Schritt 1
Was soll analysiert werden?
Schritt 11
Satzbau analysieren
Schau beispielsweise nach:
→ wirken direkt, eindringlich, verständlich
→ wirken komplex, differenziert, argumentativ
→ vermitteln Vielzahl oder verstärken einen Eindruck
→ beziehen Leser gedanklich ein
Beispiel:
„Wie lange wollen wir noch …?“
→ fordert den Leser zum Nachdenken auf und kann gleichzeitig eine bestimmte Antwort nahelegen.
Schritt 9
Sprachliche Mittel analysieren
Nicht:
„Der Autor verwendet eine Metapher.“
Das ist nur Benennung.
Du brauchst:
Mittel → Beispiel → Wirkung → Funktion → Bezug zur Intention
Mit der Metapher „…“ beschreibt der Autor … . Das Bild vermittelt den Eindruck, dass … . Dadurch wird die Problematik für den Leser anschaulich dargestellt und zugleich emotional bewertet. Die Metapher unterstützt somit die kritische Haltung des Autors gegenüber … .
Was? → Wie? → Warum? → Wirkung?
Schritt 10
Wortwahl untersuchen
Das wird oft unterschätzt.
Achte auf:
„Chance“, „Fortschritt“, „Freiheit“
„Gefahr“, „Problem“, „Manipulation“
„bedenklich“, „sinnvoll“, „verantwortungslos“
Beispielsweise:
Gefahr → Bedrohung → Risiko → Schaden
Dann kannst du schreiben:
Das auffällig negative Wortfeld verdeutlicht, dass der Autor den beschriebenen Sachverhalt nicht neutral darstellt, sondern ihn deutlich kritisch bewertet.
Schritt 12
Leseransprache untersuchen
Sehr wichtig!
„wir“, „uns“, „Sie“, „du“
Kann Gemeinschaft erzeugen:
Autor + Leser teilen angeblich dieselben Werte.
„Sie müssen sich fragen …“
→ Leser wird unmittelbar angesprochen.
„Denken Sie darüber nach!“
→ appellativ und auffordernd.
Schritt 13
Intention bestimmen
Jetzt beantwortest du:
Was will der Autor mit seinem Text erreichen?
Mögliche Ziele:
informieren
überzeugen
kritisieren
warnen
appellieren
sensibilisieren
provozieren
zum Nachdenken bringen
Aber wieder:
❌
„Der Autor möchte überzeugen.“
✅
„Der Autor verfolgt das Ziel, die Leser von … zu überzeugen. Dies wird insbesondere durch seine Kombination aus sachlichen Argumenten und emotionalisierender Sprache deutlich.“
Schritt 14
Alles miteinander verbinden
Das ist der Unterschied zwischen einer soliden 10-Punkte-Analyse und einer sehr guten Analyse.
Du solltest zeigen:
Argumentation + Sprache + Intention + Leserwirkung
Der Autor verwendet zunächst sachliche Argumente, um seine Position rational abzusichern. Durch die anschließende Verwendung emotional gefärbter Begriffe verstärkt er jedoch zugleich die emotionale Wirkung seiner Aussagen. Die Verbindung beider Strategien ermöglicht es ihm, sowohl die rationale als auch die emotionale Ebene der Leser anzusprechen und dadurch seine Überzeugungsabsicht zu verstärken.
🔥 Genau solche Verknüpfungen bringen deine Analyse auf ein höheres Niveau.
Schritt 15
Schluss
Im Schluss solltest du nicht einfach alles wiederholen.
Beantworte kurz:
Ist die Argumentation überzeugend?
Und:
Erreicht der Autor seine Intention?
Insgesamt erweist sich die Argumentation des Autors als weitgehend überzeugend. Insbesondere die Verbindung nachvollziehbarer Sachargumente mit einer gezielten Leseransprache unterstützt seine Intention, die Rezipienten für … zu sensibilisieren. Gleichzeitig zeigt die teilweise emotionalisierende Wortwahl, dass der Autor keine vollständig neutrale Darstellung anstrebt, sondern die Leser gezielt in Richtung seiner eigenen Position lenken möchte.
15 Punkte Shortcut
1. Aufgabenstellung verstehen
↓
2. Text lesen
3. Kernaussage bestimmen
4. Kommunikationssituation
5. Einleitung
6. Argumentationsgang
7. Argumentationsstrategien
8. Argumenttypen + Belege
9. Sprachliche Mittel
10. Wortwahl
11. Satzbau
12. Leseransprache
13. Intention + Wirkung
14. Alles miteinander verknüpfen
15. Gesamturteil
Die wichtigsten Tipps
Bei jedem wichtigen Mittel solltest du versuchen, diese Kette zu bilden:
Mittel → Textbeleg → Wirkung → Funktion → Intention
Zum Beispiel:
Metapher → „…“ → macht die Problematik anschaulich → verstärkt die negative Darstellung → unterstützt die Kritik des Autors.
Wenn du diese Denkweise konsequent anwendest, schreibst du keine bloße Aufzählung von Stilmitteln, sondern eine echte Analyse.
Eine Sachtextanalyse und eine textgebundene Erörterung sind nicht dasselbe:
Sachtextanalyse
Textgebundene Erörterung
Wie argumentiert der Autor?
Ist die Position des Autors überzeugend?
Wie ist der Text aufgebaut?
Welche Argumente sprechen dafür/dagegen?
Welche Sprache verwendet er?
Eigene Argumentation
Welche Wirkung hat das?
Abwägung
Welche Intention verfolgt er?
Eigenes Urteil
Linear
Nur eine Seite
Schritt 3
Text ein zweites Mal lesen
Markieren:
Argumentation
These
Argument
Begründung
Beispiel
Gegenargument
Schlussfolgerung
Sprache
Metaphern
Vergleiche
rhetorische Fragen
Wiederholungen
Aufzählungen
Wortfelder
direkte Anrede
Ironie
Übertreibungen
wertende Begriffe
Aufbau
Einstieg
Problem
Argumententwicklung
Gegenposition
Schluss/Forderung
Intention
zum Nachdenken anregen
Schritt 2
Worum geht es?
Einen Satz aufschreiben
Schritt 6
Inhalt und Argumentationsgang anschauen
Wie entwickelt der Autor seine Gedanken?
„Im ersten Absatz geht es um … Im zweiten Absatz geht es um …“
Das wäre hauptsächlich Inhaltswiedergabe.
Besser:
„Zu Beginn stellt der Autor … dar. Dadurch führt er den Leser in die Problematik ein. Anschließend …“
Du analysierst also die Funktion.
Zu Beginn schildert der Autor ein alltägliches Beispiel, um das Problem für die Leser unmittelbar erfahrbar zu machen. Anschließend formuliert er seine zentrale Kritik und stützt diese durch mehrere Argumente. Im weiteren Verlauf berücksichtigt er auch eine mögliche Gegenposition, die er anschließend relativiert. Dadurch erscheint seine eigene Position differenziert und überzeugender.
Schritt 4
Kommunikationssituation klären
Wer schreibt?
→ Journalist, Wissenschaftler, Politiker, Schriftsteller …
An wen richtet sich der Text?
→ Jugendliche, Öffentlichkeit, Fachpublikum, Wähler …
Wo erscheint der Text?
→ Zeitung, Magazin, Blog, Rede, Essay …
Wann wurde er veröffentlicht?
Der Zeitpunkt kann wichtig sein, wenn er etwas mit dem Thema zu tun hat.
Warum schreibt der Autor diesen Text?
Schritt 5:
Einleitung schreiben
Wer? Was? Wo? Wann? Worüber? Mit welcher Absicht?
In dem im Jahr 2026 veröffentlichten Zeitungsartikel „…“ setzt sich der Autor … mit der Frage auseinander, … . Dabei vertritt er die zentrale Position, dass … . Der Text richtet sich insbesondere an … und verfolgt das Ziel, die Leser davon zu überzeugen, dass … .
Schritt 7
Argumentationsstruktur untersuchen
Argument/Begründung
Beispiel / Statistik / Expertenaussage / Erfahrung
Warum verwendet er genau diese Strategie?
Der Autor führt zunächst das Argument an, dass … Zur Unterstützung seiner Position verweist er auf … . Dadurch versucht er, seine Aussage nicht lediglich als persönliche Meinung erscheinen zu lassen, sondern objektiver und glaubwürdiger wirken zu lassen.
Schritt 8
Argumenttypen erkennen
„Eine Studie zeigt …“
→ wirkt objektiv und glaubwürdig
„Der Wissenschaftler X erklärt …“
→ Experten sollen die Position unterstützen
„Wir sollten …“
→ beruft sich auf Werte und Normen
„Es ist offensichtlich, dass …“
→ erscheint logisch nachvollziehbar
konkreter Einzelfall
→ macht abstrakte Aussagen verständlicher
Vergleich mit einer ähnlichen Situation
→ soll einen Sachverhalt verständlicher machen
15-Punkte-Tipp: Nicht nur den Argumenttyp nennen!
„Hier verwendet der Autor ein Faktenargument.“
„Durch den Verweis auf aktuelle Studien verwendet der Autor ein Faktenargument. Dadurch verleiht er seiner Position einen wissenschaftlichen Anschein und erhöht ihre Glaubwürdigkeit gegenüber dem Leser.“
Faktenargument
Autoritätsargument
Normatives Argument
Dialektisch
beide Seiten
Plausibilitätsargument
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