Was bedeutet Sprachwandel?
Definition:
Sprachwandel bedeutet, dass sich Sprache im Laufe der Zeit verändert, zum Beispiel bei Wortschatz, Bedeutung, Aussprache, Grammatik oder Schreibweise.
Anwendung:
Du untersuchst, was sich verändert, wodurch die Veränderung entsteht und wie sie bewertet wird.
Was ist Sprachvariation?
Sprachvariation bedeutet, dass Menschen je nach Region, sozialer Gruppe, Situation oder Kommunikationszweck unterschiedlich sprechen und schreiben.
Du fragst:
Wer spricht?
Mit wem?
In welcher Situation?
Welche Sprachform wird verwendet?
Warum passt diese Sprachform zur Situation?
Beispiele:
Dialekt
Jugendsprache
Fachsprache
Standardsprache
Umgangssprache
Was ist Standardsprache?
Standardsprache ist die überregional anerkannte und normierte Sprachform, die besonders in Schule, Verwaltung, Medien und formeller Kommunikation verwendet wird.
Du untersuchst, ob ein Text sich an den Regeln der Standardsprache orientiert oder bewusst davon abweicht.
Was ist ein Dialekt?
Ein Dialekt ist eine regional gebundene Sprachform mit eigenen Merkmalen bei Aussprache, Wortschatz und teilweise Grammatik.
Dialekt kann zum Beispiel:
regionale Herkunft zeigen,
Nähe und Vertrautheit erzeugen,
Figuren charakterisieren,
soziale Zugehörigkeit verdeutlichen.
Was ist ein Soziolekt?
Ein Soziolekt ist eine Sprachvariante, die typisch für eine bestimmte soziale Gruppe ist.
Mögliche Gruppen:
Jugendliche
Berufsgruppen
bestimmte soziale Milieus
Szenen oder Subkulturen
Du untersuchst, wie die Sprache Zugehörigkeit, Abgrenzung oder soziale Identität ausdrückt.
Was ist ein Register?
Sprachform, die jemand passend zu einer bestimmten Situation, einem Adressaten oder einem Zweck wählt.
formell
informell
sachlich
wissenschaftlich
umgangssprachlich
Du untersuchst, ob die Sprache zur Situation und zum Adressaten passt.
Was ist Denotation?
Sachliche Grundbedeutung eines Wortes, also das, worauf das Wort unmittelbar verweist.
Daneben steht die Konnotation:
zusätzliche Gefühle oder Wertungen, die ein Wort auslösen kann.
Bei Wortwahl analysierst du häufig das Zusammenspiel von Denotation und Konnotation.
Was ist ein Neologismus?
Ein Neologismus ist ein neu entstandenes oder neu verwendetes Wort beziehungsweise eine neue Wortbedeutung.
Neologismen können:
gesellschaftliche Veränderungen zeigen,
neue Phänomene benennen,
modern oder kreativ wirken.
Was ist ein Euphemismus?
Beschönigende oder abschwächende Bezeichnung für etwas Unangenehmes oder Negatives.
Du untersuchst, was abgeschwächt oder positiver dargestellt werden soll.
Was ist ein Dysphemismus?
Ein Dysphemismus ist eine bewusst abwertende, negative oder verletzende Bezeichnung.
Du untersuchst, welche Person oder Sache sprachlich abgewertet wird und welche Haltung dadurch deutlich wird.
Was besagt das Organon-Modell von Karl Bühler?
Bühler: Sprache stellt immer etwas dar, drückt etwas aus oder wirkt auf jemanden ein.
Darstellung
Es informiert über einen Sachverhalt.
Der Raum ist kalt.
Ausdruck
Es zeigt etwas über den Sprecher, zum Beispiel Gefühle oder Einstellungen.
Mir ist kalt.
Appell
Es versucht, auf den Empfänger einzuwirken.
Mach bitte das Fenster zu.
Du untersuchst, welche Funktion in einer Äußerung besonders wichtig ist.
Was besagt das Vier-Seiten-Modell von Schulz von Thun?
Nach Thun hat jede Nachricht hat vier Seiten: Sache – Selbstoffenbarung – Beziehung – Appell.
Sachinhalt
Worüber informiere ich?
Selbstoffenbarung
Was zeige ich über mich selbst?
Beziehung
Was halte ich von meinem Gegenüber und wie stehe ich zu ihm?
Was möchte ich, dass mein Gegenüber tut?
Das Modell eignet sich besonders zur Analyse von Missverständnissen und Konflikten.
Welche Axiome Watzlawicks sind besonders wichtig?
Watzlawick: Fünf Grundannahmen über Kommunikation.
1. Man kann nicht nicht kommunizieren.
Auch Schweigen, Wegsehen oder Nicht-Reagieren vermittelt eine Botschaft.
Das Schweigen der Figur ist ebenfalls Kommunikation und kann Ablehnung oder Unsicherheit ausdrücken.
2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt.
Eine Äußerung vermittelt nicht nur Informationen, sondern zeigt auch, wie die Gesprächspartner zueinander stehen.
Der sachliche Inhalt ist nebensächlich; entscheidend für den Konflikt ist der abwertende Beziehungston.
3. Kommunikation wird von den Beteiligten unterschiedlich strukturiert.
Jede Seite kann Ursache und Wirkung eines Konflikts anders wahrnehmen.
Beispiel:
A: „Ich schreie, weil du mich ignorierst.“
B: „Ich ignoriere dich, weil du schreist.“
Beide Figuren betrachten das Verhalten des jeweils anderen als Ursache des Konflikts.
4. Kommunikation erfolgt digital und analog.
Digital: Worte und sprachliche Zeichen.
Analog: Körpersprache, Mimik, Gestik, Tonfall.
Obwohl die Figur verbal Zustimmung äußert, widerspricht ihre ablehnende Körpersprache dieser Aussage.
5. Kommunikation kann symmetrisch oder komplementär sein.
Symmetrisch: Gesprächspartner begegnen sich ungefähr auf gleicher Ebene.
Komplementär: Es besteht ein Unterschied in Stellung oder Macht.
Die Kommunikation ist komplementär, da der Vater durch seine Autorität die übergeordnete Position einnimmt.
Was ist das Kooperationsprinzip nach Grice?
Das Kooperationsprinzip besagt, dass Gesprächspartner normalerweise so kommunizieren, dass ihr Beitrag zum gemeinsamen Gespräch sinnvoll und verständlich ist.
Grice unterscheidet vier Gesprächsmaximen:
Quantität
Sage so viel wie nötig, aber nicht unnötig viel.
Qualität
Sage nichts, was du für falsch hältst oder nicht begründen kannst.
Relevanz
Sage etwas, das zum Thema gehört.
Art und Weise
Drücke dich klar, verständlich und geordnet aus.
Wenn eine Figur gegen eine Maxime verstößt, kann das zum Beispiel:
Missverständnisse erzeugen, Ironie zeigen, etwas verbergen, ein Gespräch vermeiden, Macht ausüben.
Wie solltest du für die Prüfung die Kommunikationsmodelle anwenden?
Äußerung bestimmen → passende Ebene oder Regel anwenden → Missverständnis/Beziehung erklären → Bedeutung für den Konflikt zeigen.
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