Wie heißt der aktuelle DNQP-Expertenstandard zum Thema Schmerz?
„Schmerzmanagement in der Pflege“, Aktualisierung 2020.
Wann sollte eine pflegerische Schmerzexpertin bzw. ein Schmerzexperte hinzugezogen werden?
Bei komplexen Versorgungssituationen oder besonderem Informations-, Schulungs- und Beratungsbedarf.
Was fordert Ergebniskriterium E3?
Der Mensch mit Schmerzen und ggf. seine Angehörigen sind individuell informiert, geschult und beraten. Das schmerzbezogene Selbstmanagement wird unterstützt und gefördert.
Welche zwei großen Gruppen von Schmerzmaßnahmen unterscheidet der Expertenstandard?
Medikamentöse Maßnahmen
Nicht-medikamentöse Maßnahmen
Welche Aufgabe hat die Pflegefachkraft bei der medikamentösen Schmerztherapie?
Sie stellt die Durchführung der ärztlich verordneten Maßnahmen sicher, beobachtet die Wirkung und erfasst sowie dokumentiert mögliche Nebenwirkungen.
Welche Nebenwirkungen von Schmerzmitteln müssen Pflegefachkräfte besonders beobachten?
Je nach Medikament beispielsweise:
Übelkeit/Erbrechen
Obstipation
Müdigkeit/Sedierung
Schwindel
Verwirrtheit
Atemdepression
Kreislaufveränderungen
Juckreiz
Was muss bei schmerzmittelbedingten Nebenwirkungen geschehen?
Nebenwirkungen müssen erfasst und dokumentiert werden. Maßnahmen zur Prophylaxe und Behandlung werden in Abstimmung mit dem Menschen und der zuständigen Ärztin bzw. dem zuständigen Arzt eingeleitet.
Welche nicht-medikamentösen Maßnahmen können Schmerzen lindern?
Je nach Situation beispielsweise:
Wärme oder Kälte
Lagerung und Positionswechsel
Ruhe und Entspannung
Ablenkung
Bewegung bzw. Mobilisation
Massage
Atem- und Entspannungsverfahren
therapeutische Anwendungen
angenehme Umgebung
Warum sollen schmerzauslösende Situationen bei pflegerischen Interventionen vermieden werden?
Um unnötige Schmerzverstärkung zu verhindern und die Belastung für den Menschen möglichst gering zu halten.
Was bedeutet „Initialbehandlung“ beim Schmerzmanagement?
Bei starken Schmerzen muss eine schnelle und angemessene Behandlung eingeleitet und die zuständige Ärztin bzw. der zuständige Arzt unverzüglich informiert werden.
Was fordert Ergebniskriterium E4a?
Die Maßnahmen des interprofessionellen Teams sind koordiniert, die medikamentöse Schmerztherapie ist sichergestellt und dokumentiert. Schmerzmittelbedingte Nebenwirkungen wurden verhindert oder erfolgreich behandelt.
Was fordert Ergebniskriterium E4b?
Die angewendeten nicht-medikamentösen Maßnahmen haben sich positiv auf die Schmerzsituation und das Selbstmanagement ausgewirkt.
Warum muss die Wirkung der Schmerzmaßnahmen regelmäßig kontrolliert werden?
Damit festgestellt werden kann, ob die Maßnahmen wirksam sind und ob die individuellen Therapieziele erreicht werden.
Wann soll eine Verlaufskontrolle der Schmerzsituation erfolgen?
Regelmäßig und anlassbezogen, insbesondere nach Interventionen und bei Veränderungen der Schmerzsituation.
Was wird bei der Evaluation des Schmerzmanagements überprüft?
aktuelle Schmerzintensität
Veränderung der Schmerzsituation
Wirksamkeit der Maßnahmen
Nebenwirkungen
Erreichen der individuellen Therapieziele
Auswirkungen auf Funktion und Lebensqualität
Was passiert, wenn die Schmerztherapie nicht ausreichend wirksam ist?
Die Situation wird erneut eingeschätzt und der Behandlungsplan angepasst. Dabei werden der Mensch mit Schmerzen und die beteiligten Berufsgruppen einbezogen.
Was fordert Ergebniskriterium E5?
Eine Verlaufskontrolle und Wirksamkeitsüberprüfung aller pflegerischen Maßnahmen liegt vor. Bei einer Destabilisierung der Schmerzsituation wird eine Anpassung des Behandlungsplans eingeleitet.
Wie lautet der grundlegende Ablauf des pflegerischen Schmerzmanagements?
Screening → Assessment → individuelle Planung → Maßnahmen → Verlaufskontrolle → Evaluation → ggf. Anpassung
Was geschieht, wenn bei der Verlaufskontrolle weiterhin starke Schmerzen bestehen?
Die Schmerzsituation wird erneut eingeschätzt, die Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen überprüft und der Behandlungsplan ggf. angepasst. Bei Bedarf erfolgt eine interprofessionelle Abstimmung bzw. ärztliche Information.
Welche Bedeutung hat die Dokumentation beim Schmerzmanagement?
Die Schmerzeinschätzung, Maßnahmen, Wirkung, Nebenwirkungen und Veränderungen müssen nachvollziehbar dokumentiert werden. Dadurch wird die kontinuierliche und sichere Versorgung unterstützt.
Für welche Schmerzarten gilt der Expertenstandard Schmerzmanagement?
ür Menschen mit akuten, chronischen oder zu erwartenden Schmerzen.
Was ist das übergeordnete Ziel des Expertenstandards Schmerzmanagement?
Jeder Mensch mit Schmerzen soll ein individuell angepasstes Schmerzmanagement erhalten, das Schmerzen beseitigt oder auf ein akzeptables Maß reduziert, einer Chronifizierung und schmerzbedingten Krisen vorbeugt und eine möglichst hohe Lebensqualität und Funktionsfähigkeit erhält bzw. fördert.
Welche fünf Bereiche umfasst das pflegerische Schmerzmanagement nach dem Expertenstandard?
Schmerzeinschätzung
Individuelle Planung und Koordination
Information, Schulung und Beratung
Durchführung medikamentöser und nicht-medikamentöser Maßnahmen
Verlaufskontrolle und Evaluation
Was muss eine Pflegefachkraft zu Beginn des pflegerischen Auftrags hinsichtlich Schmerzen überprüfen?
Durch ein Screening wird geprüft, ob Schmerzen, schmerzbedingte Einschränkungen oder zu erwartende Schmerzen vorliegen.
Was ist der Unterschied zwischen Screening und Assessment beim Schmerzmanagement?
: Kurze erste Überprüfung, ob Schmerzen bzw. ein Schmerzrisiko vorliegen.Assessment: Ausführliche und systematische Einschätzung der vorhandenen Schmerzsituation.
Wann wird ein Schmerzassessment durchgeführt?
Wenn Schmerzen, zu erwartende Schmerzen oder schmerzbedingte Probleme festgestellt wurden.
Was muss beim Schmerzassessment unter anderem geklärt werden?
Unter anderem:
Schmerzintensität
Schmerzqualität
Schmerzlokalisation
Schmerzverlauf
schmerzauslösende bzw. verstärkende Faktoren
schmerzlindernde Faktoren
Auswirkungen auf Alltag und Funktion
akuter und/oder chronischer Sch
Warum muss zwischen akutem und chronischem Schmerz unterschieden werden?
Weil sich Ursachen, Verlauf, Therapieziele und notwendige pflegerische Maßnahmen unterscheiden können.
Welche Bedeutung hat die Selbsteinschätzung des Menschen beim Schmerzassessment?
NRS – Numerische Ratingskala
VAS – Visuelle Analogskala
VRS – Verbale Ratingskala
KUSS - Kindliche Unbehagen und Schmerzskala
Was ist bei Menschen zu beachten, die Schmerzen nicht zuverlässig selbst äußern können?
Es müssen zielgruppenspezifische Instrumente und beobachtbare Schmerzzeichen berücksichtigt werden, z. B. bei Menschen mit Demenz oder eingeschränkter Kommunikation.
Was fordert Ergebniskriterium E1 des Expertenstandards?
Für Menschen mit bestehenden oder zu erwartenden Schmerzen soll eine aktuelle, systematische und zielgruppenspezifische Einschätzung sowie eine Verlaufskontrolle der Schmerzsituation vorliegen.
Wer sollte an der Entwicklung des individuellen Schmerzbehandlungsplans beteiligt sein?
der Mensch mit Schmerzen
die Pflegefachkraft
beteiligte Berufsgruppen
ggf. Angehörige
Was muss ein individueller Schmerzbehandlungsplan berücksichtigen?
individuelle Schmerzsituation
persönliche Therapieziele
Bedürfnisse und Ressourcen
Selbstmanagementkompetenzen
medikamentöse Maßnahmen
nicht-medikamentöse Maßnahmen
Was bedeutet „interprofessionelles Schmerzmanagement“?
Die verschiedenen an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen arbeiten koordiniert und gemeinsam an einer individuellen Schmerzbehandlung.
Welche Rolle spielt die Pflegefachkraft bei der Planung des Schmerzmanagements?
Sie beteiligt sich aktiv an der Planung, koordiniert pflegerische Maßnahmen und arbeitet mit anderen Berufsgruppen sowie dem Menschen mit Schmerzen zusammen.
Was fordert Ergebniskriterium E2?
Es liegt ein individueller Behandlungsplan vor, der Schmerzsituation, Therapieziele, Selbstmanagementkompetenzen sowie medikamentöse und/oder nicht-medikamentöse Maßnahmen berücksichtigt.
Warum sind Information, Schulung und Beratung beim Schmerzmanagement wichtig?
Sie helfen dem Menschen, seine Schmerzsituation zu verstehen, geeignete Maßnahmen anzuwenden und seine Selbstmanagementkompetenzen zu stärken.
Worüber sollte ein Mensch mit Schmerzen informiert und beraten werden?
Unter anderem über:
seine Schmerzsituation
mögliche Ursachen und Einflussfaktoren
vereinbarte Therapieziele
Umgang mit Schmerzen im Alltag
mögliche Nebenwirkungen
Möglichkeiten des Selbstmanagements
Was bedeutet Selbstmanagement im Schmerzmanagement?
Der Mensch wird befähigt, selbst aktiv mit seinen Schmerzen umzugehen und geeignete Maßnahmen im Alltag anzuwenden.
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