Definition: E-Commerce
XE-Commerce
Jede Art von kommerzieller Transaktion, die die Übertragung von Informationen über das Internet beinhaltet.
Bspw. Geschäftstransaktion, bei der die Parteien elektronisch interagieren statt durch physischen Austausch/direkten Kontakt
Umfasst Geschäftsaktivitäten von Konsumenten, Herstellern, Dienstleistern und Intermediären über Computernetzwerke (z. B. Internet).
E-Commerce vs. E-Business – Unterschied
XE-Commerce vs. E-Business
E-Commerce:
Kommerzielle Transaktionen mit Austausch von Wert über Organisations-/Individualgrenzen hinweg gegen Produkte/Dienstleistungen
Digital umgesetzte kommerzielle Transaktionen zwischen Organisationen und Individuen
E-Business:
Integrierte Ausführung aller Geschäftsprozesse innerhalb eines Unternehmens, die mittels IT automatisiert werden können.
Digitale Umsetzung von Transaktionen/Prozessen innerhalb einer Firma (Informationssysteme unter Kontrolle der Firma)
Klassifikation von E-Commerce-Typen nach Transaktionspartnern
XE-Commerce-Typen
B2B
Unternhemen verkauft an anderes Unternhemen
Alibaba
B2C
Unternehmen verkauft direkt an den Konsumenten
Amazon
C2C
Konsumenten handeln untereinander (über eine Plattform)
eBay, Vinted
C2B
Konsumenten bieten Unternehmen einen Wert (Talent, Daten, Content)
Upwork
B2G
Unternehmen verkauft an eine staatliche Einheit
Palantir
C2G
Bürger interagieren digital mit dem Staat
ELSTER
Was hat sich beim Buying Decision Process von Kunden verändert?
XBuying Decision Process
Früher:
Kunde besucht Anbieter
wählt Produkt aus
kauft es dort
Heute mit Internet:
Kunde wählt erst Produkt aus
besucht Anbieter
kauft es
-> Suchmaschinen, Vergleiche, Netzwerke spielen wichtige Rolle in der Kaufentscheidung
Phasen & Informationsquellen im Buying Decision Process
XPhasen & Informationsquellen - Buying Decision Process
Heute:
Übersicht der Customer Touchpoints
XCustomer Touchpoints
Definition: Omnichannel
XOmnichannel
Geschäftsstrategie, die Kunden ein nahtloses und konsistentes Erlebnis über alle Kanäle hinweg bietet (online, im Geschäft, mobil).
Fortgeschrittener als Multichannel (bloße Nutzung mehrerer Kanäle).
Ziel: Integration aller Kanäle → einheitliche Markenbotschaft + personalisierte Customer Journeys.
Definition: Webrooming
Konsument recherchiert Produkte online, kauft sie dann aber im physischen Geschäft.
Gegenteil: Showrooming.
(Quelle: Deges 2020)
Definition: Showrooming
Konsument betrachtet Produkte im physischen Geschäft, kauft sie dann aber online.
Gegenteil: Webrooming.
Fallstudie Omnichannel: Starbucks – Kanäle & Integration
X
Kanal
Erlebnis
Integrationsstrategie
Physisches Geschäft
Klassisches In-Store-Erlebnis, Produktentdeckung, Kauf
Konsistentes Branding + Loyalty-Integration mit Mobile/Online
Mobile App
Vorbestellung, Loyalty-Tracking, personalisierte Angebote
Nahtlose Integration mit Filialen (Pick-up) & Lieferdiensten
Online-Bestellung & Lieferung
Bestellung via App/Website, Lieferservice (z. B. UberEats)
Daten synchron über alle Plattformen, zentrales Bestandsmanagement
Loyalty-Programm (Starbucks Rewards)
Personalisierte Rewards/Rabatte/Angebote basierend auf Kaufverhalten
Verfügbar an allen Touchpoints
Customer Data & Insights
Datengetriebene Personalisierung, Empfehlungen
Vereinheitlichte Daten zur Optimierung & Vorhersage von Präferenzen
Core Processes in E-Commerce – Customer-Side (Frontend)
Product Discovery → Search & Browse → Product Detail Page → Shopping Cart → Checkout → Payment → Order Confirmation
(Quelle: Laudon/Traver 2018)
Core Processes in E-Commerce – Operational (Backend)
Order Receipt → Inventory Check → Payment Clearing → Fulfillment Trigger → Warehouse & Picking → Shipment → Tracking → Returns
Core Processes in E-Commerce – Cross-Cutting Prozesse (immer aktiv)
- CRM & Customer Profile
- Personalization
- Analytics & Reporting
- Fraud Detection
- Customer Service
Core Processes in E-Commerce – granulare Ansicht
[Bild: Detaillierte/granulare Darstellung der Kernprozesse eines E-Commerce-Geschäfts (Struktur eines E-Commerce-Produkts) – Lecture 2, Seite 18]
Definition: Mobile Commerce (M-Commerce)
Nutzung mobiler Endgeräte, um Online-Transaktionen zu ermöglichen.
Nutzt zelluläre/drahtlose Netzwerke, um Smartphones/Tablets mit dem Internet zu verbinden.
Damit können mobile Konsumenten Produkte/Dienstleistungen kaufen, Reisen buchen, Finanzdienstleistungen nutzen, auf Online-Content zugreifen u.v.m.
(Quelle: Adam et al. 1999)
Treiber des Wachstums von M-Commerce
- Zunehmende Verbreitung von Smartphones weltweit & steigende Nutzungsdauer
- Größere Smartphone-Bildschirme
- Stärkere Nutzung von Responsive Design (optimierte E-Commerce-Seiten für Mobile), mobiles Checkout/Payment, verbesserte mobile Suchfunktion
Verbreitung mobiler Endgeräte weltweit & in den USA
[Bild: Statistik zur Diffusion/Verbreitung mobiler Endgeräte weltweit und in den USA – Lecture 2, Seite 22]
Weltweite mobile E-Commerce-Umsätze
[Bild: Statistik zu weltweiten Mobile-E-Commerce-Umsätzen (Entwicklung über Zeit) – Lecture 2, Seite 23]
9 Sources of Mobile Data für Behavioral Targeting – Übersicht
Context, Location, Time, Saliency, Crowdedness, Weather, Trajectory, Social Dynamics, Tech Mix
Das Smartphone ist der genaueste Verhaltenssensor, den Konsumenten freiwillig bei sich tragen.
(Quelle: Ghose 2017, Tap: Unlocking the Mobile Economy)
Fragen im Behavioral Targeting
- Wer ist der Kunde?
- Was tut der Kunde?
- Was passiert gerade mit dem Kunden?
- Worauf reagiert der Kunde?
- Wo ist der Kunde jetzt? Wohin wird er/sie gehen?
- Was braucht der Kunde?
- Was interessiert den Kunden?
Beispiel: Messbare/ableitbare Smartphone-Daten (Urban Malls)
- Accelerometer-Daten → Bewegungszustand (stationär vs. Bewegung)
- Barometer-Daten → Bewegung zwischen Stockwerken einer Mall
- Kompass-Gradzahl-Daten → Bewegungsrichtung von Individuen
Beispiel-Szenario: Jemand steht 6 Minuten in der Sneaker-Abteilung (Accelerometer), befindet sich im 1. Stock (Barometer) und bewegt sich Richtung Kasse (Kompass) → eine Push-Notification mit 10%-Rabattcode kann exakt in diesem Moment ausgelöst werden = kontextpräzises In-Store-Targeting in Echtzeit, allein durch Sensordaten (kein Checkout/App-Öffnen nötig).
(Quelle: Rijurekha et al. 2014, GruMon)
9 Sources of Mobile Data: Context, Location, Time – Details
Context (Micro-Moments, In-the-moment Marketing):
- In welcher Lebensdomäne (Arbeit, Zuhause) ist der Kunde?
- Warum ist der Kunde dort?
- Was will der Kunde jetzt?
- Wie fühlt sich der Kunde jetzt?
Location:
- Geo-Awareness & standortbezogene Werbung
- Distanz und Rabatt
- Engagement im Store (Indoor Targeting)
Time:
- Werbung je Tageszeit/Wochentag
- Coupon-Einlösefenster
- Effekt mobiler Werbung auf verschiedene Stufen des Purchase Funnels
(Quelle: Ghose 2017)
9 Sources of Mobile Data: Trajectory, Crowdedness, Saliency – Details
Trajectory:
- Vorhersage des zukünftigen Standorts anhand vergangener Standorte
- Dimensionen: Zeit, Route, Geschwindigkeit
Crowdedness:
- Einfluss von Menschenmenge auf mobile Käufe
- Unterscheidung Pendler vs. Nicht-Pendler in der Menge
Saliency (Herausstechen aus der Menge):
- Rankings auf App-Bildschirmen & Positionseffekt
- Such- und Scrollverhalten auf Smartphones
9 Sources of Mobile Data: Weather, Social Dynamics, Tech Mix – Details
Weather:
- Wetter und Stimmung
- Mikroklimata als stark lokalisierte Datenpunkte
Tech Mix:
- Wechselwirkungen zwischen Geräten (Web, Smartphone, Tablet) im mobilen Ökosystem
- Effekt von Web-/Mobile-Werbung auf Click-Through-Rates
Social Dynamics:
- Einfluss sozialen Kontexts: alleine vs. in Gruppen einkaufen
- Gruppenzusammensetzung ist relevant
Porter's Five Forces – Zweck/Übersicht
Erklären, warum sich die Profitabilität zwischen Branchen unterscheidet: Die kombinierte Stärke aller fünf Kräfte bestimmt die strukturelle Attraktivität der Branche.
- Industry attractiveness assessment: Bewertung, ob eine Branche strukturell profitabel ist, bevor man eintritt
- Strategic positioning: Identifiziert, wo eine Firma am stärksten Wettbewerbsdruck ausgesetzt ist (Differenzierung, vertikale Integration, Marktfokus)
- Competitive dynamics over time: Verfolgt, wie sich Anbietermacht, neue Wettbewerber oder Substitute über Zeit verändern
(Quelle: Porter 1985)
Die 5 Wettbewerbskräfte nach Porter (Aufzählung)
1. Rivalry among competitors
2. Competitive threat from potential entrants
3. Competition from substitute products
4. Bargaining power of suppliers (+ supplier-seller collaboration)
5. Bargaining power of buyers (+ buyer-seller collaboration)
Vorgehen zur Analyse der Five Forces (3 Schritte)
1. Stärke jeder der fünf Kräfte einschätzen (stark? moderat? schwach?)
2. Erklären, wie jede Kraft Wettbewerbsdruck erzeugt – welche Treiber machen sie stark/schwach?
3. Entscheiden, ob der Gesamtwettbewerb (kombinierter Effekt aller 5 Kräfte) brutal, fierce, strong, normal/moderate oder weak ist
Barriers to Entry – Treiber (Porter's Five Forces)
- Zeit- und Kostenaufwand des Markteintritts
- Knowledge (Wissen)
- Economies of Scale
- Kostenvorteile
- Technologie
- Sonstige Barrieren
Bargaining Power of Buyers – Treiber (Porter's Five Forces)
- Anzahl der Kunden
- Kaufvolumina
- Differenzierung
- Preiselastizität
- Anreize (Incentives)
- Markenidentität
- Switching Costs
Bargaining Power of Suppliers – Treiber (Porter's Five Forces)
- Anzahl der Lieferanten
- Größe der Lieferanten
- Einzigartigkeit von Service/Produkt
- Substitutionsfähigkeit
Threat of Substitute Products – Treiber (Porter's Five Forces)
- Performance des Substituts
- Kosten des Wechsels (Switching)
- Wechselbereitschaft der Käufer (Buyer Willingness)
Competitive Rivalry – Treiber (Porter's Five Forces)
- Anzahl der Wettbewerber
- Exit Barriers
- Qualität / Produktsegmente
- Branchenkonzentration
- Diversität der Wettbewerber
Fallbeispiel Porter's Five Forces: Welches Unternehmen wird analysiert?
Airbnb (Vorlesungsbeispiel/interaktive Diskussion).
Airbnb-Fallstudie: Industry Rivalry – Kernfaktoren
- Number of Competitors: starke Konkurrenz durch Online Travel Agencies (Booking.com), Vrbo, Agoda, Expedia sowie traditionelle Hotelketten → Hoch
- Product Differentiation: Airbnb differenziert sich über einzigartige Unterkünfte (z. B. Baumhäuser, Luxusvillen) → Moderat (Wettbewerber bieten ähnliche Features)
- Market Growth: wachsender Markt, aber zunehmende Konkurrenz → Hoch (erschwert Dominanz)
Fazit: Hohe Industry Rivalry
Airbnb-Fallstudie: Threat of New Entrants – Kernfaktoren
- Barriers to Entry: niedrige technische Eintrittsbarrieren (jeder kann eine ähnliche Plattform bauen), aber hohe Branding-Investitionen nötig → Moderat
- Network Effects: mehr Hosts/Gäste erhöhen den Plattformwert und erschweren neuen Wettbewerbern den Eintritt → Moderat/Hoch
- Capital Requirements: geringe Anfangsinvestition, aber Skalierung erfordert erhebliches Kapital → Moderat
Fazit: Moderate Threat of New Entrants (leicht zu starten, aber Airbnbs Skalierung, Marke & Netzwerkeffekte bilden starke Barrieren)
Airbnb-Fallstudie: Threat of Substitute Products – Kernfaktoren
- Alternative Accommodations: Hotels, Hostels, Resorts bleiben starke Substitute → Moderat bis Hoch
- Emerging Alternatives: Co-Living-Spaces, „Staycations“ als neue Konkurrenz → Moderat
- Price Sensitivity: Substitute konkurrieren oft über niedrigeren Preis → Moderat
Fazit: Moderate bis hohe Threat of Substitutes
Airbnb-Fallstudie: Bargaining Power of Suppliers (Hosts) – Kernfaktoren
- Switching Costs: für Hosts relativ niedrig, leicht auf andere Plattformen zu wechseln → erhöht ihre Macht (Hoch)
- Fragmented Supply: hohe Fragmentierung, geringe Konzentration auf Angebotsseite → Airbnb hat meist hohe Macht gegenüber einzelnen Hosts (Niedrig/Moderat)
- Dependence on Airbnb's Platform: Hosts profitieren von globaler Reichweite, einfachem Listing, Trust-System → macht Bleiben attraktiv (Moderat)
Fazit: Moderate Bargaining Power der Hosts
Airbnb-Fallstudie: Bargaining Power of Buyers (Guests) – Kernfaktoren
- Alternatives & Switching Costs: viele Alternativplattformen (Booking.com, Expedia, Hotels), leichter Wechsel → Hoch
- Price Sensitivity: Gäste sehr preissensitiv, vergleichen leicht Preise → Hoch
Fazit: Hohe Bargaining Power der Guests
Airbnb-Fallstudie: Summary Table – Gesamteinschätzung
Force
Fazit
Industry Rivalry
Hoch
Threat of New Entrants
Moderat
Threat of Substitutes
Moderat bis Hoch
Bargaining Power of Suppliers (Hosts)
Bargaining Power of Buyers (Guests)
Profitabilität/Attraktivität: Airbnb bleibt langfristig wahrscheinlich profitabel dank Markenstärke, Netzwerkeffekten & einzigartiger Angebote – jedoch begrenzen Wettbewerbsdruck & hohe Buyer Power die Margen; erfordert kontinuierliche Innovation & Kundenorientierung.
X Lernziele
Definiere und erkläre E-Commerce
sowie seine verschiedenen Subtypen (B2C, B2B, …)
diskutiere die Veränderungen in der Kunden-Unternehmens-Beziehung
Beschreibe die Kernprozesse eines E-Commerce-Geschäfts
Definiere und diskutiere M-Commerce
nenne die Datenquellen, die beim mobilen Behavioral Targeting genutzt werden
Nenne und erkläre Porters Five Forces im Kontext des E-Commerce
wende das Framework auf eine beispielhafte Fallstudie an
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