgebaut wird, können Ziegel:

  • gereinigt werden,

  • von Mörtelresten befreit werden,

  • erneut vermauert werden.

➡️ Es wird kein neuer Ziegel hergestellt, daher spart man Rohstoffe und die gesamte Brennenergie.

Das ist die nachhaltigste Variante.


Recycling

Wenn die Ziegel nicht mehr als ganze Steine verwendet werden können, werden sie zerkleinert.

Dann entstehen z. B.:

  • Recycling-Zuschlag für Beton

  • Schotter

  • Straßenunterbau

  • Füllmaterial

➡️ Das nennt man Recycling oder oft Downcycling, weil daraus meist kein neuer hochwertiger Ziegel entsteht.

Sortenrein / massiv → gutes Recycling

Das bedeutet:

Ein normaler Vollziegel besteht fast nur aus:

  • Ton

  • gebrannt

Es gibt keine anderen Materialien.

➡️ Deshalb lässt er sich leicht recyceln.


arum sind Dämmziegel problematisch?

Die weißen oder grünen Bereiche auf der Folie sind Dämmstoffe.

Zum Beispiel:

  • Mineralwolle

  • Perlit

  • Polystyrol

  • andere Füllstoffe

Diese Materialien sind fest mit dem Ziegel verbunden.

Dadurch:

  • lassen sie sich kaum trennen,

  • der Ziegel ist nicht mehr sortenrein,

  • hochwertiges Recycling wird schwierig.

➡️ Deshalb steht auf der Folie:

„Problematisch: Dämmziegel!“



Nachhaltigkeit

Je einfacher ein Baustoff aufgebaut ist, desto nachhaltiger ist sein Lebensende.

Wiederverwendung ist besser als Recycling. Massive, sortenreine Ziegel können gut wiederverwendet oder recycelt werden. Dämmziegel sind problematisch, weil Ziegel und Dämmstoff fest miteinander verbunden sind und sich nur schwer trennen lassen.

Author

Kiana B.

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