Anthropometrie
Definition
Ziel
Betrachtete Maße
Anthropos = Mensch
Metron = Maß
Definition:
Erfassung, Auswertung und Anwendung von Körpermaßen
Ziel:
Ergonomische Auslegung von Arbeitsplätzen und Produkten
Festlegung von Sicherheitsmaßen
Betrachtete Maße:
Längen-/ Umfangsmaße
Körperteilgewichte
Bewegungsräume
Greifräume
visuelle Daten
Kräfte
Erfassen von Körpermaßen: Längen & Winkel
Standardisierte Haltungen & Messstrecken für Vergleich und Reproduzierbarkeit
Körperlängen:
Anthropometrisches Messbesteck:
Messung von Knochenpunkt zu Knochenpunkt
Bodyscanner: Körperflächen mit Laser 3Dimensional erfassen
Körpermaße & Gelenkwinkel: PCMAN
Aufnahme des Probanden mit Drahtgittermodell überlagern
Händisch Anpassen des Modells an Probanden
-> Körperhaltungen beliebig nachbildbar
-> Haltungsmodelle Kraftfahrzeuge
-> Haltungsmodelle Bürotätigkeiten
SizeGERMANY
Reihenmessung 2007-2008
>13000 Menschen
Alter 6-87 Jahre
52 Körpermaße
Erfassung von Körpermaßen: Kraft
Messprinzipien
Aufgabenspezifisch:
Maximal mögliche Kraft für eine bestimmte Aufgabe in einer bestimmten Haltung
Messhaltung != reale Haltung => keine Aussage möglich
Gelenkspezifisch:
Gelenkmoment-/ Gelenkwinkelverläufe für jedes Gelenk identifizieren
Haltung -> Gelenkwinkel -> max. Gelenkmomente -> max. externe Kraft
Erfassung von Bewegungen:
Methoden
Optisch : Vicon
Intertial: CAPTIV
Erfassung von Bewegungen: Optisch: Vicon
Ablauf
Prinzip
Vorteile/ Nachteile
optisch: Vicon
Ablauf:
Versuchperson mit Markern bekleben
Detektierte Marker in Echtzeit in Software anzeigen
Labeling: Marker & Körpersegemente zuweisen
Auswertung nach Gelenkwinkelverlauf über Zeit
Prinzip: optisch passive Bewegungserfassung
Marker reflektieren IR-Licht
Voteil:
Realtime Erfassung möglich
Exakte Messung
viele Marker gleichzeitig trackbar
Geringe Latenzverzögernung (<9ms)
Nachteile:
Andere Reflektierten Materialien stören Aufnahme
Erfassung schwierig bei verdeckten Markern
Marker sitzen auf der Haut statt direkt auf den Knochen → Hautbewegungen können Messfehler verursachen.
Erfassung von Bewegungen: inertial: CAPTIV
Bewegungserfassung mit Inertialsensorik
Sensoren an Probanden befestigen
Winkel, Gelenkgeschwindigkeiten, Positionen im Vergleich zur Ruheposition werden erfasst
Gesendet an PC/ in tragbaren Gerät gespeichert
Synchronisation:
Sensordaten in CAPTIV Software mit gleichzeitg aufgenommenen Video Synchronisieren
Vorteil:
Einmalige Kalibirerung, danach überall einsetzbar (mobil)
bis zu 15 Sensoren können ganzen Körper erfassen
bei Längeren Bewegungen einsetzbar (Ski-Fahren)
Nachteil:
Körperlängen/ Anthropometrie nicht erfassbar
Störanfälligkeit durch elektromagnetische Felder
Sensorik auf Körper getragen (Unkomfortabel)
Perzentil:
Zahlenwert, der angibt wie viel Prozent in einer Bevölkerungsgruppe kleiner sind als der jeweils angegebene Wert
Differenzierung von Messbefunden:
Geschlecht:
Körperliche Unterschiede Mann/ Frau
Altersveränderung (Ontogenese)
alterbedingte Abnahme von Körperteilen
Regionale Differenzierung:
5. Perzentil Frau Deutschland größer als 5. Perzentil Mexiko
Akzeleration:
Zunahme durchschnittliche Körpergrößen (1-2 cm pro Jahrzent)
heutzutage: 5. Perzentil kaum verändert, 95. Perzentil nimmt weiter zu
Anwendung von Körpermaßen:
Häufig beobachtete Probleme
Konstrukteure/ Designer nehmen sich selbst als Maß, der von Ihnen gestatleten Dinge
Auslegung nach Mittelwerten (kleinere / größere Menschen unberücksichtigt)
Anwendung: Hilfsmittel bei Produktauslegung
Tabellen (Handbuch der Ergonomie)
Wichtig zu beachten:
Untersuchungsjahr (Akzeleration?)
Altersgruppe (Junge Menschen größer als Ältere)
Untersuchungsort (Asiaten kleiner als Deutsche)
Messhaltung (vergleichbare Haltungen)
Geeignet für 1Dimensionale Fragestellungen (Türhöhe)
- Bezug der Körpermaße zueinander geht verloren
Webdatenbanken (SizeGermany)
Schablonen (Kieler Puppe)
Versuch, Körpermaße zu einer vereinfachten menschlichen Figur/ Modell zusammen fassen
+einfach zu handhaben
+günstig
-2D (nur Projektionen)
-Unterschiedlichkeit der Proportionen uneberücksichtigt
Menschmodelle (AnyBody, RAMSIS)
Anwendung - Hilfsmittel bei Produktauslegung:
Menschmodelle - AnyBody
Muskel-Skelett-Modell des Menschen.
Berechnet Muskelkräfte, Gelenkkräfte und Gelenkmomente.
Bestimmt die körperliche Beanspruchung.
Nutzt Motion-Tracking-Daten und ermöglicht Simulationen verschiedener Parameter.
Menschmodelle - RAMSIS
Anthropometrisches Menschmodell zur Darstellung unterschiedlicher Körperformen.
Berechnet realistische Körperhaltungen anhand von Restriktionen.
Nutzer muss Haltung nicht manuell vorgeben.
Grundlage: Haltungsmodell + Randbedingungen → wahrscheinlichste Haltung.
Einsatz im Fahrzeugbereich:
PKW-Auslegung und Ergonomieanalysen
Prüfung von:
Erreichbarkeit (z. B. Radio, Schaltung, Sitzverstellung)
Sichtverhältnissen (z. B. Rundumsicht, A-/B-Säulen, Anzeigen)
Verstellbereichen (Sitz- und Lenkradverstellung für verschiedene Körpergrößen)
Sitzkomfort
Komfort
Diskomfort
Komfort und Diskomfort sind unabhängig voneinander.
Diskomfort:
Objektiv messbar.
Biomechanische Einflussgrößen (z. B. Druck).
Geringer Diskomfort ist Voraussetzung für Komfort, aber allein nicht ausreichend.
Komfort:
Subjektives Empfinden.
Beeinflusst durch Ästhetik, Erwartungen, Wohlbefinden.
Objektive Messung nur eingeschränkt möglich.
Verbale Befragung: Semantisches Differential (Gegensatzpaare auf Skala bewerten).
Nonverbale Befragung: Emocards (Gefühlsausdrücke auswählen).
Interviews / Ratingskalen.
Psychophysiologisch: z. B. Hautwiderstand.
Physikalische Messgrößen: z. B. Druckverteilung.
Verhalten: Haltung, Gestik, Bewegungen
Sitzkomfort - Einflussgrößen
Mikroklima
Haltung
Sitzdruckverteilung:
Korrelation zwischen Diskomfortbewertung und Ausprägung der Parameter:
Maximaldruck
Gradient
Prozentuale Lastverteilung
Langzeitkomfort
Ansitzgefühl
Seitenführung
Vibration
Anthropometrische Gestaltungsregeln
Innere Maße orientieren sich an größter Person
Äußere Maße orientieren sich an kleinster Person
Sicherstellung von Sichtbarkeit und Ablesbarkeit
Größe der Symbole
Blickwinkel
Verdeckung bei Benutzung?
Zugänglichkeit
Körperhaltung
Sicherstellung einer Komfortablen Bedienbarkeit durch die richtige Wahl von Bedienkräften
Stellwinkel, Drehmomentbereiche
Fingerdrucktaster
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