Was ist eine Cheyne-Stokes-Atmung?
Die Cheyne-Stokes-Atmung ist eine periodische Atmung, bei der sich die Atemtiefe und häufig auch die Atemfrequenz wellenförmig verändern. Auf Phasen zunehmend tieferer Atmung folgen zunehmend flachere Atemzüge und anschließend eine kurze Atempause (Apnoe).
Wie verläuft das typische Atemmuster bei der Cheyne-Stokes-Atmung?
Die Atemzüge werden zunehmend tiefer.
Die Atmung erreicht ein Maximum.
Die Atemzüge werden zunehmend flacher.
Es folgt eine kurze Atempause.
Danach beginnt der Zyklus erneut.
Was bedeutet periodische Atmung?
Periodische Atmung bedeutet, dass sich bestimmte Atemmuster in regelmäßigen oder wiederkehrenden Zyklen wiederholen. Bei der Cheyne-Stokes-Atmung wechseln sich Phasen stärkerer und schwächerer Atmung mit möglichen Atempausen ab.
Welche Ursachen kann eine Cheyne-Stokes-Atmung haben?
Mögliche Ursachen sind eine schwere Herzinsuffizienz, neurologische Erkrankungen oder Schädigungen des Gehirns sowie bestimmte Schlaf- und Atemregulationsstörungen. Sie kann auch während des Schlafs und in großer Höhe auftreten.
Warum kann eine schwere Herzinsuffizienz eine Cheyne-Stokes-Atmung verursachen?
Bei einer Herzinsuffizienz kann sich die Kreislaufzeit verlängern. Dadurch erreichen Veränderungen der Blutgaswerte die Atemregulation verzögert. Die Regelung der Atmung kann dadurch instabil werden und zwischen verstärkter und verminderter Atmung schwanken.
Welche Rolle spielt das Gehirn bei der Cheyne-Stokes-Atmung?
Das Atemzentrum im Gehirn reguliert die Atmung unter anderem anhand von Veränderungen des Kohlendioxidgehalts und des pH-Werts. Ist diese Regulation instabil oder verzögert, kann es zu den typischen Atemzyklen kommen.
Woran erkennt die Pflegefachkraft eine Cheyne-Stokes-Atmung?
Typisch sind eine wellenförmige Veränderung der Atemtiefe, zunehmend tiefere und anschließend flachere Atemzüge sowie wiederkehrende Atempausen.
Was ist eine Apnoe?
Eine Apnoe ist eine vorübergehende Unterbrechung der Atmung. Bei der Cheyne-Stokes-Atmung tritt sie typischerweise am Ende einer Phase zunehmend flacher Atmung auf.
Ist eine Cheyne-Stokes-Atmung immer ein Zeichen des Sterbens?
Nein. Sie kann bei schwer kranken und sterbenden Menschen auftreten, kommt aber auch bei anderen Erkrankungen und im Schlaf vor. Entscheidend sind der klinische Zustand und die Ursache.
Welche Bedeutung hat die Cheyne-Stokes-Atmung bei sterbenden Menschen?
: In der Sterbephase kann sie im Rahmen neurologischer und kreislaufbedingter Veränderungen auftreten. Sie ist für Angehörige häufig beunruhigend. Die Pflegefachkraft beobachtet die Atmung, beurteilt mögliche Beschwerden und sorgt für eine würdevolle, symptomorientierte Begleitung.
Welche pflegerischen Beobachtungen sind bei Cheyne-Stokes-Atmung wichtig?
Atemfrequenz und Atemtiefe
Länge und Häufigkeit der Atempausen
Atemanstrengung und mögliche Atemnot
Sauerstoffsättigung, sofern sinnvoll und verfügbar
Bewusstseinslage und Hautfarbe
Puls und Blutdruck
Veränderung gegenüber dem vorherigen Zustand
Welche pflegerischen Maßnahmen sind bei neu auftretender Cheyne-Stokes-Atmung wichtig?
Den Patienten unmittelbar klinisch beurteilen, Atmung und Bewusstsein kontrollieren und bei akuter Verschlechterung sofort ärztliche Hilfe beziehungsweise das Notfallteam alarmieren. Oberkörperhochlagerung kann bei Atemnot hilfreich sein, sofern der Zustand und die Situation dies erlauben.
Muss bei Cheyne-Stokes-Atmung immer Sauerstoff gegeben werden?
Nein. Sauerstoff wird nicht allein aufgrund des Atemmusters automatisch gegeben. Die Notwendigkeit richtet sich nach der Sauerstoffversorgung, den Beschwerden, der Ursache und der ärztlichen beziehungsweise notfallmedizinischen Einschätzung.
Welche Bedeutung hat die SpO₂ bei Cheyne-Stokes-Atmung?
Die SpO₂ kann Hinweise auf die Sauerstoffsättigung geben. Sie muss zusammen mit Atemmuster, Bewusstseinslage und klinischem Zustand beurteilt werden. Eine einzelne Messung erfasst die periodischen Veränderungen möglicherweise nicht vollständig.
Wie unterscheidet sich die Cheyne-Stokes-Atmung von der Biot-Atmung?
: Bei der Cheyne-Stokes-Atmung nimmt die Atemtiefe typischerweise allmählich zu und anschließend wieder ab, gefolgt von einer Atempause. Bei der Biot-Atmung treten eher unregelmäßige Atemzüge und Atempausen ohne das typische gleichmäßige An- und Abschwellen auf.
Wie unterscheidet sich die Cheyne-Stokes-Atmung von der Kussmaul-Atmung?
Die Cheyne-Stokes-Atmung ist durch einen periodischen Wechsel von tieferer und flacherer Atmung mit möglichen Atempausen gekennzeichnet. Die Kussmaul-Atmung ist dagegen eine anhaltend tiefe, meist regelmäßige und angestrengte Atmung, die beispielsweise bei einer schweren metabolischen Azidose auftreten kann.
Welche Informationen sollten bei Cheyne-Stokes-Atmung dokumentiert werden?
Dokumentiert werden das beobachtete Atemmuster, Atemfrequenz, Atempausen, Atemnot, Bewusstseinslage, relevante Vitalwerte, eingeleitete Maßnahmen und die Reaktion des Patienten.
Zuletzt geändertvor 12 Tagen