Erläutern Sie den Begriff „Leitungsanlagen“ gemäß der MLAR.
Leitungsanlagen
sind Anlagen aus Leitungen, insbesondere aus elektrischen Leitungen oder Rohrleitungen, sowie aus den zugehörigen Armaturen, Hausanschlusseinrichtungen, Messeinrichtungen, Steuer-, Regel- und Sicherheitseinrichtungen, Netzgeräten, Verteilern und Dämmstoffen für die Leitungen.
Zu den Leitungen gehören deren Befestigungen und Beschichtungen. Lichtwellenleiter-Kabel und elektrische Kabel gelten als elektrische Leitungen.
Welche Kategorien für den Schutzumfang der Überwachung durch eine Brandmeldeanlage gibt es? DIN 14675-1
a) Kategorie 1: Vollschutz;
b) Kategorie 2: Teilschutz;
c) Kategorie 3: Schutz von Fluchtwegen;
d) Kategorie 4: Einrichtungsschutz
Wie ist der Überwachungsumfang einer Brandmeldeanlage bei Personengefährdung zu gestalten? 0833-2 6.1.3.1 Allgemeines
Bei Sachgefährdung?
Bei Personengefährdung sind alle Räume, in denen sich gebäudefremde Personen oder Personen, die auf fremde Hilfe angewiesen sind, dauernd oder zeitweise aufhalten, sowie angrenzende Räume in die Überwachung einzubeziehen.
Bei Sachgefährdung müssen Sicherungsbereiche mit Ausnahme von Teilbereichen, die nur eine geringe Brandlast aufweisen bzw. keine Brandausbreitung ermöglichen, vollständig überwacht werden.
Wie sind die Meldergruppen einer BMA nach DIN VDE 0833-2 aufzuteilen? 0833-2 6.2.3 Meldergruppen
Für automatische Brandmelder und Handfeuermelder sind eigene Meldergruppen vorzusehen.
Diese dürfen nicht mehr enthalten als entweder 10 Handfeuermelder oder
32 punktförmige automatische Brandmelder oder
32 Punkte eines Mehrpunktwärmemelders oder
32 Detektionssegmente eines linearen Wärmemelders oder
eine einzeln identifizierbare Ansaugleitung eines Ansaugrauchmelders.
Linienförmige Melder müssen eigenen Meldergruppen zugeordnet werden.
Nennen Sie die Funktion und skizzieren Sie die Einheitstemperaturkurve nach DIN 4102. Welche typischen Bereiche sind für uns relevant?
Die Einheitstemperaturzeitkurve (ETK) beschreibt den genormten Temperaturverlauf eines Brandes in Abhängigkeit von der Zeit. Sie wird zur Prüfung des Feuerwiderstands von Bauteilen verwendet.
Formel: θg =20+345⋅log10 (8t+1)
θg = Gastemperatur in °C
t = Zeit in Minuten
30 min ≈ 842 °C 90 min ≈ 1006 °C
Welche Klassifizierungen von Übertragungswegen nach DIN 14674 gibt es? Erklären Sie diese ggf. unter Zuhilfenahme einer Skizze.
ÜW 1: Nicht überwachter Übertragungsweg.
ÜW 2: Überwachter Übertragungsweg mit Auswirkung einer Störung auf die Funktionalität der anzusteuernden Anlage (Signalsenke), z. B. Stichleitung.
ÜW 3: Überwachter Übertragungsweg ohne Auswirkung einer Störung auf die Funktionalität der anzusteuernden Anlage (Signalsenke), z. B. Ringleitung.
Die Anforderung nach ÜW 3 kann auch durch die rückwirkungsfreie Anwendung von 2 × ÜW 2 (bei leitungsgebundenen ÜW in getrennten Kabeln) realisiert werden.
Was müssen Sie bei dem Einsatz von I-Meldern beachten? 0833-2 6.4.1.3
Ionisationsrauchmelder eignen sich zur Detektion rauchproduzierender Brände, insbesondere aber von Aerosolen kleinerer Partikelgrößen, wie sie bei offenen Bränden entstehen. Die Farbe der Partikel hat keinen Einfluss.
An allgemein leicht zugänglichen Montageorten dürfen nur Melder mit mechanischer Entnahmesicherung eingesetzt werden.
Welche allgemeinen Anforderungen stellt die MBO an Anlagen?
§ 3 Allgemeine Anforderungen:
Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen, nicht gefährdet werden; dabei sind die Grundanforderungen an Bauwerke gemäß Anhang I der Verordnung (EU) Nr. 305/2011 zu berücksichtigen.
Dies gilt auch für die Beseitigung von Anlagen und bei der Änderung ihrer Nutzung.
Welche Schutzziele sollten mit einer Brandmeldeanlage mit automatischen Brandmeldern mindestens abgedeckt werden?
DIN 14675:
Mit der BMA müssen mindestens folgende Schutzziele, sofern gefordert, erreicht werden:
Entdeckung von Bränden in der Entstehungsphase;
eindeutiges Lokalisieren des Gefahrenbereiches und dessen Anzeige;
schnelle Alarmierung der Feuerwehr und/oder anderer hilfeleistender Stellen;
automatische Ansteuerung von Brandschutz- und Betriebseinrichtung
Gelten die Aufschaltebedingungen für Brandmeldeanlagen zur Feuerwehr bundesweit? Erklären Sie Ihre Antwort.
Nein, das wird in den TABs der Städte, Kommunen und Gemeinden sowie Landkreisen geregelt.
Wann sind in Garagen entsprechend der Muster-Garagen-VO Brandmeldeanlagen erforderlich?
(1) Geschlossene Großgaragen mit einer Nutzfläche von mehr als 2.500 m² müssen Brandmeldeanlagen mit nichtselbsttätigen und selbsttätigen Brandmeldern haben.
(2) Geschlossene Mittel- und Großgaragen müssen Brandmeldeanlagen haben, wenn sie mit Gebäudeteilen in Verbindung stehen, für die Brandmeldeanlagen erforderlich sind.
(3) Sofern in Großgaragen selbsttätige Feuerlöschanlagen vorhanden sind, erfolgt die Auslösung der Brandmeldeanlage über die selbsttätige Feuerlöschanlage. In diesem Fall sind keine zusätzlichen selbsttätigen Brandmelder erforderlich.
Wann muss spätestens der Ausfall der Hauptenergiequelle nach EN 54-4 erkannt und gemeldet werden und wie groß ist die zulässige Verzögerungszeit bei Ausfall der Batterie?
Nach 30 Minuten bei Netzausfall und nach 15 Minuten bei Batterieausfall.
Welche Klassifizierungen von Ansaugrauchmeldern gibt es?
Ansaugrauchmelder werden nach ihrer Empfindlichkeit bzw. ihrem Einsatzbereich in
Klasse A (sehr hohe Empfindlichkeit),
Klasse B (erhöhte Empfindlichkeit) und
Klasse C (normale Empfindlichkeit) eingeteilt.
DIN EN 54-20
Erklären Sie die Begrifflichkeiten „Typ A“ und „Typ B“ zur Vermeidung von Täuschungsalarmen.
Zweimeldungsabhängigkeit Typ A
nach dem Empfang eines Erstalarmsignals von einem automatischen Brandmelder wird der Eintritt in den Brandmeldezustand solange verhindert, bis
Typ A:
ein Alarmbestätigungssignal vom selben Brandmelder oder von einem anderen Brandmelder derselben Meldergruppe empfangen wird
Typ B:
ein Alarmbestätigungssignal von einem anderen Brandmelder derselben oder einer anderen Meldergruppe empfangen wird
Welche Funktionen müssen bei einer Brandmeldeanlage, deren Meldebereiche eine Gesamtfläche von 12.000 m² überschreiten oder mehr als 512 Melder beinhalten, erhalten bleiben?
Die Brandmeldung der Melder muss funktionsfähig bleiben und es muss mindestens
der Brandmeldezustand durch eine optische Alarmsammelanzeige und durch ein akustisches Signal an der BMZ angezeigt werden und
die Systemstörung an einer ständig besetzten Stelle angezeigt werden und
bei Brandalarm, sofern vorhanden, die Übertragungseinrichtung angesteuert werden können und
der nach DIN EN 54-2:1997-12 und DIN EN 54-2/A1:2007-01, 13.7, b) in Funktion verbleibende Ausgang die im Brandmelde- und Alarmierungskonzept festgelegte Funktion (z. B. Alarmierung) ansteuern.
Sind entsprechend der DIN VDE 0833-2:2022 grundsätzlich Maßnahmen gegen Falschalarme notwendig? Erklären Sie Ihre Antwort.
Die Anzahl der Falschalarme sollte so gering wie möglich sein.
Der Betreiber muss zur Vermeidung von Falschalarmen bei außergewöhnlichen betrieblichen Vorgängen besondere Vorkehrungen treffen.
Wenn durch betriebliche Vorgänge Falschalarme ausgelöst werden, muss angemessene Abhilfe geschaffen werden.
Erklären Sie den Begriff Kurzschlussisolator. Wie lautet die Produktnorm?
Produktnorm: EN 54-17
Der Zweck von Kurzschlussisolatoren ist es, die Auswirkung von Fehlern eines geringen Parallelwiderstandes zwischen den Leitungen eines Übertragungsweges einer Brandmeldeanlage zu begrenzen.
Definition:
Gerät, das an einen Übertragungsweg einer Brandmeldeanlage angeschlossen werden kann, um die Auswirkungen von Fehlern eines niedrigen Parallelwiderstandes zwischen den Leitungen des Übertragungsweges zu begrenzen.
Nennen und erklären Sie die Klassifizierung und Ausführung entsprechend der DIN 14675 für Feuerwehrschlüsseldepots.
Die Einteilung der FSD erfolgt in drei Klassen.
a) Klasse 1: Geringes Risiko FSD 1
Dient zur Verwahrung von Objektschlüsseln (nur Einzelschlüssel mit Einzelschließungen, keine Generalschlüssel), hat jedoch keine Anbindung an die BMA.
Das FSD 1 muss aus einem mechanisch stabilen Gehäuse bestehen, dessen Tür mit einem Feuerwehrschloss entriegelt wird. Die Deponierung des/der Objektschlüssel muss hinter der Tür in einer geeigneten Aufnahme erfolgen. Schließung und Ausführung müssen in Abstimmung zwischen Betreiber und Feuerwehr festgelegt werden.
b) Klasse 2: Mittleres Risiko FSD 2
Dient zur Verwahrung von Objektschlüsseln (nur Einzelschlüssel mit Einzelschließungen, keine Generalschlüssel).
Die Ausführung des FSD 2 entspricht der des FSD 3, jedoch ohne Sabotageüberwachung.
c) Klasse 3: Hohes Risiko FSD 3
Dient zur Verwahrung von Objektschlüsseln (Generalschlüssel, Schlüssel für Schalteinrichtung).
Das FSD 3 muss aus einem mechanisch stabilen Gehäuse bestehen, dessen Außentür elektrisch entriegelbar ist.
Hinter der Außentür befindet sich eine zweite Tür (Innentür), über deren Schlüssel nur die Feuerwehr verfügen darf. Die Deponierung der Objektschlüssel muss hinter der Innentür in einer Aufnahme erfolgen.
Die FSD-Außentür (Durchbruch), die geschlossene Stellung der FSD-Außentür, sowie das Vorhandensein des im FSD hinterlegten Schlüssels sind elektronisch zu überwachen.
Die Meldung der Überwachung (Sabotagemeldung) muss an eine ständig besetzte Stelle weitergeleitet werden.
Gegeben ist folgende Abbildung. Wie nennt man diese Schaltung? Skizzieren Sie die Ein- und Ausgangsspannung.
Die Abbildung zeigt eine Brückengleichrichterschaltung.
Ein Brückengleichrichter besteht aus vier Dioden und wandelt eine Wechselspannung ue in eine pulsierende Gleichspannung ua um.
Bei der positiven Halbwelle der Eingangsspannung ue leiten zwei Dioden. Der Strom fließt dadurch durch den Verbraucher in eine bestimmte Richtung.
Bei der negativen Halbwelle leiten die beiden anderen Dioden. Dadurch fließt der Strom durch den Verbraucher trotzdem weiterhin in derselben Richtung.
Somit werden beide Halbwellen der Eingangsspannung genutzt und am Ausgang entsteht die gleichgerichtete, pulsierende Gleichspannung ua.
Wann kann ein Systemboden nach VDE 0833 Teil 2 von der Überwachung durch automatische Brandmelder ausgenommen werden?
Bei Systemböden, Doppelböden und Hohlraumestrichen darf auch auf eine Überwachung verzichtet werden, sofern sämtliche der folgenden Bedingungen erfüllt sind:
– Die lichte Höhe darf 0,2 m nicht überschreiten;
– sie dürfen nicht der Raumlüftung dienen.
Was sind die Grundanforderungen an Bauwerke?
A1: Mechanische Festigkeit und Standsicherheit;
A2: Brandschutz;
A3: Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz;
A4: Sicherheit und Barrierefreiheit bei der Nutzung;
A5: Schallschutz;
A6: Wärmeschutz.
Welche bauaufsichtlichen Ver- und Anwendbarkeitsnachweise gibt es?
Verwendbarkeitsnachweise: abP, abZ und ZiE. Anwendbarkeitsnachweise: abP, abG und vBG.
Was ist eine Zustimmung im Einzelfall, wann ist sie sinnvoll und wo erhalte ich sie?
Eine Zustimmung im Einzelfall ist eine behördliche Genehmigung zur Verwendung eines nicht allgemein geregelten oder zugelassenen Bauprodukts bzw. einer Bauart in einem bestimmten Bauvorhaben.
Sie ist sinnvoll, wenn kein anderer geeigneter Verwendbarkeitsnachweis vorliegt, und wird bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde beantragt.
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