Definition Rehabilitation
Rehabilitation umfasst alle Maßnahmen, die das Ziel haben, das Einwirken jener Bedingungen, die zu Einschränkungen oder Benachteiligungen führen, abzuschwächen und die eingeschränkten, benachteiligten Personen zu befähigen, soziale Integration zu erreichen.
Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit
Beteiligte Fachrichtungen: Neuro-Urologie, Pädiatrie, Orthopädie, Neurochirurgie
Optimierung der Therapie durch enge Zusammenarbeit
Standardmethode zur Blasenentleerung
Intermittierender Katheterismus (mehrmals täglich)
Vorteil: Vermeidung von Blasenüberdehnung
Dauerkatheter nur in Ausnahmefällen wegen Infektionsrisiko
Operative Therapieoptionen
Schließmuskelschlitzung: Reduktion des Blasenauslasswiderstands
Blasenvergrößerung (Augmentation): Einsetzen eines Darmsegments
Künstlicher Schließmuskel: Bei schwachem Blasenschließmuskel
Neuromodulative Verfahren
Sakrale Neuromodulation: Elektrostimulation sakraler Nervenwurzeln
Vorderwurzelstimulator: Steuerung der Blasen- & Darmentleerung
Definition Harnwegsinfektionen
Infektionen der Harnwege, die die Blase (Zystitis) oder die Nieren (Pyelonephritis) betreffen können. Häufige Ursache bei Säuglingen sind bakterielle Erreger wie Escherichia coli.
Definition: Neurogene Blasenfunktionsstörung (nBFS)
Ursache: Störung der nervalen Signalübertragung zur Blasensteuerung
Betroffene Bereiche: Rückenmark, Gehirnzentren oder periphere Nerven
Risiko bei unbehandelter nBFS
Dauerhafte Schäden des Harntraktes
Risiko für Nierenschädigungen
Häufigste Symptome: Harnwegsinfekte, unkontrollierter Harnabgang
Ziel der Behandlung von nBFS
Schutz der Nieren
Verbesserung der Blasenspeicherung & -entleerung
Reduzierung von Infektionen & Komplikationen
Diagnostische Maßnahmen bei nBFS
Klinische Untersuchung
Nierenwerte (Labor) & Urinkontrollen
Ultraschall des Urogenitaltrakts
Videourodynamik zur Blasendruckmessung
Blasentypen bei Spina bifida
Schlaffe Blase (Areflexie): Niedriger Druck, erschwerte Entleerung
Spastische Blase (Reflexblase): Hoher Druck, unkoordinierte Entleerung
Medikamentöse Therapie bei nBFS
Anticholinergika (z. B. Oxybutynin, Trospiumchlorid)
Senken den Blasendruck durch Hemmung der Nervenimpulse
Nebenwirkungen: Mundtrockenheit, Verstopfung, Konzentrationsstörungen
Alternative Therapie: Instillationstherapie
Flüssiges Anticholinergikum direkt in die Blase über Katheter
Weniger Nebenwirkungen als Tabletten
Minimal-invasive Therapie: Botulinumtoxin (BTX)
Injektion in den Blasenmuskel zur Dämpfung von Spastiken
Wirkung: 9–12 Monate, dann erneute Behandlung nötig
Symptome Myeloschisis
Extrem schwere neurologische Schäden: Da das Rückenmark bei der Myeloschisis direkt auf der Oberfläche liegt und keine schützende Hülle vorhanden ist, ist das Rückenmark stark beschädigt. Dies führt zu schweren neurologischen Ausfällen.
Lähmungen und Sensibilitätsverlust: Es treten meist schwere Lähmungen in den Beinen auf, sowie ein Sensibilitätsverlust unterhalb der betroffenen Stelle.
Blasen- und Darmprobleme: Aufgrund der starken Schädigung der Nerven können auch schwerwiegende Probleme mit der Blasen- und Darmkontrolle auftreten.
Hydrozephalus: Wie bei anderen Formen von Spina bifida kann auch hier ein Hydrozephalus auftreten.
Kognitive Beeinträchtigungen: Es können schwere kognitive Einschränkungen und geistige Entwicklungsstörungen auftreten
Behandlung Myeloschis
Myeloschisis ist die schwerste Form von Spina bifida und erfordert sofortige medizinische Intervention. In der Regel sind chirurgische Eingriffe notwendig, um das Rückenmark zu schützen und zu versuchen, die Schädigung zu minimieren. Trotz chirurgischer Interventionen ist die Prognose häufig ungünstig, und viele Kinder benötigen lebenslange medizinische Versorgung.
Beschreibung Spina Bifida aperta
Spina bifida aperta ist ein Überbegriff, der alle offenen Formen von Spina bifida umfasst, bei denen es zu einer sichtbaren Öffnung in der Wirbelsäule kommt. Diese Öffnung führt dazu, dass entweder das Rückenmark, die Meningen oder beides nach außen dringen. Zu den Unterformen gehören Myelomeningozele und Meningozele (siehe oben), aber der Begriff "Spina bifida aperta" ist generell breiter und umfasst alle offenen Fälle von Spina bifida.
Symptome SPina bifida aperta
Bei Spina bifida aperta kommt es immer zu einer Schädigung des Rückenmarks oder der Meningen. Die Auswirkungen variieren je nach Größe und Ort des Defekts. Bei Myelomeningozele und Meningozele sind die Symptome in der Regel ähnlich: Es kann zu neurologischen Problemen kommen, wie Lähmungen, Inkontinenz und anderen motorischen und sensorischen Beeinträchtigungen.
Behandlung Spina bifida aperta
Eine chirurgische Behandlung ist erforderlich, um das ausgetretene Rückenmark oder die Meningen zu reparieren und das Risiko von Infektionen oder weiteren Schädigungen zu minimieren. Wie bei anderen Formen von Spina bifida sind oft umfangreiche Nachbehandlungen, wie Physiotherapie und Blasenmanagement, notwendig, und die Prognose hängt von der Schwere der Schädigung ab.
Symptome Myelomeningozele
Beule oder Zyste auf dem Rücken: Bei dieser Form treten sowohl die Meningen als auch das Rückenmark durch die Öffnung in der Wirbelsäule. Es ist eine größere und sichtbare Schwellung zu sehen, die die Schutzhülle und das Rückenmark enthält.
Lähmungen: Häufig treten Lähmungen in den Beinen auf, die je nach Ort des Defekts unterschiedlich schwer sein können. Bei höheren Defekten (z. B. im oberen Bereich der Wirbelsäule) sind die Lähmungen meist schwerer, während bei Defekten im unteren Bereich mildere Lähmungen auftreten können.
Blasen- und Darmprobleme: Viele Menschen mit Myelomeningozele haben Schwierigkeiten mit der Blasen- und Darmkontrolle, da die Nerven, die diese Funktionen steuern, geschädigt sein können.
Hydrozephalus (Wasserkopf): Ein häufiger Begleiter der Myelomeningozele ist Hydrozephalus, bei dem sich Flüssigkeit im Gehirn ansammelt, was zu einem vergrößerten Kopf führen kann. Dies erfordert möglicherweise eine Shunt-Operation, um den Druck zu regulieren.
Kognitive Beeinträchtigungen: In vielen Fällen sind die kognitiven Fähigkeiten nur leicht oder mäßig beeinträchtigt, aber in einigen Fällen können auch schwerwiegendere Lern- und Entwicklungsprobleme auftreten.
Muskeltonus: Es können Probleme mit dem Muskeltonus und der Muskelkraft bestehen, was zu zusätzlicher motorischer Beeinträchtigung führt.
Behandlung Myelomeningozele
Eine sofortige medizinische Intervention ist erforderlich, um die Schädigung des Rückenmarks zu minimieren und die Funktion zu erhalten. In vielen Fällen ist eine Operation notwendig, um das ausgetretene Rückenmark und die Meningen zu schützen und zu reparieren. Zusätzlich sind lebenslange medizinische Betreuung und Physiotherapie oft erforderlich.
Beschreibung Myeloschisis
Die Myeloschisis ist eine sehr schwere und seltene Form der Spina bifida, bei der das Rückenmark (Myelon) direkt ohne schützende Hülle, wie die Meningen, auf der Oberfläche des Körpers liegt. Das Rückenmark bleibt offen und ist häufig stark geschädigt, was zu schweren neurologischen Beeinträchtigungen führt.
Häufigkeit Spina Bifida Occulta
Es handelt sich um eine häufige und meist harmlose Form der Spina bifida, die oft zufällig bei Röntgenuntersuchungen entdeckt wird.
Beschreibung Meningozele
Bei dieser Form von Spina bifida stülpen sich die Membranen, die das Rückenmark umhüllen (die sogenannten Meningen), durch die Öffnung in der Wirbelsäule. Das Rückenmark selbst bleibt dabei in seiner normalen Position.
Symptome Meningozele
Kleine, sichtbare Beule an der Wirbelsäule, die die Meningen (Häute des Rückenmarks) enthält.
Leichte neurologische Beeinträchtigungen: In der Regel ist das Rückenmark selbst nicht betroffen, sodass die meisten neurologischen Störungen eher gering sind. Es kann zu milden motorischen Beeinträchtigungen oder teilweise zu einer leichten Schwäche in den Gliedmaßen kommen, aber in vielen Fällen sind die Symptome weniger schwerwiegend.
Kognitive Fähigkeiten: In der Regel sind die kognitiven Fähigkeiten nicht beeinträchtigt.
Behandlung Meningozele
Oft ist eine Operation erforderlich, um die Meningen zu reparieren, aber viele Menschen mit Meningozele haben eine gute Prognose, insbesondere wenn die Lücke frühzeitig behandelt wird.
Beschreibung Myelomeningozele
Dies ist die schwerste und häufigste Form der Spina bifida. Bei dieser Form treten sowohl das Rückenmark als auch die Meningen durch die Öffnung in der Wirbelsäule. Das Rückenmark ist häufig geschädigt, was zu einer Vielzahl von neurologischen Problemen führt.
Entstehung Spina bifida
• verschiedene Formen von spinalen Fehlbildungen, die zumeist auf eine Störung bei der Entwicklung des Rückenmarks zurückzuführen sind • Das Neuralrohr bildet sich während der ersten Etappe der Organogese, zwischen dem 20. und dem 28. Tag.
• Während der Entstehung des zentralen Nervensystems kommt es zum Einrollen des Nervengewebes • aus einer oberflächlichen Gewebsschicht entsteht eine röhrenförmige Struktur (Neuralrohr)
• Dieser Vorgang beginnt im Brustbereich und setzt sich kopfwärts und beinwärts fort
• Zuletzt verschließt sich am 23 bis 26. Tag der Schwangerschaft das neu geformte untere Ende des zukünftigen Rückenmarks im Bereich des Kreuzbeins
Risikofaktoren Spina Bifida
Folsäuremangel: Ein Mangel an Folsäure (Vitamin B9) in der Schwangerschaft ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Spina bifida. Folsäure spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Neuralrohrs im frühen Stadium der Schwangerschaft.
Genetische Faktoren: Es gibt Hinweise darauf, dass genetische Veranlagung eine Rolle spielt. Ein erhöhtes Risiko für Spina bifida kann in Familien auftreten, in denen bereits Kinder mit Neuralrohrdefekten geboren wurden.
Diabetes der Mutter: Mütter, die vor der Schwangerschaft an Diabetes erkrankt sind, haben ein höheres Risiko, ein Kind mit Spina bifida zu bekommen, besonders wenn der Blutzuckerspiegel schlecht kontrolliert ist.
Übergewicht oder Adipositas der Mutter: Übergewicht während der Schwangerschaft kann das Risiko für Spina bifida und andere Geburtsfehler erhöhen.
Medikamenteneinnahme: Einige Medikamente, wie Antiepileptika (z. B. Valproinsäure), können das Risiko von Neuralrohrdefekten erhöhen, wenn sie während der Schwangerschaft eingenommen werden.
Mangelernährung oder ungesunde Ernährung: Eine unausgewogene Ernährung ohne ausreichende Mikronährstoffe kann das Risiko erhöhen.
Umweltfaktoren: Bestimmte Umweltfaktoren, wie Chemikalien oder Pestizide, können ebenfalls zu einem erhöhten Risiko beitragen, obwohl die genauen Zusammenhänge noch nicht vollständig verstanden sind.
Alter der Mutter: Mütter, die sehr jung oder älter sind (besonders über 40), haben ein erhöhtes Risiko, ein Kind mit Spina bifida zu bekommen.
Maßnahmen zum Einschränken der Risikofaktoren einer Spina Bifida
Folsäure einnehmen: Frauen, die eine Schwangerschaft planen, wird geraten, mindestens 400 Mikrogramm Folsäure pro Tag einzunehmen. Dies sollte idealerweise schon mindestens einen Monat vor der Empfängnis beginnen und bis zum Ende des ersten Trimesters fortgesetzt werden. Bei Frauen mit einem höheren Risiko (z. B. wegen früherer Spina bifida-Geburten oder genetischer Prädisposition) kann eine höhere Dosis (z. B. 4 mg täglich) empfohlen werden.
Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Mikronährstoffen wie Folsäure, Eisen und Jod ist, kann helfen, das Risiko von Spina bifida zu verringern.
Blutzuckerkontrolle bei Diabetes: Wenn eine Frau an Diabetes leidet, sollte sie ihren Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft gut kontrollieren und sich regelmäßig vom Arzt überwachen lassen.
Gewichtskontrolle: Eine gesunde Gewichtszunahme vor und während der Schwangerschaft kann das Risiko verringern.
Medikamentenkontrolle: Frauen, die Medikamente einnehmen, insbesondere solche, die das Risiko von Neuralrohrdefekten erhöhen könnten, sollten dies mit ihrem Arzt besprechen, um mögliche Risiken zu minimieren.
Vermeidung von Umweltgiften: Der Kontakt mit schädlichen Chemikalien, Pestiziden oder giftigen Substanzen sollte während der Schwangerschaft vermieden werden.
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Regelmäßige ärztliche Untersuchungen während der Schwangerschaft ermöglichen eine frühzeitige Erkennung und Behandlung von möglichen Risiken oder Fehlbildungen.
Formen Spina Bifida
Beschreibung Spina Bifida Oculta
Dies ist die mildeste Form der Spina bifida. Bei dieser Variante handelt es sich um einen kleinen Defekt oder eine Lücke in einem oder mehreren Wirbeln, die das Rückenmark nicht betrifft. Der Defekt ist häufig so klein, dass er keine sichtbaren Symptome verursacht.
Symptome Spina bifida occulta
Symptome: Oft keine offensichtlichen Symptome. In vielen Fällen bleibt diese Form der Spina bifida unentdeckt, da sie keine gesundheitlichen Probleme verursacht.
Gelegentliche Anzeichen: Ein kleines Hautmal oder eine kleine Delle über der betroffenen Stelle (z. B. Hämangiom, Haarbüschel, oder eine Hautfalte) kann auftreten.
Seltene Symptome: In sehr wenigen Fällen können auch leichte neurologische Symptome wie Schwäche in den Beinen oder Schmerzen im unteren Rückenbereich auftreten, insbesondere wenn Nervenkompressionen vorliegen.
Fehlbidlungen, die durch eine Spina Bifida erfolgen können
Skelett- und Wirbelsäulenfehler wie Skoliose, Kyphose, Fußdeformitäten und Hüftdysplasie.
Neurologische Fehlbildungen wie Lähmungen, Sensibilitätsverlust und Fehlfunktionen des Nervensystems.
Blasen- und Darmfunktionsstörungen.
Hydrozephalus und die Notwendigkeit eines Shunts.
Kognitive Beeinträchtigungen und psychische Herausforderungen.
Muskel- und Sehnenfehlbildungen, die die Mobilität einschränken können.
Beschreibung Lemon Sign
Das "Lemon Sign" beschreibt eine charakteristische Veränderung der Form des fetalen Schädels, die bei Spina bifida auftreten kann. Normalerweise zeigt sich eine leichte Verformung des Schädels, bei der die Knochen des Schädels (insbesondere im frontalen Bereich) eingedrückt erscheinen und eine Form wie eine Zitrone annehmen, was zu diesem Namen führt.
Ursache Lemon Sign
Diese Veränderung tritt aufgrund des Hydrozephalus auf, der häufig mit Myelomeningozele verbunden ist. Wenn das Rückenmark durch die Öffnung in der Wirbelsäule heraustritt, kann es zu einer Veränderung des Drucks im Gehirn kommen, was das Wachstum des Schädels beeinflusst und diese charakteristische Form verursacht.
Bedeutung Lemon Sign
Das Lemon Sign ist ein frühes Anzeichen für eine Spina bifida und deutet darauf hin, dass es zu einer Störung des Flüssigkeitsabflusses im Gehirn kommt, was in der Regel auf Hydrozephalus hinweist.
Beschreibung Banana Sign
Das "Banana Sign" beschreibt eine andere typische Veränderung, die bei einer Myelomeningozele im pränatalen Ultraschallbild zu sehen ist. Es handelt sich um die Form des Kleinhirns, das in dieser Form eine bananenähnliche Gestalt annimmt. Das Kleinhirn erscheint aufgrund der Anomalie des Magendachraums (Cerebellum) besonders in der unteren Region des Gehirns verformt und vergrößert.
Ursache Banana Sign
Das Banana Sign ist oft mit dem Vorliegen eines Hydrozephalus und einem Anstieg des Hirndrucks verbunden. Diese Verformung des Kleinhirns ist darauf zurückzuführen, dass der Hirndruck durch die Ansammlung von Flüssigkeit im Gehirn zu einem Einbruch des Kleinhirns führt, was die charakteristische Bananenform erzeugt.
Bedeutung Banana-Sign
Das Banana Sign ist ein starkes Indiz für Myelomeningozele und wird oft in Verbindung mit dem Lemon Sign gesehen. Es deutet auf eine Schädigung der Hirnstruktur hin, die durch den Druck des Hydrozephalus verursacht wird und auf eine starke neurologische Beeinträchtigung des betroffenen Fötus hinweist.
Klassifikationen der Infantilen Cerebralparese
• Gross Motor Function Classification System (GMFCS) - grobmotorische Fähigkeiten
• Manual Ability Classification System (MACS) - feinmotorische Fähigkeiten
• Communication Function Classification System (CFCS) - kommunikative Fähigkeiten
Definition Spina bifida
Die Spina bifida auch „offener Rücken“ genannt, ist eine Fehlbildung der Wirbelsäule und ggf. des Rückenmarks. Sie gehört zu den dysraphischen Störungen durch einen unvollständigen Schluss des Neuralrohr verursacht.
Formen der dyskenitschen FOrm der infantilen Cerebralparese
Athetose
Chorea
Dystonie
Was ist Athetose im Zusammenhang mit der infantilen Cerebralparese?
Athetose ist eine Bewegungsstörung, die sich durch langsame, unkontrollierte, writhing (schraubende, schraubenförmige) Bewegungen der Hände, Arme, Füße oder des Gesichts zeigt.
Sie tritt häufig als Teil der dyskinetischen Form der infantilen Cerebralparese auf.
Ursache ist meist eine Schädigung der Basalganglien, oft durch Sauerstoffmangel oder Kernikterus (schwere Neugeborenengelbsucht).
Bewegungen nehmen bei emotionaler Erregung zu und bessern sich im Schlaf.
Beschädigter Teil des Gehirns bei der dyskentischen Form der infantilen Cerebralparaese
Basalganglien
Was ist Chorea im Zusammenhang mit der infantilen Cerebralparese?
Chorea bezeichnet schnelle, unkontrollierte, unwillkürliche Bewegungen, die abrupt auftreten und unkoordiniert wirken.
Sie betrifft vor allem Gesicht, Arme und Hände und kann zu plötzlichen Grimassen oder ungewollten Bewegungen führen.
Chorea tritt oft zusammen mit Athetose auf und wird dann als Choreoathetose bezeichnet.
Ursache ist eine Schädigung der Basalganglien, ähnlich wie bei Athetose.
Was ist Dystonie im Zusammenhang mit der infantilen Cerebralparese?
Dystonie ist eine Bewegungsstörung mit anhaltenden, unwillkürlichen Muskelkontraktionen, die zu abnormen Haltungen oder verdrehten Bewegungen führen.
Die Muskelspannung kann stark schwanken: manchmal ist sie zu hoch (Hypertonie), manchmal zu niedrig (Hypotonie).
Dystonische Bewegungen treten oft beim gezielten Einsatz der Muskulatur auf und können zu Schmerzen und Verkrampfungen führen.
Ursache ist eine Schädigung der Basalganglien und tritt häufig in der dyskinetischen Form der ICP auf.
Faktoren ataktische Form der infantilen Zerebralparese
• Schädigung des Kleinhirns
• herabgesetzter Muskulatur-Grundtonus
• Störung der Tonusabstimmung von Agonist und Antagonist
• gesteigerte Muskeleigenreflexe: ausfahrende, überschießende Bewegungsabläufe
• zittrige oder ruckartige Bewegungen und Koordinationsprobleme auf
• Intentionstremor möglich
Symptome infantile Zerebralparese
Frühzeitige abnorme Haltungen und Bewegungen
Abnorme Steifigkeit des Säuglings
Mangelnde Kopfkontrolle
Häufiges Überstrecken
Erschwerte Abspreizung beim Windeln
Ablehnung der Bauchlage
Steife Beugehaltung der Arme
Steife Streckung und Überkreuzungstendenzen der Beine
Seitendifferenz in Haltung und Bewegung
Hemmungen und Stockungen im Bewegungsablauf
Faktoren einer Spastik
Spastische Lähmungen können in einzelnen Muskeln oder ganzen Muskelgruppen auftreten
Weil die Muskeln an den Gelenken ansetzen, äußern sich muskuläre Verkürzungen und Verspannungen vor allem an diesen verbindenden Elementen
Klinische Erscheidung Spastik
Ellenbogen oder Handbeugung
Eng angezogene Schulter
Gefaustete Hand
Einwärts gedrehter Unterarm
Handgedrehter Daumen
Sekundäre Komplikationen bei spastischen CP
Veränderungen der Muskel, Gelenke und Knochen
Besonders häufig Spitzfußstellung
Hüftluxation
Skoliose
Betroffener Teil des Gehirns bei spastischer Form bei infantiler Cerebralparase
motorischer Kortex
Diagnostik infantile Cerebralparese
Anamnese
Beobachtung der Bewegungsmuster
Befunde neurologischer Untersuchungen
Faktoren dyskenitsche Formen der infantilen Cerebralparese
• gezielte Willkürmotorik durch Schädigung der Basalganglien gestört
• Einschränkung der Sprachentwicklung
• meist normale Intelligenzentwicklung
Spastische Form der infantilen Cerebralparesen
• 75% der Kinder mit ICP
• Schädigung im motorischen Kortex
• erhöhter muskulärer Grundtonus
• Verstärkung der muskulären Hypertonie bei körperlicher Anspannung, emotionaler Erregung
• Gefahr von Kontrakturen und auch Luxationen
Definition Spastik
• Die Ursache einer Spastik ist eine Schädigung im zentralen Nervensystem
• Die Befehle der Muskelkontraktion stammen aus dem ZNS
• Diese werden über Nervenbahnen auf die Skelettmuskulatur übertragen
• Der Muskel wird in einem Erregungsstand versetzt danach folgt die Entspannung
• Bei einer Spastik liegt eine gestörten Feinabstimmung zwischen Muskelanspannung und Muskelentspannung vor
Formen der infantile Zerebralparese
Spastische Form
Dyskenitsche Form
Atatktische Form
Welche pränatalen Ursachen können eine infantile Cerebralparese verursachen?
Pränatale Ursachen sind Faktoren, die bereits vor der Geburt zu einer Schädigung des Gehirns führen können, z. B.:
Genetische Faktoren (z. B. Chromosomenanomalien)
Infektionen der Mutter (z. B. Röteln, Toxoplasmose, Zytomegalie)
Plazentainsuffizienz (unzureichende Sauerstoff- und Nährstoffversorgung)
Mangelernährung oder Stoffwechselerkrankungen der Mutter
Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenkonsum in der Schwangerschaft
Strahlen- oder Umweltgiftexposition
Welche perinatalen Ursachen können eine infantile Cerebralparese auslösen?
Perinatale Ursachen sind Komplikationen während der Geburt, die zu einer Schädigung des Gehirns führen können, z. B.:
Frühgeburt (besonders <32. Schwangerschaftswoche)
Sauerstoffmangel (Hypoxie, Asphyxie) durch:
Nabelschnurkomplikationen (z. B. Nabelschnurumschlingung)
Plazentaablösung oder Plazentainsuffizienz
Starke Blutungen bei der Mutter
Geburtstraumata (z. B. durch Zangengeburt oder Vakuumextraktion)
Infektionen während oder kurz nach der Geburt (z. B. Sepsis, Meningitis)
Welche postnatalen Ursachen können eine infantile Cerebralparese verursachen?
Antwort: Postnatale Ursachen sind Faktoren nach der Geburt, die eine Schädigung des sich entwickelnden Gehirns verursachen, z. B.:
Schwere Infektionen (z. B. Meningitis, Enzephalitis)
Starke Gelbsucht (Kernikterus) durch unbehandelte Hyperbilirubinämie
Schwere Kopfverletzungen oder Schädel-Hirn-Traumata (z. B. durch Unfälle oder Misshandlung)
Schwere Sauerstoffmangelzustände (z. B. durch Ertrinken oder Atemstillstand)
Schlaganfälle im Säuglingsalter (z. B. durch Gerinnungsstörungen)
Orte an denen Rehabilitation stattfindet
→ Krankenhaus
→ Rehabilitationseinrichtungen
→ Einrichtungen der Altenhilfe
→ Ambulante Pflege
Übergeordnetes Ziel Rehabilitation
möglichst weitreichende Unabhängigkeit für Betroffene erreichen, durch
Gestaltung der Wohnräume
Versorgung mit adäquaten Hilfsmitteln
alters- und fähigkeitsangepasstes selbstständiges Leben
Definition Behinderung
„Es gibt keine allgemeingültige, rechtsverbindliche Definition von Behinderung. Soziale und kulturelle Normen haben einen erheblichen Einfluss darauf, was in einer Gesellschaft als Behinderung gilt“
Eine Behinderung ist eine langfristige körperliche, geistige, seelische oder Sinnesbeeinträchtigung, die die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschwert.
Ursachen von Behinderungen
Angeborene Behinderungen (z. B. genetische Erkrankungen, Entwicklungsstörungen)
Erworbene Behinderungen (z. B. durch Unfälle, Krankheiten)
Arten von Behinderung
Körperliche Behinderungen
Geistige Behinderungen
Sinnesbehinderungen
Psychische Behinderungen
Pflegerische Aspekte Menschen mit Behinderung
Grundsätze der Pflege:
Individuelle Bedürfnisse beachten
Förderung von Selbstständigkeit
Respektvolle Kommunikation
Wichtige Pflegemaßnahmen:
Körperliche Unterstützung (z. B. Mobilisation, Hilfsmittel wie Rollstuhl)
Förderung der Selbstpflegefähigkeiten
Unterstützung in der sozialen Teilhabe
Besondere Herausforderungen:
Erhöhte Pflegebedürftigkeit
Barrierefreie Umgebung schaffen
Zusammenarbeit mit Angehörigen und Therapeuten
Wichtige Gesetze im Zusammenhang mit Behinderung
Rechte und Unterstützung:
UN-Behindertenrechtskonvention: Recht auf Inklusion und Gleichberechtigung
SGB IX & SGB XII: Eingliederungshilfe und Sozialhilfe für Kinder mit Behinderung
Bundesteilhabegesetz (BTHG): Verbesserte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
Leistungen:
Frühförderung (z. B. Heilpädagogik, Ergotherapie)
Inklusive Bildung in Kindergärten und Schulen
Pflegegrad und finanzielle Unterstützung durch die Pflegekasse
Psychosoziale Aspekte bei Behinderungen
Auswirkungen auf das Kind:
Emotionale Belastung (z. B. Frustration, Selbstwertprobleme)
Soziale Integration (z. B. Akzeptanz durch Gleichaltrige)
Auswirkungen auf die Familie:
Hoher Pflegeaufwand kann zu Stress führen
Finanzielle Belastungen durch Therapien und Hilfsmittel
Emotionale Herausforderungen für Eltern und Geschwister
Unterstützungsmöglichkeiten:
Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen
Psychologische Unterstützung für Kind und Familie
Inklusive Freizeitangebote zur sozialen Förderung
Wortherkunft Infantile Cerebralparese
Infantil = lateinischen infantilis = kindlich
cerebrum = „ Gehirn“
Parese = páresis, deutsch ‚Erschlaffen‘ = unvollständige Lähmung
Definition infantile zerebralparase
Eine frühkindliche, nicht fortschreitende Bewegungsstörung, die durch eine Schädigung des unreifen Gehirns vor, während oder kurz nach der Geburt verursacht wird. Sie führt zu Muskelsteifheit (Spastik), unkontrollierten Bewegungen oder Koordinationsstörungen und kann mit weiteren Beeinträchtigungen wie geistigen oder sensorischen Einschränkungen einhergehen.
Pathophysiologie infantile Cerebralparese
Bilden größte Gruppe von Kindern mit einer motorischen Behinderung zerebraler Ursache
Kein einheitliches Krankheitsbild
Bieten soziomedizinischen Rahme zur Erfüllung bestimmter Kriterien
Häufigkeit infantile Cerelbralparaese
2 - 3 von 1000 Lebensgeborenen
stark mit Frühgeburtlichkeit und Mehrgeburtlichkeit assoziiert
So steigt das Risiko einer Zerebralparese bei den unreifen Frühgeborenen auf bis das 30-fache an
1 /1000 Lebendgeborene bei einem Geburtsgewicht unter 2500 g
10–15/1000 Lebendgeborene bei einem Geburtsgewicht von 1500–2499 g
50–80/1000 Lebendgeborene bei einem Geburtsgewicht unter 1500g
Hirnschädigung
Verlust von Nervenzellen im Gehirn
Entwicklungshemmung/ Störung des zentralen Nervensystems
Weiterentwicklung primitiver Reflexe und physiologische Entwicklung der Reflexbahnen bleiben aus
Die Hirnschädigung führt zu irreparablem Defekt
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