Was ist eine Schnappatmung?
Die Schnappatmung ist eine schwerwiegende Form einer gestörten Atmung, bei der einzelne, unregelmäßige, meist tiefe und angestrengte Atemzüge auftreten. Dazwischen können längere Atempausen liegen. Sie ist häufig ein Zeichen einer unmittelbar lebensbedrohlichen Situation und kann bei einem Kreislaufstillstand auftreten.
Woran erkennt man eine Schnappatmung?
Typische Merkmale sind:
Einzelne, unregelmäßige Atemzüge.
Schnappendes, röchelndes oder keuchendes Atemgeräusch.
Längere Atempausen zwischen den Atemzügen.
Keine normale, regelmäßige Atmung.
Häufig Bewusstlosigkeit oder stark eingeschränktes Bewusstsein.
Was sind die Ursachen einer Schnappatmung?
Eine Schnappatmung kann unter anderem auftreten bei:
Kreislaufstillstand mit unzureichender Sauerstoffversorgung des Gehirns.
Schwerem Sauerstoffmangel (Hypoxie).
Schweren Hirnschädigungen.
Sterbeprozessen in der letzten Lebensphase.
Besonders wichtig ist die Abgrenzung: Bei einer bewusstlosen Person kann Schnappatmung ein Zeichen eines Kreislaufstillstands sein.
Warum ist eine Schnappatmung lebensgefährlich?
Bei einer Schnappatmung findet keine ausreichende und zuverlässige Belüftung der Lunge statt. Dadurch kann der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Insbesondere das Gehirn und das Herz können innerhalb kurzer Zeit schwere Schäden erleiden.
Was ist der Unterschied zwischen normaler Atmung und Schnappatmung?
Bei normaler Atmung erfolgen regelmäßige Ein- und Ausatmungen, die eine ausreichende Belüftung der Lunge ermöglichen. Bei der Schnappatmung treten dagegen einzelne, unregelmäßige Atemzüge mit möglichen längeren Atempausen auf. Die Schnappatmung ist keine normale, ausreichende Atmung.
Was muss eine Pflegefachkraft bei einer bewusstlosen Person mit Schnappatmung tun?
Die Pflegefachkraft muss von einem möglichen Kreislaufstillstand ausgehen und unverzüglich handeln:
Bewusstsein prüfen und die Person laut ansprechen.
Hilfe rufen und den Notruf beziehungsweise innerbetrieblichen Reanimationsalarm auslösen lassen.
Atmung höchstens zehn Sekunden überprüfen.
Bei fehlender normaler Atmung beziehungsweise Schnappatmung sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen.
Thoraxkompressionen durchführen und einen AED (automatisierten externen Defibrillator) einsetzen, sobald verfügbar.
Den Anweisungen der Leitstelle beziehungsweise des Reanimationsteams folgen.
Wichtig: Die Schnappatmung darf nicht als Zeichen einer ausreichenden Atmung fehlin
Wie werden Thoraxkompressionen bei einer erwachsenen Person im Kreislaufstillstand durchgeführt?
Die Thoraxkompressionen werden in der Mitte des Brustkorbs auf der unteren Hälfte des Brustbeins durchgeführt. Die Kompressionsfrequenz beträgt 100–120 pro Minute, die Drucktiefe 5–6 cm. Nach jeder Kompression muss sich der Brustkorb vollständig entlasten.
In welchem Verhältnis werden bei der Reanimation eines Erwachsenen Thoraxkompressionen und Beatmungen durchgeführt?
Bei der konventionellen Herz-Lungen-Wiederbelebung werden 30 Thoraxkompressionen und anschließend 2 Beatmungen durchgeführt. Die Thoraxkompressionen sollen nur so kurz wie möglich für die Beatmungen unterbrochen werden.
Was ist bei einer Schnappatmung am Lebensende zu beachten?
In der Sterbephase kann eine Schnappatmung als Ausdruck des terminalen Atemmusters auftreten. Die Situation muss im klinischen Zusammenhang beurteilt werden. Bei einer erwarteten Sterbephase und einem bestehenden palliativen Behandlungsplan stehen die vereinbarten Therapieziele, die Symptomlinderung und die Begleitung des sterbenden Menschen im Vordergrund. Bei unerwarteter Bewusstlosigkeit mit Schnappatmung muss dagegen zunächst von einem möglichen Kreislaufstillstand ausgegangen werden.
Welche Aufgaben hat die Pflegefachkraft bei einer Schnappatmung?
Die Pflegefachkraft muss die Situation schnell erkennen, Bewusstsein und Atmung beurteilen, unverzüglich Hilfe organisieren und bei Verdacht auf Kreislaufstillstand die Reanimation einleiten. Außerdem muss sie die Maßnahmen koordinieren, den AED einsetzen lassen und die durchgeführten Maßnahmen dokumentieren. Bei einer erwarteten Sterbephase richtet sie ihr Handeln nach dem vereinbarten Behandlungsziel aus.
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Schnappatmung und Atemstillstand?
Bei der Schnappatmung sind noch einzelne Atembewegungen vorhanden, die aber keine normale, ausreichende Atmung darstellen. Beim Atemstillstand fehlt die Atmung vollständig. Im Rahmen der Reanimation werden beide Situationen bei einer bewusstlosen Person als fehlende normale Atmung behandelt.
Was ist bei einer bewusstlosen Person mit Schnappatmung die wichtigste Maßnahme?
Bei einer bewusstlosen Person mit Schnappatmung muss unverzüglich von einem möglichen Kreislaufstillstand ausgegangen werden. Nach kurzer Prüfung der Atmung wird die Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen und ein AED so schnell wie möglich eingesetzt.
Zuletzt geändertvor 9 Tagen