Definition Morbus Crohn
= Chronisch- entzündliche Darmerkrankung unklarer Ursache, die im ganzen GI-Trakt auftreten kann, am häufigsten aber im terminalen Ileum und Kolon. Die Entzündung umfasst alle Schichten der Darmwand und kann zu Abszessen, Fisteln und Stenosen führen
Welche drei Vorteile hat die Stuhlrückführung?
Stimulierung des Darmwachstums
Besiedelung des Dünndarms mit wichtigen Bakterien
Weitergabe von Antikörpern aus der Muttermilch
Wo kann man mehr über die Stuhlrückführung erfahre
: In den „Best Practice Paediatric Guidelines“ zur Behandlung von Kindern mit Stomaanlage
Warum haben Kinder nach einer Darmresektion oft zwei Stomata?
Weil ein nekrotischer Darmanteil entfernt wurde. Das stuhl-fördernde Stoma (oraler Schenkel) dient der Ausscheidung, während das nicht-fördernde Stoma (aboraler Schenkel) mit dem Rektum verbunden bleibt.
Welche Komplikationen können nach einer Stomaanlage auftreten?
- Fehlende Nährstoffaufnahme
Atrophie des aboralen Darms
Gestörter Salz- und Flüssigkeitshaushalt
Was ist Stuhlrückführung (Refeeding)?
Eine Methode, bei der Stuhl aus dem oberen Stomaschenkel entnommen und dem unteren Stomaschenkel oder der mukosen Fistel mittels Katheter wieder zugeführt wird.
Warum wird eine Stuhlrückführung durchgeführt?
Um Komplikationen nach einer Stomaanlage zu vermeiden, insbesondere die fehlende Nährstoffaufnahme, Atrophie des Darms und Störungen der Flüssigkeitsbilanz.
Gibt es Besonderheiten in der Versorgung bei Komplikationen?
🩹 Hautpflege optimieren (Hautschutzmittel, passgenaue Versorgung)🩺 Ärztliche Kontrolle bei starken Beschwerden
🔄 Anpassung des Stomabeutelsystems (z. B. flexiblere Platten)
📌 Regelmäßige Kontrollen zur Früherkennung
Welche Besonderheiten gibt es vor und nach der Stomaanlage bei Kindern?
👶 Vor der OP: Elternberatung, psychologische Vorbereitung, geeignete OP-Planung
🧒 Nach der OP: Hautpflege, Beutelgröße anpassen, regelmäßige Gewichtskontrollen
Welche Regeln helfen Kindern & Eltern im Umgang mit dem Stoma?
✅ Kind altersgerecht aufklären
✅ Stomaversorgung spielerisch üben
✅ Selbstständigkeit fördern
✅ Diskretion im sozialen Umfeld wahren
✅ Passende Kleidung wählen
✅ Austausch mit anderen Betroffenen suchen
Gibt es Unterschiede zwischen der häuslichen und stationären Versorgung?
🏡 Häusliche Versorgung: Selbstmanagement durch den Betroffenen oder Angehörige, individuelle Anpassung der Materialien.
🏥 Stationäre Versorgung: Standardisierte Versorgung durch Pflegekräfte mit regelmäßigen Hautkontrollen und ggf. Beratung durch Stomatherapeuten.
Welche Komplikationen können bei einem Stoma auftreten?
❌ Hautreizungen & Entzündungen
❌ Hernien (Brüche)
❌ Stomastenosen (Verengung)
❌ Prolaps (Vorfall des Stomas)
❌ Nekrosen (Gewebeuntergang)
Welche Materialien werden für die Stomaversorgung benötigt?
✅ Stomabeutel (ein- oder zweiteilig)
✅ Hautschutzplatte
✅ Hautschutzpaste oder -ringe
✅ Reinigungstücher & Kompressen
✅ Hautschutzspray oder -puder
✅ Handschuhe & Schere (zum Zuschneiden der Hautschutzplatte)
Wie läuft die Stomaversorgung ab? (Handlungskette)
Vorbereitung (Hygiene, Material bereitstellen)
Alten Stomabeutel entfernen
Haut reinigen & inspizieren
Neue Hautschutzplatte anpassen & aufbringen
Neuen Stomabeutel befestigen
Entsorgung & Dokumentation
Was ist die Definition eines Stomas?
Ein Stoma ist eine operativ geschaffene Körperöffnung zur Ableitung von Körperausscheidungen (Urin oder Stuhl), meist durch die Bauchdecke.
Welche Arten von Stomata gibt es?
Enterostoma (Darmausgang)
Ileostoma (Dünndarm)
Kolostoma (Dickdarm)
Urostoma (Harnableitung)
Tracheostoma (Luftröhrenöffnung)
Nebenwirkungen Piritramid
Atemdepression
Übelkeit, Erbrechen
Sedierung, Schwindel
Abhängigkeit und Toleranzentwicklung bei längerer Anwendung
Wechselwirkungen Piritramid
Verstärkte Atemdepression mit anderen zentraldämpfenden Substanzen (z. B. Benzodiazepine, Alkohol)
Wirkung kann durch Opioid-Antagonisten (z. B. Naloxon) aufgehoben werden
Kontraindikation Piritramid
Schwere Ateminsuffizienz
Akute Intoxikation mit Alkohol oder anderen Dämpfungsmitteln
Erhöhter Hirndruck
Übliche Dosierung bei Kindern Piritramid
0,1–0,3 mg/kg Körpergewicht i.v., individuell anpassbar
Übliche Dosierung Midazolam
Prämedikation: 0,2–0,5 mg/kg oral oder 0,1 mg/kg i.v.
Definition Piritramid
Piritramid ist ein stark wirksames Opioid-Analgetikum zur Behandlung starker Schmerzen.
Indikation Piritramid
Starke akute und chronische Schmerzen (z. B. postoperative Schmerzen, Tumorschmerzen)
Wirkung Piritramid
Bindung an μ-Opioidrezeptoren → Analgesie, Sedierung, Atemdepression
Wirkung Midazolam
Verstärkt die Wirkung von GABA am GABA-A-Rezeptor → Sedierung, Angstlösung, WMuskelrelaxation
Nebenwirkungen Midazolam
Atemdepression, besonders bei hoher Dosierung
Paradoxe Reaktionen (Unruhe, Erregung, besonders bei älteren Patienten und Kindern)
Abhängigkeitspotenzial bei Langzeitanwendung
Wechselwirkungen Midazolam
Verstärkte Sedierung bei Kombination mit Opioiden, Alkohol oder anderen ZNS-dämpfenden Substanzen
CYP3A4-Hemmer (z. B. Erythromycin) können die Wirkung verstärken
Kontraindikation Midazolam
Myasthenia gravis
Akute Alkoholintoxikation
Kontraindikation KEtanest
Schwere arterielle Hypertonie
Erhöhter Hirndruck oder Augeninnendruck
Psychotische Erkrankungen
Übliche Dosierung bei Kindern Ketanest
Analgesie: 0,1–0,5 mg/kg i.v.
Narkoseeinleitung: 1–2 mg/kg i.v.
Definiition Midazoloam
Midazolam ist ein kurzwirksames Benzodiazepin mit sedierender, anxiolytischer, antikonvulsiver und muskelrelaxierender Wirkung.
Indikation Midazolam
Sedierung vor diagnostischen oder operativen Eingriffen
Narkoseeinleitung
Behandlung von epileptischen Anfällen
Angstzustände
Wirkung Ketanest
Blockade von NMDA-Rezeptoren → Analgesie und Bewusstseinsveränderung
Erhalt der Spontanatmung und Kreislaufstabilität
Nebenwirkungen KEtanest
Dissoziative Erscheinungen (Halluzinationen, Albträume)
Blutdruck- und Pulsanstieg
Wechselwirkungen Ketanest
Verstärkt die Wirkung von Sedativa (z. B. Benzodiazepine)
Kann mit Sympathomimetika (z. B. Adrenalin) zu Hypertonie führen
Definition Ketanest
Esketamin (Ketanest®) ist ein dissoziatives Anästhetikum mit analgetischer Wirkung, das als NMDA-Rezeptor-Antagonist wirkt.
Indikation Ketanest
Analgesie bei starken Schmerzen (z. B. Trauma, Notfallmedizin)
Narkoseeinleitung und -erhaltung
Therapie von therapieresistenter Depression (off-label)
Kontraindikation Paracedtamol
Schwere Leberfunktionsstörungen
Chronischer Alkoholismus
Übliche Dosierung von Paracetamol bei Kindern
10–15 mg/kg Körpergewicht alle 6 Stunden, max. 60 mg/kg/Tag
Nebenwirkungen Paracetamol
Lebertoxizität bei Überdosierung
Gelegentlich allergische Hautreaktionen
Wechselwirkungen Paracetamol
Verstärkt hepatotoxische Wirkung bei Alkoholmissbrauch oder Enzyminduktoren (z. B. Rifampicin)
Wechselwirkung mit Antikoagulanzien (z. B. Warfarin)
Kontrainidkation Ibuprofen
Magen-Darm-Geschwüre oder -Blutungen
Schwere Leber- oder Niereninsuffizienz
Schwangerschaft (besonders im 3. Trimester)
Definition Paracetamol
Paracetamol ist ein Analgetikum und Antipyretikum ohne ausgeprägte entzündungshemmende Wirkung.
Indikation Paracemtamol
Leichte bis mäßige Schmerzen (z. B. Kopf-, Zahn-, Regelschmerzen)
Fieber
Wirkung Paracetamol
Hemmung der Prostaglandinsynthese im zentralen Nervensystem
Wirkt analgetisch und antipyretisch, aber kaum entzündungshemmend
Indikation Ibuprofen
Leichte bis mäßig starke Schmerzen (z. B. Kopf-, Zahn-, Muskel-, Gelenkschmerzen)
Entzündliche Erkrankungen (z. B. Arthritis, Rheuma)
Wirkung Ibuprofen
Hemmt die Cyclooxygenase (COX-1 und COX-2) → Reduktion von Prostaglandinen
Entzündungshemmend, schmerzlindernd und fiebersenkend
Nebenwirkungen Ibuprofen
Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Magenschmerzen, Blutungen, Ulzera)
Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Langzeitanwendung
Nierenfunktionsstörungen
Wechselwirkung Ibuprofen
Verstärkt die Wirkung von Antikoagulanzien (z. B. Marcumar)
Erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Blutungen bei Kombination mit Kortikosteroiden oder anderen NSAR
Nebenwirkungen Suprathel
Selten lokale Reizungen oder Entzündungen
In Einzelfällen verzögerte Resorption
Wechselwirkungen Suprathel
Keine bekannten Wechselwirkungen mit anderen Wundauflagen oder Antiseptika
Kontraindikation Suprathel
Schwere Infektionen der Wunde
Tiefe, großflächige Verbrennungen (3. Grades)
Wichtige Faktoren Wundversorung bei Verbrennungen
◼ Analgosedierung mit Midazolam und Ketamin
◼ Säuberung der Wunde unter streng aseptischen Bedingungen
◼ mit Lavanid®- Wundspüllösung, bei verklebten Wunden einweichen lassen
◼ Fotodokumentation
◼ Auftragen von Lavanid® Wundgel
◼ Wundverschluss mit Ligasano®, sterilen Kompressen und Schlauchverband
Weitere Faktoren Wundversorung bei Verbrennungen
◼ Sobald die Wunde abtrocknet
◼ Wundsäuberung erneut mit Lavanid®
◼ Auftragen von Iruxol
◼ Wundabdeckung mit Mepitel ®
Chirurgische Wundversorgung bei Verbrennungen
◼ Escharotomie
->Entlastungsschnitte der verbrannten Haut bis zur Faszie (Kompartementsyndrom)
◼ Nekrosektomie
-> Abtragen von Nekrosen
◼ Hauttransplantationen
Vollhautlappen (gesamte Dicke der Kutis)
Spalthautlappen (Epidermis und evtl. Korium)
Meshgraft
Krankenbeobachtung bei Verbrennungen
Vitalzeichen
Körpertemperatur
Bewusstseinslage
Körpergewicht
Ein und Ausfuhrkontrolle
ntakte Haut
geschädigte Haut
Schmerzen
Definition Ibuprofen
Ibuprofen ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) mit analgetischen, antipyretischen und entzündungshemmenden Eigenschaften.
Wirkungn Lavasept
Breites antimikrobielles Spektrum gegen Bakterien, Pilze und einige Viren
Reduziert Biofilm in Wunden
Unterstützt die Wundheilung durch Infektionskontrolle
Nebenwirkungen Lavasept
Gelegentlich Hautreizungen oder Brennen
Seltene allergische Reaktionen
Wechselwirkungen Lavasept
Keine gleichzeitige Anwendung mit silberhaltigen Präparaten oder Seifen
Nicht mit jodhaltigen Antiseptika kombinieren
Kontraindikation Lavasept
Allergie oder Unverträglichkeit gegen Polyhexanid
Nicht für intraokulare Anwendung geeignet
Definition Suprathel
Suprathel® ist eine synthetische, resorbierbare Wundauflage auf Polylactid-Basis, die als temporärer Hautersatz bei oberflächlichen Verbrennungen und anderen Hautdefekten dient.
Indikation Suprathel
Oberflächliche bis mitteltiefe Verbrennungen (2. Grades)
Hauttransplantationsstellen
Tiefe Dermabrasionen
Chronische Wunden
Wirkung Suprathel
Schutzbarriere gegen Keime und äußere Reize
Reguliert Feuchtigkeits- und Wärmehaushalt der Wunde
Fördert Epithelisierung und Schmerzreduktion
Wechselwirkungen Lavanid
Nicht mit anionischen Tensiden oder Seifen kombinieren
Keine gleichzeitige Anwendung mit silberhaltigen Wundauflagen
Kontraindikation Lavanid
Überempfindlichkeit gegen Polyhexanid oder andere Bestandteile
Nicht für intraokulare oder intraabdominale Anwendung
Dosierung Lavanid
Anwendung nach ärztlicher Anweisung, meist Wundspülung oder getränkte Kompressen
Definition Lavasept
Lavasept® ist eine wässrige Polyhexanid-Lösung zur Wundspülung und -desinfektion mit breitem antimikrobiellem Wirkungsspektrum.
Indikation Lavasept
Reinigung und Spülung von akuten und chronischen Wunden
Infizierte oder kontaminierte Wunden
Dekubitus, Ulcus cruris, diabetische Fußulzera
Verbrennungswunden
Indikation Lavanid
Akute und chronische Wunden
Infizierte Wunden
Dekubitus, Ulcus cruris
Wundinfektionen
Wirkung Lavanid
Antiseptische Wirkung gegen Bakterien, Pilze und einige Viren
Reduziert die Keimbelastung in Wunden
Fördert die Wundheilung durch infektionsfreies Milieu
Nebenwirkung Lavanid
Leichte Hautreizungen oder Brennen möglich
Sehr selten allergische Reaktionen
Definition Debridement
◼ Operative Entfernung von nekrotischem Gewebe (Nekrektomie)
◼ Enzymatisches Debridement
Lokale Antiseptika bei Verbrennungen
◼ Lavanid®
◼ Lavasept ®
◼ Suprathel ®
Definition Lavanid
Lavanid® ist eine sterile Wundspüllösung auf Basis von Polyhexanid (PHMB) zur antiseptischen Wundreinigung und -behandlung.
Erstversrogung am Unfallort bei Verbrennungen
Kind aus der Gefahrenzone bringen
Überprüfung und Sicherung der Vitalfunktionen
Kühlung
Wundareale sauber abdecken
Erstversorgung bei Verbrennung in der Klinik
Bei telefonischer Anmeldung Unfallursache, Ausmaß und Lokalisation, Unfallhergang, Alter, Geschlecht des Kindes erfragen
Vorbereitungen:
✓ Isolation/ Einzelzimmer, wenn vorhanden Verbrennungseinheit
✓ Geräte zur Überwachung der Vitalzeichen
✓ Absauggerät, ggf. Beatmungsgerät und Intubationsbesteck
✓ Material zum Legen eines venösen Zugangs
✓ Materialien zur Wundversorgung
✓ Sterile Wäsche
✓ ausreichend Personal
Wichtige Faktoren bei der Erstversrogung von Verbrennungen
➢ Schmerzbekämpfung
➢ Volumensubstitution
➢ Wärmezufuhr
➢ Feststellung des Körpergewichtes
➢ Überwachung der Vitalparameter
➢ Blutentnahme, Abstriche
➢ Tetanusschutz
➢ Primäre Wundversorgung
Berechnungassessment für die Volumengabe bei Verbrennungen
Baxter
Berechnung Grundbedarff bei der Volumensubstitution nach Baxter (nach der Parklandformel) bis 10 kg
it 100ml/kg/d + 4-5 ml/kg KG x % VKO
Berechnung Grundbedarff bei der Volumensubstitution nach Baxter (nach der Parklandformel) bis 20 kg
80ml/kg/d + 4-5 ml/kg KG x % VKO
Berechnung Grundbedarff bei der Volumensubstitution nach Baxter (nach der Parklandformel) über 20 kg
40 ml/kg/KG + 4-5 ml/kg KG x % VKO
Abkürzung VKO
Verbrannte Körperoberfläche
Verteilung der Tage Berechnung nach Baxter (in Anlehnung an Parklandformel)
➢ Tag 1 ersten 8 Stunden 50% nachfolgende 16 Stunden 50% der Gesamtmenge
➢ Tag 2 3ml/kg KG x %VKO + Grundbedarf
➢ Tag 3 1ml/kg KG x %VKO + Grundbedarf
Wichtige Faktoren CED und Ernährung
• Ältere Studien: Umfang der Aufnahme von raffiniertem Zucker, Industriefette und tierischem Eiweiß → Bedeutung für Pathogenese einer CED
• Gesicherte Informationen über Ernährungsformen, die eine CED auslösen liegen nicht vor
• Längere Stilldauer (> 6 Monate): Schutz vor späterer Manifestation
Definition Mangelernährung
„krankheitsspezifischen Mangelernährung umfasst die klinisch relevanten Mangelzustände, die entweder durch eine verminderte Nahrungsaufnahme, Malabsorption und Maldigestion, eine erhöhte Proteinkatabolie oder eine Inflammation entstehen“
Definition Mikronährstoffe
essenzielle Stoffe, die ein Mensch mit der Nahrung aufnehmen muss, die aber für den Organismus keinen energetischen Wert haben
Bestandteile Mikronährstoffe
• Vitamine
• Mineralien (Unterteilung in Spuren- und Mengenelemente)
Beeinflussende Fatkoren Mangelernährung und Mikronährstoffmangel
• intestinale Resorptionsstörungen und zu rasche Darmpassage mit Diarrhö
• Inappetenz
• Schmerzen
• Übelkeit
Pathophysiologie Mangelernährung und Mikronährstoffmangel bei CED
• Häufig bei akuten Schüben oder chronisch aktiven Krankheitsverläufen
Grund warum die Untersuchung auf Mangelernährung so wichtig ist
• Screening auf Mangelernährung besonders wichtig + frühes Erkennen von Mangelernährung = Vermeidung von schweren Komplikationen
Ernährungstherapeutische Interventionen Mangelernährung bei CED
• Anpassung der Lebensmittelauswahl
• Zwischenmahlzeiten
• Einsatz hochkalorischer Trinknahrungen
• Erhöhter Proteinverlust = zusätzliche Eiweißsubstitution
• Orale Nahrungsaufnahme nicht ausreichend = enterale Sondenernährung
• Ausreichende Ernährung mittels Trink- und Sondennahrung nicht ausreichend: parenterale Ernährung
Beeinflußende Faktoren Mangel von Spurenelemente und Vitamine bei CED
• Beschleunigte Darmpassage
• Gestörte Resorption
• Verminderte Nahrungsaufnahme
Komplikation Vitaminmangel bei CED
Anämie infolge von Eisenmangel möglich
Gründe für Anämie bei Mangel Spurenelemente und Vitamine bei CED
• Durch wiederkehrende Blutverluste
• Medikamentöse Eisensubstitution ggf. erforderlich
Wichtige Faktoren Ernährungsform in einem akuten CED-Schub
• Bedarf an Energie und Nährstoffen
• Bedarf an Flüssigkeit • Entlastung des Darms, dennoch ausreichende Aufnahme von Kalorien und Flüssigkeit
• Individuelle Entscheidung • Je nach Krankheitsaktivität
• Leicht verdauliche Kost (z.B. magere Milchprodukte, Reis, Nudeln) • Gemüse und Obst (gedünstet, als Kompott)
• Zwieback, Reiswaffeln
• Fettarmes Fleisch, fettarmer Fisch
• Flüssigkeitszufuhr (stilles Wasser, Kräutertee)
• Trinknahrung oder parenterale Ernährung → Nährstoffaufnahme und Entlastung des Darms
Faktoren Ernähurng in der CED-Remission
• Ernährungsstatus meist normal
• Ernährungstherapie in der Regel nicht nötig
• Aktuell keine verlässlichen Ergebnisse, dass ernährungsmedizinische Maßnahmen bei CED zum Remissionserhalt beitragen können
• Mangelernährung in der Remission nicht außer Acht lassen
• Berücksichtigung individueller Nahrungsmittelunverträglichkeiten
• Keine gesicherte Evidenz für präbiotische, ballaststoffreiche Lebensmittel für einen remissionsverlängernden Effekt
• Probiotika bei CU mit leichterem Verlauf ähnlich wirksam wie Mesalazin
Gut verträgliche Getränke bei CED
• Milder Tee
• säurearmer, verdünnter Obstsaft
• stilles Wasser
Gut verträgliches Obst bei CED
• Als Kompott, Banane, Erdbeere, Heideleere, Melone, Mango
Gut verträgliche Gemüse und Hülsenfrüchte bei CED
• Gegartes Gemüse, Aubergine, Karotte, … • Hülsenfrüchte: feine grüne Erbsen/Bohnen, Sojaprodukte
Schlecht verträgliche Getränke bei Morbus Chron
• Säurehaltige Säfte
• eisgekühlte Getränke, mit Kohlensäure
• starker Kaffee
• hochprozentiger Alkohol
Schlecht verträgliches Obst bei CED
• Unreifes Obst, Obst mit harter Schale, rohes Steinobst, kernreiche Beerenfrüchte, Zitrusfrüchte, Weintrauben
Schlecht verträgliches Gemüse und Hülsenfrüchte bei Morbus Chron
• Rohes Gemüse, sauer eingelegt, Salat mit fettreichen Soßen, Weißkohl, Rotkohl, Sauerkraut, Pilze,…
• Hülsenfürchte: getrocknete Hülsenfrüchte und einige frische Hülsenfrüchte (z.B. Kichererbsen)
Welche Rolle spielt die Ernährung in der Remissionsphase?
Meist keine spezielle Ernährungstherapie erforderlich
Low-FODMAP-Diät kann Reizdarmbeschwerden lindern
Probiotika (E. coli Nissle) bei Colitis ulcerosa möglich, nicht bei Morbus Croh
Welche Kernbotschaften zur Ernährungstherapie bei CED sind wichtig?
Stilldauer > 6 Monate kann schützend wirken.
Mangelernährung erfordert ernährungstherapeutische Maßnahmen.
Enterale vor parenteraler Ernährung bevorzugt.
Ernährungstherapie als Behandlungsoption in der akuten Phase von Morbus Crohn, aber nicht primär bei Erwachsenen.
In der Remission meist keine spezielle Ernährungstherapie notwendig.
. Wie beeinflusst die Ernährung die intestinale Mikrobiota?
Zusammensetzung der Darmflora wird durch Ernährung beeinflusst.
Möglicher Zusammenhang mit raffiniertem Zucker, Industriefetten, tierischem Eiweiß und Ballaststoffen.
Welche Rolle spielt Mangelernährung bei CED?
Besonders bei Morbus Crohn häufig (20-70% der Fälle), seltener bei Colitis ulcerosa.
Ursachen: Resorptionsstörungen, Diarrhö, Inappetenz, Übelkeit, gesteigerter Energiebedarf.
Screening auf Mangelernährung ist essenziell.
Welche Hinweise deuten auf eine Mangelernährung hin?
BMI < 18,5 kg/m²
Gewichtsverlust > 10% in 3-6 Monaten
BMI < 20 kg/m² plus Gewichtsverlust > 5% in 3-6 Monaten
Wie wird eine Mangelernährung behandelt?
Hochkalorische Trinknahrung
Eiweißsubstitution
Enterale Sondenernährung
Bei Versagen: Parenterale Ernährung
Welche Mikronährstoffmängel treten bei CED häufig auf?
Eisenmangel (häufigste Ursache für Anämie)
Vitamin-B12- und Folsäuremangel
Zinkmangel (besonders bei chronischer Diarrhö)
Vitamin-D-Mangel
Magnesium- und Kalziummangel
Welche Ernährungsstrategien sind in der akuten Entzündungsphase sinnvoll?
Leichte, ballaststoffarme Ernährung
Ernährungstherapie mit Trinknahrung/Sondenkost als Behandlungsoption bei Morbus Crohn
Ist Ernährungstherapie bei Colitis ulcerosa wirksam?
Keine gesicherte Wirkung auf Krankheitsaktivität
Indikation bei erhöhtem Nährstoffbedarf und Mangelernährung
Enterale Ernährung bevorzugt vor parenteraler Ernährung
Wann ist eine parenterale Ernährung notwendig?
Kurzdarmsyndrom
Komplexe Fisteln
Darmobstruktion
Perioperativ
Welche Rolle spielt die Medikamentenüberwachung bei der CED-Therapie?
Sie hilft, Therapieerfolg zu bewerten, Nebenwirkungen zu vermeiden und die Dosierung anzupassen.
Wann sollte vor einer größeren Therapieumstellung eine erneute Endoskopie erfolgen?
ur Kontrolle der Krankheitsaktivität und Anpassung der Behandlung.
Welche chirurgische Option gibt es für Patienten mit therapierefraktärer Colitis ulcerosa?
Kolektomie mit ileoanaler Pouch-Anlage.
Hat die Ernährung Einfluss auf die Entstehung von CED?
Nach aktuellem Wissenstand haben Ernährungsgewohnheiten keinen signifikanten Einfluss auf die Pathogenese von CED.
Eine längere Stilldauer (> 6 Monate) scheint jedoch vor einer späteren Erkrankung zu schützen.
Welche Faktoren spielen bei der Pathogenese von CED eine Rolle?
Beeinträchtigte Schleimhautbarriere
Pathologische Immunreaktion
Genetische Prädisposition
Umwelteinflüsse (z. B. Tabakrauch bei Morbus Crohn)
Darmmikrobiom (aktuell Gegenstand der Forschung)
Welche Ernährungstherapie kann ergänzend zur medikamentösen Remissionserhaltungstherapie bei Morbus Crohn vorteilhaft sein?
Die partielle enterale Ernährung (PET) bei milden Formen oder niedrigem Rezidivrisiko.
Welche Medikamente werden primär zur Therapie der Colitis ulcerosa eingesetzt?
Aminosalicylate (z. B. Mesalazin), oral und/oder rektal je nach Krankheitsaktivität und -lokalisation.
Welche Therapieoptionen gibt es bei schwerer Colitis ulcerosa?
Intravenöse Steroidtherapie (Methylprednisolon), Biologika (Infliximab), Immunsuppressiva oder chirurgische Interventionen.
Welche Biologika sind zur Therapie von CED zugelassen?
Infliximab, Adalimumab, Vedolizumab, Ustekinumab (je nach Indikation und Altersgruppe).
Warum ist eine strukturierte Transition in die Erwachsenenmedizin wichtig?
Eine strukturierte und begleitete Transition verbessert den Krankheitsverlauf, die Lebensqualität der Patienten und kann die Behandlungskosten senken.
Warum wird eine langfristige Kortikosteroidtherapie zur Remissionserhaltung bei CED nicht empfohlen?
Wegen der Nebenwirkungen und fehlenden Wirksamkeit zur langfristigen Remissionserhaltung.
Welche Therapieoption ist bei Kindern und Jugendlichen mit Morbus Crohn die erste Wahl zur Remissionsinduktion?
Die exklusive enterale Ernährungstherapie (EET).
Welche Vorteile hat die exklusive enterale Ernährungstherapie (EET) gegenüber einer Kortikosteroidtherapie bei Morbus Crohn?
Sie ermöglicht meist eine mukosale Heilung und hat keine relevanten Nebenwirkungen.
In welchen Fällen ist eine EET bei Morbus Crohn nicht geeignet?
Bei Kindern mit prognostischen Risikofaktoren (z. B. perianale Fisteln) oder Kontraindikationen (z. B. Ileus, starkes Erbrechen).
Welche neuen Ernährungstherapien für Morbus Crohn werden erforscht?
CD-TREAT („Crohn’s disease treatment-with-eating“) und CDED („Crohn’s disease exclusion diet“).
Kann die EET zur langfristigen Remissionserhaltung bei Morbus Crohn eingesetzt werden?
Nein, sie dient nur zur Remissionsinduktion, nicht zur Erhaltungstherapie.
Welche Rolle spielen TNF-α-Blocker in der Therapie von Morbus Crohn?
: Bei hoher Krankheitsaktivität oder bestimmten Risikofaktoren können TNF-α-Blocker (z. B. Infliximab) primär zur Behandlung von Morbus Crohn eingesetzt werden.
Welche Medikamente werden zur Remissionserhaltung bei Morbus Crohn eingesetzt?
Zur Remissionserhaltung eignen sich Immunmodulatoren (Thiopurine, Methotrexat) und/oder TNF-α-Blocker.
Welche Medikamente werden zur Remissionsinduktion und -erhaltung bei Colitis ulcerosa eingesetzt?
Remissionsinduktion: Aminosalicylate (oral und rektal), bei schwerem Verlauf auch Kortikosteroide, Infliximab oder Kalzineurininhibitoren.
Remissionserhaltung: Aminosalicylate, Thiopurine und/oder Infliximab.
Welche besonderen Therapiebedarfe haben Kinder und Jugendliche mit CED zusätzlich zur medikamentösen Therapie?
Neben medikamentösen und ernährungstherapeutischen Maßnahmen benötigen betroffene Kinder und Jugendliche oft auch psychosoziale und ernährungsmedizinische Betreuung.
Welche Faktoren gelten bei Morbus Crohn als prognostisch ungünstig?
Geringes Alter
Tiefe Ulzerationen im Kolon
Anhaltend hohe Entzündungsaktivität trotz Therapie
Ausgedehnter/perianaler Befall
Strikturierende/penetrierende Erkrankung
Wachstumsretardierung
Schwere Osteoporose
Extraintestinale Manifestationen
Welche Nebenwirkungen sind bei Kortikosteroiden besonders zu beachten?
ortikosteroide können das Körperwachstum negativ beeinflussen und haben weitere Nebenwirkungen, weshalb ihr Einsatz begrenzt und nur kurzfristig erfolgen sollte.
Welche neuen Therapieoptionen werden zunehmend bei CED im Kindes- und Jugendalter eingesetzt?
Vedolizumab und andere neue Biologika werden zunehmend als „Off-label“-Therapie eingesetzt, wenn konventionelle Medikamente nicht wirken oder Komplikationen drohen.
Warum sollte die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit CED durch einen Kindergastroenterologen erfolgen?
Aufgrund altersspezifischer Besonderheiten in Diagnostik und Therapie sollte die Behandlung mindestens bis zum Abschluss des Wachstums durch einen Kindergastroenterologen oder in enger Kooperation mit einem solchen erfolgen.
Welche Therapieform ist die erste Wahl zur Remissionsinduktion bei Morbus Crohn im Kindes- und Jugendalter?
Die exklusive enterale Ernährungstherapie (EET) ist die erste Wahl zur Remissionsinduktion bei den meisten Kindern und Jugendlichen mit Morbus Crohn.
Was sind Grundregeln der medikamentösen CED-Therapie?
Medikamente nicht voreilig absetzen
Ausreichende Dosierung und Therapiedauer beachten
Kortikosteroide nur zur Remissionsinduktion verwenden
So wenig Medikamente wie möglich, aber so viel wie nötig einsetzen
Warum ist die interdisziplinäre Betreuung bei CED wichtig?
Optimale Zusammenarbeit von Gastroenterologen, Chirurgen, Radiologen, Dermatologen und Rheumatologen
Verbesserung der Therapieplanung und -überwachung
Koordination bei komplizierten Verläufen
Was sind die drei Grundpfeiler der CED-Therapie?
Supportivtherapie (z. B. Impfungen, Infektionsmedizin, Vitaminsubstitution)
Medikamentöse Therapie (Schub- und remissionserhaltende Behandlung)
Operationen bzw. endoskopische Stenosedilatation bei Komplikationen
Wovon hängt die medikamentöse Therapie der CED ab?
Entzündungsaktivität und -lokalisation
Verlaufsform der Erkrankung
Vorhandene Komplikationen
Extraintestinale Manifestationen und Komorbiditäten
Risikostratifizierung
Welche Therapieprinzipien gibt es bei CED?
Step-up-Prinzip: Beginn mit milderen Medikamenten, bei Bedarf Eskalation
Top-down-Prinzip: Früher Einsatz von Biologika bei Hochrisikopatienten
Accelerated Step-up: Beschleunigte Eskalation bei unzureichender Wirkung
Was ist das Ziel der CED-Therapie?
Induktion und Erhalt einer Remission
Vermeidung von strukturellen Schäden am Darm
Bestmögliche Lebensqualität mit minimalen Nebenwirkungen
Welche Faktoren bestimmen die Risikostratifizierung bei Morbus Crohn?
Alter bei Erstdiagnose
Befallsmuster des Darms
Krankheitsverlauf (entzündlich, stenotisch, fistelbildend)
Endoskopische Befunde
Vorangegangene Therapieansprechen
Raucherstatus
Welche Therapieoptionen gibt es je nach Risikostratifizierung?
Niedriges Risiko: Konservative Step-up-Therapie
Mittleres Risiko: Beschleunigte Step-up-Therapie mit Immunsuppressiva
Hohes Risiko: Primärer Einsatz von Biologika oder Kombinationstherapie
Verschiedene Arten der Endoskopie
Gastroenterologie:
• Ösophagoskopie = Untersuchung der Speiseröhre
• Gastroskopie = Untersuchung des Magens
• Duodenoskopie = Untersuchung des Duodenums
• Ösophagogastroskopie (ÖGD) = alle drei vorgenannten Methoden in einem Untersuchungsgang
• Enteroskopie = Untersuchung des oberen Dünndarms
• Koloskopie = Untersuchung des Kolons
• Sigmoidoskopie = Untersuchung des Sigmoids
• Rektoskopie = Untersuchung des Rektums
Spiegelung des oberen Verdauungstraktes
• Gastroskop
• Durch den Mund bis zur Speiseröhre, den Magen und den Zwölffingerdarm
Spiegelung des unteren Verdauungstraktes
• Endoskop durch den After bis zum gewünschten Darmabschnitt, evtl. bis in den Endabschnitt des Dünndarms
Faktoren Endoskopie bei Erstdiagnose CED
– Entscheidend
→ morphologische Darstellung der Schleimhaut wegweisend für Diagnose
– Makroskopie
– Histologische Aufarbeitung entnommener Schleimhautbiopsie
– Vollständige Ileoskopie
+ Gastroskopie
ANzahl Phase Morbus Chron-Therapie
Drei Phasen
Dritte Phase Morbus Chron Therapie
Patient kann mit den Empfehlungen der Therapie sein Essen selbst zusammen stellen
Zwei Cheatdays
Aufteilung der Ernährung in der ersten Phase der Morbus Chron-Therapie
50 Prozent über Module
50 Prozent über normales Essen
Pflichtessen erste Phase Morbus Chron-Therapie
Frische Hühnerbrust 150-250g oder 2 Eier
2 frische geschälte Kartoffeln
2 Bananen oder ein geschälter Apfel
Mögliche Ergänzungen in der ersten Phase der Morbus Chron-Therapie
Wasser/Mineralwasser/Tee/Brühe
weißer Reis
½ Avocado /Tag
1 Karotte/Tag
2 Tomaten oder 6 Cherry-Tomaten/Tag
100-150g Fisch 1x/Woche, ersetzt dann an diesem Tag die Hühnerbrust
Verbotene Lebensmittel in der ersten Phase der Morbus-Chron-Therapie
Alles, was nicht auf der „Erlaubt-Liste“ steht
Kein rotes Fleisch, kein verarbeitetes Fleisch und Fisch vorgegart oder geräuchert
Keine Sachen aus der Tiefkühltruhe
Keine Milchprodukte, keine Milchersatzprodukte auf Basis von Soja, Reis und Mandeln
Keine Softdrinks/Säfte
Zeitraum erste Phase der Morbus Chron-Therapie
1 -6 Wochen
Zeitraum 2 Phase der Morbus Chron-Therapie
7 - 12
Verteilung der Nährstoffe bei der zweiten Phase der Morbus Chron-Therapie
25 Prozent durch Module
75 Prozent durch normales Essen
Verpflichtende Lebensmittel in der zweiten Phasen der CED-Phase
Zusatznahrungsmittel in der zweiten Phase der Morbus Chron-Therapie
So wie zuvor:
Wasser/Mineralwasser/Tee/Brühe, Reis unbegrenzt, ½ Avocado/Tag, 1 Karotte/Tag, 2 Tomaten oder 6 Cherry-Tomaten/Tag, 100-150g Fisch 1x/Woche
Neu (Tagesmenge, wenn nicht anders angegeben):
Maximal 1 Glas frisch gepresster Orangensaft aus säurearmen Früchten
1/2 Tasse Haferflocken (blütenzart) als Mahlzeit oder zum Backen
Reismehl (unbegrenzt) zum Backen und Reisnudeln als Mahlzeit
Vollkornbrot 1 Scheibe
Quinoa (unbegrenzt)
Linsen, Erbsen, Kichererbsen oder Bohnen eine halbe Tasse
Zucchini (1 große oder 2 kleine)
4–6 frische Pilze,
2 Röschen Brokkoli ODER Blumenkohl
2 Gurken/Tag (geschält)
3 Salatblätter einmal am Tag
1 Birne, Pfirsich oder Kiwi
1 Melonenspalte
5 reife Erdbeeren oder 10 Heidelbeeren
Mandeln ODER Walnüsse (ungesalzen, nicht geröstet unverarbeitet) 6–8 Stück pro Tag
Gewürze: Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Zimt, Kreuzkümmel und Kurkuma
Frische Kräuter: Basilikum, Minze, Oregano, Koriander, Rosmarin, Salbei, Thymian, Dill/Dille, Petersilie
Zum Süßen: Honig (3 Teelöffel/Tag), Haushaltszucker (4 Teelöffel/Tag)
Backpulver
Eine Dose Thunfisch in Olivenöl/Woche
Verbotene Lebensmittel in der zweiten Phase der Morbus Chron-Therapie
Alles, was nicht auf der „Erlaubt-Liste“ steht, insbesondere keine prozessierten Lebensmittel (d.h. keine Sachen aus der Tiefkühltruhe, keine Konservendosen) Kein rotes Fleisch, kein verarbeitetes Fleisch, kein Fisch vorgegart oder geräuchert Keine Meeresfrüchte Keine Milchprodukte, keine Milchersatzprodukte auf Basis von Soja, Reis und Mandeln Keine Sojaprodukte Keine Weizenprodukte, auch kein anderes Mehl (außer Reismehl) Keine Margarine Keine Marmelade Keine Softdrinks/Säfte Keine Chips oder Süßigkeiten Kein Kaffee
BIldgebene Verfahren bei der CED-Diagnostik
Sonografie
Computertomografie
Kernspintomografie/MRT
PET
Faktoren Sonographie bei CED
– Primäres bildgebendes Verfahren
– Empfehlung in den aktuellen Leitlinien der CED
– Bieten sich an zur Erstdiagnose, zur Aktivitätsbeurteilung, zum Komplikationsnachweis und zum Nachweis des Therapieansprechens
– Nebenwirkungsfrei, nichtinvasiv, breit verfügbar, relativ kostengünstig
– Abhängig vom Gerät und Untersucher
→ Bedarf an Untersucher mit hoher Expertise + High-End-Gerät
– fast immer: Beurteilung des terminalen Ileum, des Duodenums und des oberen Jejunum – Lange Abschnitte können nicht immer verlässlich dargestellt werden
Faktoren Endoskopie bei CED
• Bei Erstdiagnose
• im Verlauf und unter Therapie
Allgemeine Informationen zur Endskopie
– Altgriechisch: endo = innen; skopein = sehen, betrachten – Wörtlich: „in das Innere sehen“
– Medizin: Betrachtung von Körperhöhlen und Hohlorganen mit Hilfe eines Endoskops
Körperliche Untersuchung bei CED
• Allgemeinpädiatrische Ganzkörperuntersuchung mit besonderem Fokus auf:
o Abdominelle Untersuchung
o Anale und digital-rektale Untersuchung
o Haut- und Schleimhautbefund
o Gelenke
Labordiagnostik CED
– Keine spezifischen Laborparameter
– Bestimmte Laborparameter können ergänzend hilfreich sein und Aufschluss über z.B. Krankheitsaktivität + Komplikationen geben
– Stuhlmarker hilfreich in der Verlaufskontrolle oder Hinweis auf extraintestinale Manifestationen
– Kombination aus Anamnese, Klinik, Endoskopie und ggf. weiterer Bildgebung
Klassische Entzündungsparameter bei Morbus Chron
– C-reaktives Protein (CRP)
– Leukozyten
– Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)
– Fäkale Entzündungsparameter
– Procalcitonin (Stellenwert steht nicht fest)
Symptome linksseiten Colitis
blutige Durchfälle
Obstipation
Abdominelle Schmerzen
Symptome ausgedehnte Kolitis
Durchfälle
Gewichtsverlust
Massive Blutverluste
Symptome Morbus Chron
Diarrhö (3-6x/d)
Schleimabgang
Rechtsseitige Bauchschmerzen
Perianale Blutung (selten)
Perianale Läsionen/ Fisteln
Abgeschlagenheit
Symptome Colitis Ulcerosa
Blutige Diarrhö (häufiger als 10x/d)
Häufiger Stuhldrang, nächtlicher Stuhlgang
Bauchschmerzen im linken Unterbauch
Systemische Symptome: selten
Bei starker Aktivität: Fieber und Gewichtsverlust
Bauchschmerzen und Übelkeit
Verminderte Leistungsfähigkeit
Extraintestinale Manifestationen CED
Können auch vor der Diagnose einer CED auftreten
Zum Beispiel: o Augenveränderungen (z.B. Uveitis)
Hautveränderungen (z.B. Erythema nodosum)
Leberveränderungen
Gelenkentzündungen (z.B. Folge Arthritis)
Pankreatitis
Nierensteine
Differentialdiagnose CED
Nahrungsmittelintoleranzen z.B. Laktose- oder Fruktoseintoleranz
Infektiöse und parasitäre Krankheiten, z.B. Dickarmschleimhautentzündungen nach Einnahme von Antibiotika
Mund/Ösophagus/Magen/Darm, z.B. Appendizitis, Divertikulitis, infektiöse Colitis, Reizdarmsyndrom, Rektumulkus
Neubildungen, z.B. Polypen, Kolonkarzinom
Medikamente, z.B. Chemotherapuetika
Komplikatinen CED
Mechanischer Ileus: Verschlüsse von Darmabschnitten können anfangs häufig durch Einengung des betroffenen Darmsegmentes während des entzündlichen Prozesses bedingt sein. In späteren Stadien werden diese durch fibröse Strukturen verursacht. Die Häufigkeit eines Ileus wird mit etwa 20% bis 30% aller Patienten angegeben.
Fisteln: Fisteln treten im chronischen Verlauf recht häufig auf, und können verschiedene Räume verbinden: kutan, enteroenteritisch, enterovesikal, enterovaginal, peranal, rektal. Seltener hingegen sind Fisteln in der freien Bauchhöhle, da die Umgebung des Darms meist stark verwachsen ist.
Abszesse: intra- und retroperitoneale Abszesse treten auf.
Intestinale Blutungen
Toxisches Megakolon: Dieses vor allem bei Colitis ulcerosa auftretende Symptom wird gelegentlich auch beim Morbus Crohn beschrieben.
Karzinome: Vor allem für Dünndarmkarzinome besteht eine erhöhte Disposition.
Anamnese CED
– Bauchschmerzen?
– Gewichtsabnahme?
– Wachstumsstörungen?
– andere Beschwerden?
– positive Familienanamnese für CED?
– Reiseanamnese
– Differentialdiagnosen abklären
– Impfstatus
– Ernährungsgewohnheiten
– Psyche
Definition linkseitige Colitis
Colitis ulcerosa, die auf die linke Flexur begrenzt ist
ca 40 Prozent der Befallen
Definition ausgedehnte Colitis
Ausdehnung bis zur Pancolitis
ca 20 Prozent der Fälle
Definition Backwash-Ilitis
Wenn die Colitis von dem Dünndarm ausgeht
Definition subtotale Colitis
Alle Flexuren sind betroffen, aber nicht vollständig
Definition partielle Colitis
linkseitige Colitis
Definition Proktosimeuditis
Betroffenheit bis zum Sigmoideum
Symptome Proktitis
Tenemus
Fäkale Inkontinenz
Rektaler Blut- und Schleimabgang
Synonyme Morbus Chron
= Ileitis terminalis, Enteritis regionalis
Lokalisation Morbus Chron
Befall des gesamten GI-Traktes möglich
Abschnittsweiser Befall
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Lokalisation Colitis Ulcerosa
Kolon
Beginnend am Rektum
Aufsteigend
Gesamtes Colon kann betroffen sein
Oberflächliche Schleimhaut (Mukosa und Submukosa)
Bevorzugter Befall Morbus Chron
Terminales Ileum (80%)
Befallsmusster Morbus Chron
Diskontinuirlich
Gesamter GI-Trakt
Defintiion Proktitis
Colitis Ulcerosa limitiert auf das Rektum
ca 40 Prozent der Fälle
Definition Colitis ulcerosa
Chronische Dickdarmentzündung, im stets betroffenen Rektum beginnend in Richtung Dünndarm fortschreitend. In 30% Befall des gesamten Dickdarms (Pankolitis). Die Entzündung ist auf die Schleimhaut und Submukosa begrenzt, wo sie zu Ulzerationen führt.
Ursachen CED
Nicht vollständig bekannt
Multifaktoriell: o Genetische Veranlagung o Risiko- und Umweltfaktoren o Störung der Barrierefunktion der Darmschleimhaut
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