Welche Messaufgaben sind besonders wichtig für die Automatisierung?
Kraft, Masse, Drehmoment
Lage, Länge, Distanz und Winkel
Geschwindigkeit und Beschleunigung
Anwesenheit und Identifikation
Erkläre einen MEMS- und einen piezobasierten Beschleunigungssensor.
Beide sind Beschleunigungssensoren, funktionieren aber bei der Umwandlung in ein elektrisches Signal unterschiedlich:
MEMS-Beschleunigungssensor: Im Sensor befindet sich eine kleine bewegliche Masse an Federn. Bei Beschleunigung verschiebt sich die Masse. Dadurch ändern sich die Abstände zwischen Elektroden und damit deren Kapazität. Die Elektronik misst diese Kapazitätsänderung und bestimmt daraus die Beschleunigung.
Piezo-Beschleunigungssensor: Auch hier bewegt sich durch die Beschleunigung eine Masse. Diese übt jedoch eine Kraft auf ein piezoelektrisches Element aus. Das Piezoelement erzeugt dadurch eine elektrische Ladung bzw. Spannung, die proportional zur wirkenden Beschleunigung ist.
Zeichne einen MEMS-Beschleunigungssensor.
Zeichne einen Piezo Beschleunigungsssensor.
Was ist ein piezoelektronisches Element?
Ein piezoelektrisches Element ist ein Bauteil, das mechanischen Druck oder Kraft in elektrische Ladung bzw. Spannung umwandelt.
Vergleiche MEMS- und PIEZO-Beschleunigungssensoren.
In welche Kategorien kann man Anwesenheitssensoren aufteilen?
mechanische Sensoren
kapazitive Sensoren
induktive Sensoren
optische Sensoren
Ultraschall-Sensoren
Mechanisch: Was ist das Funktionsprinzip, Vorteile und Nachteile?
Funktionsprinzip: Krafteinwirkung auf Feder schließt oder öffnet elektrischen Kontakt
Nachteil: Berührung erzeugt Verschleiß und kann Objekt beschädigen
Vorteil: Jedes feste Objekt kann erkannt werden, günstiger Preis
Kapazitativ: Was ist das Funktionsprinzip, Vorteile und Nachteile?
Funktionsprinzip: Messobjekt (mit ε > εLuft) verändert Kapazität, dadurch verändert sich Resonanzfrequenz
Nachteil: manuelle Trimmung erforderlich, um Schaltabstand einzustellen
Vorteile: Fast jedes Material kann erkannt werden, Berührungslose Messung
Induktiv: Was ist das Funktionsprinzip, Vorteile und Nachteile?
Funktionsprinzip: Metallisches Messobjekt verändert Induktivität einer Spule, Spule ist Teil eines Schwingkreises
Nachteil: Nur für metallische Gegenstände geeignet
Vorteile: berührungslose Messung, unempfindlich gegen Verschmutzung (außer Eisenspänen)
Optisch: Welche Arten gibt es? Wie funktionieren diese?
Einweg-Lichtschranke: Sender und Empfänger gegenüberliegend. Objekt unterbricht Lichtstrahl → wird erkannt. Große Reichweite.
Reflexions-Lichtschranke: Sender und Empfänger zusammen. Ein Reflektor wirft das Licht zurück. Objekt unterbricht den Strahl → wird erkannt.
Lichttaster: Kein Reflektor nötig. Das Objekt selbst reflektiert das Licht zurück. Erkennung über Lichtintensität und Reflexionswinkel.
Gabel-Lichtschranke: Sender und Empfänger sitzen sich in einer gabelförmigen Bauform gegenüber. Bewegt sich ein Objekt durch die Gabel, unterbricht es den Lichtstrahl → Objekt wird erkannt.
Was sind Vor- und Nachteile von optischen Sensoren?
Nachteile:
verschmutzungsanfällig (Staub, Nebel, Öl, ...)
Hoher Preis
Vorteile:
Berührungslose Messung
Messung auch über größere Entfernung
In Verbindung mit Lichtwellenleitern
wird am Messort nur ein minimaler Einbauraum benötigt,
kann auch im explosionsgefährdeten Bereich gemessen werden.
Ultraschall: Was ist das Funktionsprinzip, Vorteile und Nachteile?
Funktionsprinzip: Aussenden eines Impulses, Messung der Zeit bis zum Empfang des reflektierten Impulses
Nachteile
ungeeignet bei schallabsorbierenden Oberflächen (Schaumgummi, Stoff)
Bei ungünstigem Reflexionswinkel kann Erfassung misslingen
Vorteile
Erkennt fast jedes Material: fest, flüssig, körnig, durchsichtig
Welche Möglichkeiten zur optischen Identifikation gibt es?
Welche Vor- und Nachteile haben diese?
Barcode, QR Code
Berührungslose Identifikation möglich
Barcodierung robuster als Binärcode
Anfällig gegen Verschmutzung
Anfällig gegen Fremdlichteinfall und Reflexion
Welche Möglichkeit zur funkbasierten Identifikation gibt es?
RFID: Radio Frequency Identification
Aktive/passive Energieversorgung
Wiederverwendbarkeit und dynamische Datenhaltung möglich
Speicherkapazität bis zu mehreren KBytes
Kein Sichtkontakt erforderlich
„Pulkerfassung“
Erkläre, was hier inkrementell und rotatorisch bedeutet:
Inkrementell = „schrittweise“: Der Sensor erkennt nur, wie weit sich etwas bewegt hat (z. B. Anzahl der Striche auf der Scheibe). Die genaue Position kennt er erst, wenn er von einer Referenzposition aus zählt. → „Wie viel habe ich mich bewegt?“
Absolut = „eindeutig/fest“: Jede Winkelposition hat einen eigenen Code. Dadurch weiß der Sensor sofort, wo sich die Welle befindet – auch ohne vorheriges Zählen. → „Wo genau bin ich?“
Wie funktioniert ein inkrementeller Lagegeber?
Zur Ermittlung der absoluten Lage ist ein Bezug zu einer Anfangsreferenz erforderlich.
Bei Verlust und Wiedereinschalten der Versorgungsspannung muss diese Referenz erneut hergestellt werden.
Wie funktioniert ein absoluter Lage-Geber?
Geben in jeder Position eine vollständige Lage-Information.
Wie viele Felder muss der Außenring eines absoluten Lagegebers haben, wenn man 3 bzw. 10 verschiedene Felder unterscheiden will?
Antwort: Ein Linearantrieb erzeugt direkt eine geradlinige Bewegung. Ein normaler Motor erzeugt zunächst eine Drehbewegung, die z. B. über Riemen, Ketten oder Pleuelstangen in eine lineare Bewegung umgewandelt werden muss. → Linearantriebe benötigen weniger mechanische Übertragungselemente und vermeiden dadurch Verschleiß und Ungenauigkeiten.
Antwort: Er funktioniert ähnlich wie ein normaler Elektromotor, nur „aufgeschnitten und ausgerollt“:
Im Stator wird durch Wicklungen ein elektromagnetisches Feld erzeugt.
Im Rotor entsteht ein Magnetfeld, z. B. durch Permanentmagnete.
Die Wechselwirkung der Magnetfelder erzeugt eine lineare Kraft. → Der Rotor bewegt sich dadurch geradlinig am Stator entlang.
Antwort:
Langstator: Stator befindet sich im Fahrweg, Rotor im Fahrzeug/Schlitten. → z. B. Magnetschwebebahn oder Beckhoff XTS.
Kurzstator: Stator befindet sich im beweglichen Schlitten, Rotor bzw. Permanentmagnete befinden sich im Fahrweg.
Merksatz: Langstator = langer aktiver Fahrweg. Kurzstator = kurzer aktiver Teil fährt mit.
Antwort: Der Stator und die Positionserfassung befinden sich im Fahrweg. Der bewegliche Mover enthält Permanentmagnete und kann deshalb passiv und kabellos sein. Durch das elektromagnetische Feld des Fahrwegs wird jeder Mover gezielt bewegt und positioniert.
Warum werden in der Logistik oder in der Produktion oft Hydraulik und Fluidtechnik benutzt?
Hydraulik und Fluidtechnik werden in Produktion und Logistik eingesetzt, weil man damit große Kräfte einfach und zuverlässig erzeugen und übertragen kann.
Kurz unterschieden:
Hydraulik: Flüssigkeit, meist Öl, steht unter Druck → ermöglicht sehr große Kräfte, z. B. bei Pressen oder Hebeanlagen.
Pneumatik: Druckluft → ermöglicht schnelle, einfache Bewegungen, z. B. Greifen, Schieben oder Sortieren von Werkstücken.
Vorteil allgemein: Bewegungen lassen sich gut steuern und automatisieren.
Zeichne ein schematisches 3/2-Wege-Ventil und erkläre es.
Ein 3/2-Wegeventil hat:
3 Anschlüsse: Druckluft (P), Ausgang (A), Abluft (R)
2 Schaltstellungen
Es schaltet zwischen:
P → A: Luft strömt zum Verbraucher.
A → R: Luft wird aus dem Verbraucher abgelassen.
Zeichne ein schematisches 5/2-Wege-Ventil und erkläre es.
Ein 5/2-Wegeventil hat:
5 Anschlüsse: 1× Druckluft (P), 2× Arbeitsanschlüsse (A, B), 2× Abluft (R, S)
Es schaltet zwischen: P → A, B → Abluft P → B, A → Abluft
Zeichne ein schematisches 5/3-Wege-Ventil und erkläre es.
Ein 5/3-Wegeventil hat:
5 Anschlüsse: Druckluft (P), Arbeitsanschlüsse (A, B), Abluft (R, S)
3 Schaltstellungen
Zwei Stellungen: P → A oder P → B → Zylinder fährt ein oder aus.
Antwort: Bei Pneumatik und Hydraulik steuert ein Wegeventil den Fluidstrom zum Zylinder.
Steuerung → Wegeventil → Zylinder → Bewegung
Steuerung schaltet das Wegeventil elektrisch oder mechanisch.
Wegeventil öffnet/sperrt bzw. lenkt den Fluidstrom.
Fluid bewegt den Zylinder linear.
Wegeventil: meist binär → auf/zu (P-Verhalten —> Proportional zur Ansteuerung)
Zylinderposition: kann kontinuierliche Werte annehmen (I-Verhalten).
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