Häufige Krankheiten Säuglinge
Bronchiolitis (oft durch RSV verursacht)
Lungenentzündung (Pneumonie)
Sepsis (Blutvergiftung)
Harnwegsinfektionen (mit oder ohne Pyelonephritis)
Meningitis (bakteriell oder viral)
Gastroenteritis mit schwerer Dehydratation
Frühgeburtliche Komplikationen (z. B. Atemnotsyndrom)
Neugeborenengelbsucht (Hyperbilirubinämie)
Hypoglykämie bei Neugeborenen
Neonatale Krampfanfälle
Pylorusstenose (führt zu starkem Erbrechen)
Invagination (Darmeinstülpung)
Nekrotisierende Enterokolitis (vor allem bei Frühgeborenen)
Refluxkrankheit mit Komplikationen (GERD)
Fieberkrämpfe
Angeborene Herzfehler mit Dekompensation
Schädel-Hirn-Trauma (durch Stürze oder Unfälle)
Vergiftungen (z. B. durch Medikamente oder Haushaltsmittel)
Fremdkörperaspiration oder Verschlucken
Verbrennungen oder Verbrühungen
Wichtige Faktoren Refluxkrankheit mit Komplikationen (GERD)
Positionierung: Aufrechtes Halten nach den Mahlzeiten, um den Reflux zu minimieren.
Häufigere, kleinere Mahlzeiten anbieten zur Reduzierung des Überdrucks im Magen.
Überwachung des Gewichtes und der Ernährung.
Atemüberwachung bei Verdacht auf Aspiration.
Definition Invagination
invagination ist eine Erkrankung, bei der ein Teil des Darms in sich selbst „einstülpt“ und dadurch eine Blockade im Darmtrakt verursacht. Es tritt häufig bei Säuglingen und Kleinkindern auf.
Pathophysiologie Invagination
Der Darmabschnitt „schiebt“ sich in einen benachbarten Darmabschnitt. Dies führt zu einer Verengung und verminderten Blutzufuhr, was die Darmschleimhaut schädigen kann.
Dies führt zu einer verminderten Darmbeweglichkeit, einer Obstruktion und dem Risiko einer Darmperforation oder Ischämie.
Symptome Invagination
Koliken (Bauchschmerzen): Krampfartige Bauchschmerzen, die mit einem plötzlichen Beginn und Ende auftreten.
Wiederholtes Erbrechen: Oft gießartig und mit grünem Inhalt (Gallenerbrechen).
Blut im Stuhl: Der Stuhl kann durch die Durchblutungsstörungen und Schleimhautverletzungen blutig und schleimig sein.
Schwäche, Apathie und Dehydratation.
Diagnostik Invagination
Ultraschall des Abdomens: Diagnose durch Erkennen der typischen „Zielscheiben“- oder „Kreisring“-Darstellung im Ultraschall.
Röntgenuntersuchung: Darmgasverlagerungen bei Obstruktion sichtbar.
Kontrastrektumgraphie (Bariumeinlauf): Möglichkeit zur Darstellung der Darminvagination und therapeutischen Reduktion.
Therapie Invagination
Hydrostatische Reduktion: In vielen Fällen kann die Invagination durch einen Kontrasteinlauf (Barium oder Luft) reduziert werden.
Chirurgische Behandlung: Falls konservative Maßnahmen nicht erfolgreich sind oder Komplikationen auftreten, ist eine Operation erforderlich, um das eingestülpte Darmsegment zu entfernen.
Pflegerische Maßnahme Invagination
Schmerzlinderung: Schmerzmittel wie Paracetamol zur Linderung der Bauchschmerzen.
Flüssigkeitsmanagement: Überwachung der Flüssigkeitszufuhr und -ausscheidung, insbesondere bei Anzeichen einer Dehydratation.
Beobachtung des Stuhlgangs: Überwachung auf Blut und Schleim im Stuhl.
Elternaufklärung: Aufklärung und Unterstützung der Eltern zur Behandlung und Nachsorge.
Wichtige Beobachtungskriterien Invagination
Bauchumfang und -empfindlichkeit.
Häufigkeit, Farbe und Konsistenz des Stuhls.
Anzeichen von Dehydratation (z. B. trockene Haut, verminderte Urinausscheidung).
Vitalzeichen (insbesondere Kreislaufsituation und Temperatur).
Definition NEC
Nekrotisierende Enterokolitis (NEC) ist eine schwerwiegende Entzündung des Dünn- und Dickdarms, die vor allem bei Frühgeborenen auftritt und zu einer Zerstörung von Darmgewebe führen kann.
Pathophysiologie NEC
Bakterielle Infektion und/oder verminderte Durchblutung führen zu Gewebezerfall in Teilen des Darms.
Besonders bei Frühgeborenen, die ein unreifes Immunsystem und eine noch nicht vollständig ausgebildete Darmbarriere haben, kann NEC rasch fortschreiten.
Es kann zu Perforation, Peritonitis und Sepsis führen.
Symptome NEC
Abgeschlagenheit, Lethargie und Apathie.
Abdominale Beschwerden: Blähungen, Bauchschmerzen und eine geschwollene Bauchdecke.
Erbrechen: Häufig gießartig und möglicherweise mit grünem Inhalt.
Blut im Stuhl aufgrund von Darmverletzungen und Gewebezerfall.
Schockzeichen: Hypotonie, Tachykardie und kühlende Extremitäten.
Diagnostik NEC
Abdominales Röntgenbild: Typische Zeichen sind Luft in der Darmwand (Pneumatosis intestinalis) oder freie Luft im Abdomen bei Perforation.
Ultraschalluntersuchung: Zur Beurteilung von Darmwandverdickungen und Luftansammlungen.
Blutkulturen und Laborwerte: Häufige Hinweise auf eine Sepsis oder systemische Infektion
Therapie NEC
Antibiotische Therapie: Breitbandantibiotika zur Bekämpfung der bakteriellen Infektion.
Nahrungskarenz: Das Neugeborene erhält vorübergehend keine Nahrung, um den Darm zu entlasten.
Chirurgische Behandlung: Bei fortgeschrittenem Verlauf wird eine Resektion des nekrotischen Darmgewebes erforderlich.
Intensive Pflege: Überwachung auf Intensivstation, einschließlich Kreislaufüberwachung und Flüssigkeitsmanagement.
Pflegerische Maßnahmen NEC
Überwachung der Vitalzeichen, insbesondere Kreislauf, Temperatur und Atmung.
Sicherung der Flüssigkeits- und Elektrolytbilanz und Überwachung der Blutzuckerwerte.
Stressreduktion und Unterstützung der Eltern, um mit der Situation umzugehen.
Verhinderung der Infektion: Strikte Hygienemaßnahmen zur Vermeidung der Ausbreitung von Infektionen.
Wichtige Beobachtungskriterien NEC
Bauchumfang und -spannung.
Häufigkeit und Konsistenz des Stuhls (Blut im Stuhl?).
Vitalzeichen (insbesondere Blutdruck, Herzfrequenz und Temperatur).
Anzeichen einer Sepsis (Fieber, Tachykardie, Hypotonie).
Definition Refluxkrankheiten mit Komplikationen (GERD)
Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) beschreibt den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre, was zu Symptomen wie Erbrechen und Reizungen führt. Bei Komplikationen kann es zu schwereren Folgen wie Atembeschwerden oder Gewichtsverlust kommen.
Pathophysiologie Refluxkrankheiten mit Komplikationen (GERD)
Eine unzureichende Unterdruckfunktion des unteren Ösophagussphinkters führt dazu, dass der Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt.
Dieser Rückfluss kann zu Entzündungen und Schäden an der Speiseröhre (Ösophagitis) und anderen Komplikationen wie Aspiration führen.
Häufig in den ersten Monaten des Lebens und kann mit Fehlbildungen der Speiseröhre oder Unreife der Sphinktermuskulatur assoziiert sein.
Symptome Refluxkrankheit mit Komplikationen (GERD)
Spucken und Erbrechen, besonders nach den Mahlzeiten.
Reizbarkeit und Schmerzen während oder nach dem Füttern.
Gedeihstörung und schlechtere Gewichtszunahme aufgrund des Erbrechens.
Husten und Atemnot durch Aspiration von Mageninhalt.
Blut im Erbrochenen oder bei sehr schwerem Verlauf Blut im Stuhl.
Komplikationen Refluxkrankheit mit Komplikationen (GERD)
Klinische Untersuchung: Beurteilung von Symptomen und Reaktionsweise auf Nahrung.
pH-Messung der Speiseröhre: Nachweis von saurem Rückfluss.
Endoskopie: Um die Speiseröhre auf Entzündungen und Ulzerationen zu untersuchen.
Röntgenuntersuchung: Zur Beurteilung von Komplikationen wie einer Aspiration.
Therapie Refluxkrankheit mit Komplikationen (GERD)
Ernährungsumstellung: Häufigere, kleinere Mahlzeiten, Anpassung der Fütterungstechnik.
Medikamentöse Therapie: Antazida oder Protonenpumpenhemmer (PPI) zur Reduzierung der Magensäure.
Chirurgische Behandlung (Nissen-Fundoplikatio): Bei schweren Fällen, bei denen medikamentöse Maßnahmen nicht ausreichen.
Pflegerische Maßnahmen Refluxkrankheit mit Komplikationen (GERD)
Konservative Behandlung: Zunächst eine Einrenkung durch Klistiere oder Luftkompression (hydrostatische Reduktion).
Chirurgische Behandlung: Bei Versagen der konservativen Therapie oder bei Nekrose des betroffenen Darmabschnitts wird eine Operation zur Entfernung des abgestorbenen Gewebes notwendig.
Überwachung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts (z. B. bei Erbrechen und Dehydratation).
Schmerzkontrolle und Überwachung während der konservativen Behandlung oder nach der Operation.
Unterstützung der Eltern durch Aufklärung und Beruhigung.
Beobachtung des Bauchumfangs und der Abgangsmuster von Stuhl und Gas.
Besondere Beobachtungsmaßnahmen Pylerusstenose
Häufigkeit und Art des Erbrechens (vor und nach der Behandlung).
Anzeichen von Dehydratation (z. B. trockene Haut, geringe Urinausscheidung).
Wundheilung und Komplikationen nach der Pylorotomie.
Definition Invaginatioin
Die Invagination (Darmeinstülpung) ist eine Erkrankung, bei der ein Teil des Darms in sich selbst eintritt und eine Obstruktion verursacht. Dies tritt häufig bei Säuglingen und Kleinkindern auf und kann zu einer Ischämie (verminderte Durchblutung) des betroffenen Darmabschnitts führen.
Ein Abschnitt des Darms (meist der Ileozökalklappe) stülpt sich in den nachfolgenden Teil des Darms ein.
Diese Obstruktion führt zu einer Störung der Nahrungsaufnahme und kann auch die Blutversorgung des betroffenen Darmabschnitts verringern, was zu Ischämie und Nekrose führen kann.
Akute, kolikartige Bauchschmerzen, die in krampfartigen Episoden auftreten.
Erbrechen, das sich von gelbgrünem (biliosem) zu blutigem Erbrechen ändern kann.
Blutige Schleimabgänge oder „Himbeergelee-Stuhl“.
Palpation: Harter Bauch mit tastbaren „Würstenartigen“ Darmstrukturen.
Lethargie, Apathie und Schockzeichen bei fortschreitender Ischämie.
Ultraschalluntersuchung: Das charakteristische „Target“ oder „Schneckenhaus“-Bild kann die Diagnose bestätigen.
Röntgenuntersuchung: Nachweis einer Darmobstruktion oder Luftblasen in der Bauchhöhle.
Kontrastmittel-Darstellung des Darms (z. B. mit Barium) zur Visualisierung der Invagination.
Pathophysiologie Pylerusstenose
Die Hypertrophie der Pylorusmuskulatur führt zu einer Obstruktion des Magenpförtners, wodurch der Nahrungsfluss vom Magen in den Dünndarm blockiert wird.
Dies verursacht eine Verzögerung der Magenentleerung, was zu starkem, wiederholtem Erbrechen führt.
Symptome Pylerusstenose
Erbrechen: Starker, gießender (projektilartiger) Erbrochenes, insbesondere nach den Mahlzeiten.
Dehydratation: Trockene Haut, wenig Urin, schlaffer Zustand.
Appetit bleibt erhalten, aber das Kind nimmt nur wenig oder gar kein Gewicht zu.
Palpation: „Olivenartige“ Verhärtung im Oberbauch (tastbare Pylorus-Verengung).
Wachstum: Wachstumsverzögerung durch die wiederholten Erbrechensepisoden.
Diagnostik Pylerusstenose
Klinische Untersuchung: Tastbare „Olivenartige“ Verdickung des Pylorus.
Ultraschalluntersuchung: Bestätigung der Pylorusstenose.
Röntgen: Kontrastmitteluntersuchung des Magens zur Bestätigung der Obstruktion.
Therapie Pylerussstenose
Chirurgische Behandlung (Pylorotomie): Öffnung des Pylorus zur Beseitigung der Obstruktion.
Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich vor der Operation.
Postoperative Pflege: Beobachtung und Sicherstellung der normalen Magenentleerung nach der OP.
Pflegerische Maßnahmen Pylerusstenose
Flüssigkeits- und Elektrolytmanagement: Besonders vor der OP auf Dehydratation achten.
Stillen oder Gabe von Ersatznahrung nach der Operation in kleinen Mengen, um den Magen zu schonen.
Schmerzkontrolle und Beobachtung nach der Operation.
Definition Neonatale Krampfanfälle
Neonatale Krampfanfälle sind unkontrollierte, wiederholte Bewegungen oder abnorme elektrische Aktivität im Gehirn von Neugeborenen, die durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst werden können.
Pathophysiologie Neonatale Krampfanfälle
Störung der normalen Gehirnaktivität, die durch verschiedene Ursachen wie Hypoxie, Infektionen, Stoffwechselstörungen oder traumatische Ereignisse ausgelöst werden kann.
Krampfanfälle im Neugeborenenalter können fokal oder generalisiert auftreten und betreffen häufig das Zentrum der Motorik.
Symptome Neonatale Krampfanfälle
Fokale Krämpfe: Zuckungen oder unkontrollierte Bewegungen eines Körperteils (z. B. des Gesichts oder eines Arms).
Generalisiert: Abnormale Körperbewegungen, z. B. Ausstrecken und Beugen der Gliedmaßen, Zucken des gesamten Körpers.
Unkontrolliertes Augenzucken, Atempausen oder Blutdruckveränderungen.
Unruhe, Lethargie oder Nahrungsverweigerung.
Diagnostik Neonatale Krampfanfälle
EEG (Elektroenzephalogramm): Bestätigung von abnormen elektrischen Aktivitäten im Gehirn.
Blutuntersuchungen: Suche nach metabolischen Störungen (z. B. Hypoglykämie, Elektrolytstörungen).
Bildgebende Verfahren: z. B. MRT/CT zur Untersuchung auf strukturelle Ursachen wie Gehirnblutungen oder Entwicklungsstörungen.
Klinische Beobachtung der Bewegungen und des Verhaltens.
Therapie Neonatale Krampfanfälle
Antikonvulsiva: z. B. Phenobarbital oder Levetiracetam zur Kontrolle der Krämpfe.
Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Hypoglykämie, Infektion, strukturelle Anomalien).
Überwachung auf Intensivstation: Sicherstellung von Atmung und Kreislaufstabilität.
Pflegerische Maßnahmen Neonatale Krampfanfälle
Sichere Lagerung des Säuglings während der Anfälle (z. B. auf der Seite, um Aspiration zu verhindern).
Überwachung der Vitalzeichen, insbesondere Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung.
Regelmäßige Blutdruckmessungen und Blutzuckerkontrollen.
Unterstützung der Eltern durch Aufklärung und emotionale Begleitung.
Wichtige Beobachtungskriterien Neonatale Krampfanfälle
Häufigkeit und Dauer der Krampfanfälle.
Reaktion auf antikonvulsive Medikamente.
Bewusstseinslage des Neugeborenen nach einem Anfall.
Vitalzeichen: Atemfrequenz, Herzfrequenz und Temperatur.
Definiition Pylerusstenose
Pylorusstenose ist eine Verengung des Pförtners (Pylorus), der den Übergang zwischen Magen und Dünndarm bildet. Diese Verengung führt zu einer verzögerten Entleerung des Mageninhalts und starkem, wiederholtem Erbrechen.
Definition Hypoglykämie bei Neugeborenen
Ein zu niedriger Blutzucker (< 45 mg/dl), der vor allem Frühgeborene, Neugeborene diabetischer Mütter oder untergewichtige Babys betrifft.
Pathophysiologie Hypoglykämie bei Neugeborenen
Unreife Leber kann nur begrenzte Glukosespeicher mobilisieren.
Erhöhter Glukoseverbrauch (z. B. bei Stress, Infektionen).
Insulinüberschuss bei Neugeborenen diabetischer Mütter kann zu verstärkter Hypoglykämie führen.
Symptome Hypoglykämie bei Neugeborenen
Zittrigkeit, Unruhe
Trinkschwäche, Lethargie
Hypotonie (schlaffer Muskeltonus)
Hypothermie
In schweren Fällen: Krampfanfälle
Diagnostik Hypoglykämie bei Neugeborenen
Blutzuckermessung (kapillär oder venös)
Laborwerte (Insulin, Ketone, Cortisol bei persistierender Hypoglykämie)
Therapie Hypoglykämie bei Neugeborenen
Glukosegabe oral oder i.v. (z. B. 10 % Glukoselösung)
Frühzeitiges und häufiges Stillen
Behandlung der Grunderkrankung (falls vorhanden)
Pflegerische Maßnahmen Hypoglykämie bei Neugeborenen
Engmaschige Blutzuckerkontrollen
Frühzeitige Nahrungsaufnahme sicherstellen
Haut-zu-Haut-Kontakt (Wärmeerhalt, Stressreduktion)
Eltern informieren über Anzeichen und Prävention
Wichtige Beobachtungskriterien Hypoglykämie bei Neugeborenen
Blutzuckerwerte (vor und nach Mahlzeiten)
Allgemeinzustand (Apathie, Zittern)
Temperatur (Hypothermie vermeiden)
Reaktion auf Nahrung und Glukosegabe
Diagnostik Hyperbilirubinämie
Bilirubin-Bestimmung im Blut
Transkutane Bilirubinmessung
Blutausstrich (bei Verdacht auf Hämolyse)
Therapie Hyperbilirubinämie
Phototherapie (UV-Licht fördert den Bilirubin-Abbau)
Austauschtransfusion (bei extrem hohen Werten)
Stillen & Flüssigkeitszufuhr zur Ausscheidung fördern
Pflegerische Maßnahmen Hyperbilirubinämie
Überwachung der Hautfarbe und Trinkverhalten
Elternaufklärung über Stillhäufigkeit und Gelbsucht
Augenschutz bei Phototherapie
Temperaturkontrolle (Wärmeerhalt)
Wichtige Beobachtungskriterien Hyperbilirubinämie
Hautfarbe (Zunahme der Gelbsucht?)
Trinkverhalten und Gewichtsentwicklung
Bewusstseinslage (Schläfrigkeit, Unruhe)
Definition Hyperbilirubämie
Hyperbilirubinämie ist eine erhöhte Bilirubinkonzentration im Blut, die zu einer Gelbfärbung der Haut und Schleimhäute (Ikterus) führt.
Pathophysiologie Hyperbilirubinämie
Unreife Leber kann Bilirubin nicht ausreichend abbauen.
Physiologischer Ikterus tritt bei vielen Neugeborenen auf (ab 2.–3. Lebenstag, Rückgang bis zum 10. Tag).
Pathologischer Ikterus kann durch Hämolyse (z. B. bei Blutgruppenunverträglichkeit) oder Lebererkrankungen entstehen.
Bei hohen Bilirubinwerten besteht die Gefahr einer Kernikterus (Bilirubinenzephalopathie), die neurologische Schäden verursachen kann.
Symptome Hyperbilirubinämie
Gelbfärbung der Haut und Skleren
Lethargie, Trinkschwäche
Bei schweren Fällen: schrilles Schreien, Muskelhypotonie
Definition Atemnotsyndrom
Frühgeburtliche Komplikationen sind gesundheitliche Probleme, die bei Neugeborenen auftreten, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren wurden. Eine häufige Komplikation ist das Atemnotsyndrom (RDS, Respiratory Distress Syndrome), das durch eine unzureichende Surfactant-Produktion verursacht wird.
Pathophysiologie Atemnotsyndrom
Frühgeborene haben oft eine unzureichende Lungenreife.
Der Mangel an Surfactant führt dazu, dass die Lungenbläschen (Alveolen) kollabieren, was den Gasaustausch erschwert.
Es kann zu Atemnot, Hypoxie und Ateminsuffizienz kommen.
Symptome Atemnotsyndrom
Tachypnoe (AF > 60/min)
Nasale Flügelatmung, Einziehungen
Zyanose (bläuliche Hautfarbe)
Apnoephasen (Atemaussetzer)
Geringe oder fehlende Atemgeräusche
Diagnostik Atemnotsyndrom
Klinische Symptome und Auskultation
Blutgasanalyse (Hypoxie, Hyperkapnie)
Röntgen-Thorax (milchglasartige Verschattungen)
Therapie Atemnotsyndrom
Surfactant-Gabe über den Tubus
Sauerstoffgabe oder CPAP-Therapie
Intubation & Beatmung (bei schweren Fällen)
Flüssigkeits- und Elektrolytmanagement
Pflegerische Maßnahmen Atemnotsyndrom
Überwachung der Atmung und Sauerstoffsättigung
Lagerung (z. B. Bauchlagerung zur Atemunterstützung)
Wärmeerhalt (Frühgeborene verlieren schnell Wärme)
Unterstützung der Eltern (emotionale Begleitung)
Wichtige Beobachtungskriterien Atemnotsyndrom
Atemfrequenz, Atemmuster
Hautfarbe (Zyanose?)
Vitalzeichen (Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung)
Allgemeinzustand (Unruhe, Apathie)
Syptome Gastroenteritis mit schwerer Dehydratation
Häufiges Erbrechen, wässriger Durchfall
Fieber, Bauchschmerzen
Anzeichen von Dehydratation: Trockene Schleimhäute, vermindertes Urinvolumen, eingesunkene Fontanelle
Unruhe, Apathie, Appetitlosigkeit
Diagnostik Gastroenteretitis mit schwerer Dehydratation
Klinische Untersuchung (Austrocknung, Hautturgor)
Blutbild (Elektrolyte, Hämoglobin, Hämatokrit)
Stuhluntersuchung (bei Verdacht auf bakterielle Infektion)
Urinstatus (zur Beurteilung der Dehydratation)
Therapie Gastroenterititis mit schwerer Dehydratation
Rehydratation: orale Rehydratationslösungen (ORS), ggf. intravenöse Flüssigkeitssubstitution bei schwerer Dehydratation
Antiemetika (bei schwerem Erbrechen)
Antibiotika (bei bakteriellen Infektionen, falls indiziert)
Ernährung: leichte Kost, nach Stabilisierung langsame Wiedereinführung
Pflegerische Maßnahmen Gastroenteritis mit schwerer Dehydratation
Überwachung der Flüssigkeitszufuhr und -ausscheidung
Häufige kleine Flüssigkeitsgaben anbieten
Kontrolle des Hautturgors, der Mundschleimhäute und der Fontanellen
Hygienevorkehrungen, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden
Wichtige Faktoren Gastroenteritis mit schwerer Dehydratation
Flüssigkeitsbilanz (Eingabe und Ausscheidung)
Häufigkeit und Konsistenz des Stuhls
Vitalzeichen (Blutdruck, Herzfrequenz)
Bewusstseinslage und Hautturgor
Definition Gastroenteritis mit schwerer Dehydratation
Entzündung des Magen-Darm-Traktes, meist durch Viren (z. B. Rotaviren) oder Bakterien (z. B. Escherichia coli). Sie kann zu schwerer Dehydratation führen, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern.
Pathophysiologie Gastroenteritis mit schwerer Dehydratation
Entzündung des Magen-Darm-Traktes führt zu Diarrhö, Erbrechen und einer verminderten Resorption von Flüssigkeit und Elektrolyten.
Dies kann rasch zu Dehydratation und Elektrolytstörungen führen, die das Kreislaufsystem und die Nierenfunktion beeinträchtigen.
Pflegerische Maßnahmen Harnwegsinfektionen
Überwachung der Urinausscheidung und der Vitalzeichen
Flüssigkeitszufuhr sicherstellen
Schmerzmanagement (z. B. Wärmeanwendungen bei Nierenschmerzen)
Hygienevorkehrungen (Handhygiene, saubere Windeln)
Wichtige Kriterien Harnwegsinfektionen
Urinausscheidung (Häufigkeit, Farbe, Konsistenz)
Fieberhöhe und allgemeiner Zustand
Schmerzen und Druckempfindlichkeit im Bauch oder Rücken
Flüssigkeitsbilanz (Zufuhr und Ausscheidung)
Definition Meningitis
Entzündung der Hirnhäute, die das Gehirn und Rückenmark umhüllen. Kann bakteriell (z. B. Neisseria meningitidis, Streptococcus pneumoniae) oder viral (z. B. Enteroviren) verursacht werden.
Pathophysiologie Meningitis
Bakterien oder Viren dringen in das Zentralnervensystem ein und verursachen eine Entzündungsreaktion der Meningen.
Bakterielle Meningitis kann zu schwerwiegenden Komplikationen wie Hirnödemen oder Sepsis führen.
Symptome Meningitis
Hohe Temperatur, Schüttelfrost
Kopfschmerzen (bei älteren Kindern)
Nackensteifigkeit, Photophobie (Lichtempfindlichkeit)
Erbrechen, Reizbarkeit, Appetitlosigkeit
In schweren Fällen: Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen, Koma
Bei Säuglingen: Schrilles Schreien, Nackensteifigkeit, Fontanellenwölbung
Diagnostik Meningitis
Lumbalpunktion (CSF-Untersuchung: Zellen, Eiweiß, Glukose, Erregernachweis)
Blutkulturen
CT/MRT des Kopfes (bei Komplikationen oder unklarer Diagnose)
Klinische Untersuchung (Kernzeichen der Meningitis)
Therapie Meningitis
Bakterielle Meningitis: sofortige Antibiotikatherapie (i.v.)
Antivirale Therapie (bei viraler Meningitis, falls spezifisch möglich)
Symptomatische Therapie: Antipyretika, Schmerzmittel
Intensivmedizinische Überwachung (bei schweren Fällen)
Pflegerische Maßnahmen Meningitis
Überwachung der neurologischen Zeichen (Bewusstsein, Pupillenreaktion)
Strenge Hygiene (Vermeidung von Tröpfcheninfektion)
Positionierung (Vermeidung von Druck auf den Nacken)
Wichtige Beobachtungskriterien Meningitis
Bewusstseinslage und neurologische Auffälligkeiten
Fieberhöhe und Ansprechbarkeit
Pupillenreaktion, Muskeltonus
Vitalzeichen (Atmung, Herzfrequenz)
Definition Harnwegsinfektionen
Infektionen der Harnwege, die die Blase (Zystitis) oder die Nieren (Pyelonephritis) betreffen können. Häufige Ursache bei Säuglingen sind bakterielle Erreger wie Escherichia coli.
Pathophysiologie Harnwegsinfektionen
Bakterien dringen über die Harnröhre in die Blase ein und können in den oberen Harnwegen (Nierenbecken) eine Entzündung verursachen.
Bei Pyelonephritis kann die Infektion in die Nieren aufsteigen, was zu einer Sepsis oder Nierenfunktionsstörung führen kann.
Symptome Harnwegsinfektionen
Fieber, Unruhe, Appetitlosigkeit
Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen (bei Zystitis)
Häufiger Harndrang, Trübungen im Urin
Bei Pyelonephritis: Flankenschmerzen, allgemeine Krankheitszeichen wie Erbrechen und starke Schmerzen
Bei Säuglingen: Erbrechen, Gewichtsverlust, Apathie, möglicherweise Neugeborenengelbsucht
Diagnostik Harnwegsinfektionen
Urinuntersuchung (Dipstick-Test, Urinkultur)
Blutuntersuchung (Leukozyten, CRP)
Ultraschall der Nieren (bei Verdacht auf Pyelonephritis)
Nierenfunktionswerte (bei schwerem Verlauf)
Therapie Harnwegsinfektionen
Antibiotische Therapie (i.v. oder oral, je nach Schwere der Infektion)
Flüssigkeitssubstitution (i.v. bei Dehydratation)
Analgesie bei Schmerzen (z. B. Paracetamol)
Pflegerische Maßnahmen Pneumonie
Oberkörper leicht erhöht lagern
Inhalationen nach ärztlicher Anordnung
Sekretlösung durch sanftes Klopfen, Lagerungswechsel
Überwachung der Atmung
Wichtige Beobachtungskriterien Pneumonie
Atemfrequenz, Atemgeräusche
Bewusstseinslage
Temperaturverlauf
Definition Sepsis
Lebensbedrohliche systemische Entzündungsreaktion auf eine Infektion mit Organversagen.
Pathphysiologie Sepsis
Bakterien oder deren Toxine gelangen in den Blutkreislauf → extreme Immunreaktion.
Freisetzung von Entzündungsmediatoren führt zu Gefäßweitstellung → Blutdruckabfall → Minderdurchblutung von Organen → Multiorganversagen möglich.
Diagnostik Sepsis
Blutkulturen (Erregernachweis)
Entzündungswerte (CRP, Procalcitonin ↑)
Blutgasanalyse (Laktat ↑)
Urinstatus, ggf. Lumbalpunktion
Therapie Sepsis
Rasche antibiotische Therapie (Breitbandantibiotika i.v.)
Flüssigkeitssubstitution (Volumentherapie)
Intensivmedizinische Überwachung
Kreislaufunterstützung mit Vasopressoren (bei Schock)
Pflegerische Maßnahmen Sepsis
Engmaschige Überwachung der Vitalzeichen
Infusionstherapie überwachen
Strenge Händehygiene, ggf. Isolation
Eltern über den kritischen Zustand aufklären
Wichtige Beobachtungskriterien Sepsis
Kreislaufparameter (RR, HF, Hautdurchblutung)
Atemfrequenz, Bewusstseinslage
Urinausscheidung (Zeichen für Nierenversagen)
Symptome Pneumonie
Husten (anfangs trocken, später produktiv)
Fieber, Schüttelfrost
Tachypnoe, Dyspnoe
Zyanose (bei schwerem Verlauf)
Trinkschwäche, Apathie
Diagnostik Pneumonie
Klinische Untersuchung, Auskultation
Röntgen-Thorax (Verschattungen)
Blutuntersuchung (Leukozyten ↑, CRP ↑)
Pulsoxymetrie
Therapie Pneumonie
Sauerstoffgabe (bei Hypoxie)
Antibiotika (bei bakterieller Ursache)
Antipyretika (z. B. Paracetamol)
Definition Bronchiolitis (RSV)
Akute Entzündung der kleinen Atemwege (Bronchiolen), meist durch das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) verursacht. Tritt v. a. bei Säuglingen auf und kann zu schwerer Atemnot führen.
Pathophysiologie Bronchiolitis (RSV)
Infektion führt zu Schwellung, Schleimproduktion und Verengung der Bronchiolen.
Gasaustausch wird erschwert, es kommt zu Atemnot und ggf. Hypoxie.
Betroffen sind v. a. Kinder unter 2 Jahren, besonders Risikogruppen (Frühgeborene, Herz- oder Lungenerkrankungen).
Symptome Bronchiolitits
Husten, meist produktiv
Tachypnoe (beschleunigte Atmung)
Exspiratorisches Giemen, Rasselgeräusche
Dyspnoe mit Einziehungen (subkostal, jugulär)
Diagnostik Bronchiolistik
Pulsoxymetrie (Sauerstoffsättigung ↓)
Röntgen-Thorax (bei schwerem Verlauf)
RSV-Schnelltest (Nasen-Rachen-Abstrich)
Therapie Bronchiolitis
Sauerstoffgabe (bei Sättigung < 92 %)
Inhalationen (NaCl 3 % zur Sekretmobilisation)
Flüssigkeitssubstitution (oral oder i.v.)
Bei schweren Verläufen: Intensivmedizinische Betreuung, ggf. Beatmung
Pflegerische Maßnahmen Bronchiolitis
Atemunterstützung: Lagerung mit erhöhtem Oberkörper
Inhalationstherapie überwachen und anleiten
Flüssigkeitsbilanzierung
Infektionsschutzmaßnahmen (Händehygiene, Isolation)
Wichtige Beobachtungskriterien Bronchiolitis
Atemfrequenz und -muster
Trinkverhalten, Zeichen von Dehydratation
Definition Pneumonie
Entzündung des Lungengewebes, meist durch Viren oder Bakterien verursacht, die zu einer Beeinträchtigung des Gasaustauschs führt.
Pathophysiologie Pneumonie
Erreger dringen in die Alveolen ein → Entzündungsreaktion → Schleimproduktion und Infiltration von Immunzellen.
Gasaustausch verschlechtert sich, es kann zu Sauerstoffmangel kommen.
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